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Alte Gemäuer trockenlegen

Guten Tag,

bezugnehmend auf diesen aus meiner Sicht sehr informativen Bericht dieser Website:

https://energytools.de/wissen-erfahrungen-tipps/hausbau-und-erneuerung/bauschaeden/feuchte-waende/

möchte ich mich gerne weiter informieren, ob unser Gebäude möglicherweise die Voraussetzungen dazu erfüllt, die durchfeuchteten Wände so zu belassen und die daraus resultierend hohe Luftfeuchte im EG durch eine Lüftungsanlage zu steuern.

unser Altbau (1883) hat laut Gutachten bis auf 1,50 m Höhe des EG's deutlich feuchte Wände. Das Gebäude ist teilunterkellert, wobei der immer feuchte, nicht belüftete sowie nicht von innen gedämmte Gewölbekeller einen Lehmboden hat.

Die Wände bestehen aus 60cm dickem Bruchsteinmauerwerk in dem viel Schiefer verarbeitet wurde. Es besteht weder eine Horizontalsperre noch kann von einer funktionsfähigen Vertikalsperre ausgegangen werden. Die anhängenden Fotos aus dem Keller geben einen Eindruck ab, wie es unter dem Innen,- und Außenputz aussieht.

Ich freue mich auf Feedback, mit besten Grüßen

 

Hochgeladene Dateien:
  • 2403.JPG
  • 2404.JPG

Hallo Vice, danke für den Beitrag. Wie bereits in dem erwähnten Artikel dargestellt, ist die Trockenlegung von derart zerklüfteten Bruchsteinmauerwerk schwierig und aufwendig. Borlochtränkverfahren mit Injektage eines die Kapillarität unterbrechenden Mittels sind hier nicht erste Wahl, da die aufsaugenden Poren eines Ziegelmauerwerks fehlen. Wirklich helfen wird nur das meterweise Ausräumen der Bruchsteine, die Verlegung eines Edelstahlbleches oder einer speziellen Kunststoffbahn und das anschließende Verschließen der Wand unter Einsatz von Quellmörteln. Aber wie gesagt, das ist sehr aufwendig.

Eine Möglichkeit sehe ich darin, die Erdgeschosswände zu belassen und die sich einstellende erhöhte Luftfeuchtigkeit durch eine feuchtegesteuerte Lüftungsanlage  zu begrenzen. Eine solche Lüftungsanlage wäre auch bei einer funktionierenden Horizontalsperre von Vorteil, da das Bruchsteinmauerwerk eine vergleichsweise schwache wärmedämmende Wirkung besitzt. Es ist daher bei sehr niedrigen Außentemperaturen mit entsprechend niedriger  Oberflächentemperatur auf der Innenseite zu rechnen. Das wiederum kann zur Bildung von Tauwasser aus der Raumluft, vornehmlich in Außenwandecken der Räume, führen.

Wenn Sie alles so belassen wollen wie es ist, wäre ein diffusionsoffener Putz (z.B. Trasskalkputz oder Putz mit hydraulischem Kalk) mit hohem pH-Wert, sowohl an der Innen- als auch an der Außenseite der Wand von Vorteil. Sollte es jetzt bereits zu Salzausblühungen gekommen sein,  kann auch ein diffusionsoffener Sanierputz (Salzspeicherputz) verwendet werden. In jedem Fall sollten die vorhandenen Fugen der Bruchsteinwand so weit wie möglich ausgeräumt werden. Die Lebensdauer eines solchen Putzes ist abhängig von der Salzlast, kann aber durchaus 10 und mehr Jahre betragen. Als Anstrichstoffe auf dem Putz eigenen sich reine Kalk- oder Silikatanstriche.

Die erwähnte Lüftungsanlage muss folgende Funktion erfüllen: Absaugung der Raumluft und Transport nach außen immer dann, wenn ein bestimmter Grenzwert überschritten wird. Die Reglung sollte dazu die absolute Luftfeuchtigkeit und Temperatur außen mit der absoluten Luftfeuchtigkeit und Temperatur innen vergleichen. Eine einfache Schwellwert-Regelung nach der relativen Luftfeuchtigkeit ist ungeeignet, da die nachströmende Außenluft unter bestimmten Bedingungen, insbesondere im Sommer! Feuchtigkeit eher importiert.

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