Lexikonbegriff

Kapillarleitung

Unter Kapillarleitung versteht man den Transport von Flüssigkeiten, z. B. Wasser, in feinen Kanälen (den Kapillaren) eines saugfähigen Materials. Infolge der Oberflächenspannung der Flüssigkeit steigt die Flüssigkeit auch gegen die Schwerkraft nach oben. Der Vorgang ist gut zu beobachten, wenn ein Stück Würfelzucker mit der Spitze in Kaffee gehalten wird. Beim Feuchteschutz von Wohnhäusern wirkt sich der Kapillartranport nachteilig aus, sofern nichts gegen den Effekt, z.B. durch eine Horizontalsperrung, unternommen wird. Vorteilhaft dagegen ist die Kapillarleitung bei bestimmten Dämmstoffen in diffusionsoffenen Konstruktionen. Sie führt bei einer eventuell auftretenden Durchfeuchtung dazu, dass die Feuchtigkeit in alle Richtungen fortgeleitet und so der Dämmstoff getrocknet wird (von unten nass gewordener Papierstapel!). Voraussetzung ist allerdings, dass der Dämmstoff selbst kapillare Transporte zulässt. Mineralwolle, Styropor und PU-Schaum haben diese Eigenschaft nicht.

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