4 Kommentare zu “Warmdach

    • Es geht auch nicht um Lüftung, sondern um eine luftdicht verlegte Dampfbremse auf der warmen Seite der Konstruktion. Die Dampfbremse sollte einen feuchtevariablen Diffusionwiderstand aufweisen, damit eine Rücktrocknung möglich ist. Eine Abdichtung mit Silikon ist nach meinem Wissenstand keine sichere Abdichtung und wird von den Herstellern der Dampfbremsen nicht empfohlen.

  1. Hallo Heinzelmann, es ist ein Kaltdach geworden. Oberhalb der Dämmebene befindet sich nun ein belüfteter Dachraum. Wenn eine solche belüftete Ebene benötigt wird, damit die Konstruktion funktioniert und trocken bleibt, stimmt etwas nicht im System. In diesem Fall, so vermute ich, bestanden die Probleme darin, dass
    1. oberhalb der Dämmung einer Folie auf der kalten Seite angebracht war, die nicht diffusionsoffen war und
    2. die Folie unterhalb der Dämmschicht keinen feuchtevariablen Diffusionwiderstand besaß und
    3. die untere Folie nicht luftdicht untereinander und nicht an den Wänden angeschlossen war.

    Die Ursache für die Mängel sehe ich in einer fehlerhaften Vorstellung der Planer und Ausführenden über die Funktion und Verarbeitung von Dampfbremsen. Ein Hinweis dazu liefert die Bemerkung: „Angeblich hatte die vom Dachdecker aufgeschweißte Folie eine zu geringe Dampfsperrwirkung.“ Diese Denkweise („Wasserdampfdiffusion absperren“) führt meist zu Problemen, da in der Praxis die Konstruktionen nicht genügend fehlertolerant sind. Es gibt übrigens keine Vorschriften die das so verlangen würden bzw. verlangt hätten.
    Besonders schwerwiegende Feuchtigkeisprobleme findet man in Konstruktionen, die Luftleckagen besitzen, sei es infolge einer mangelhaften luftdichten Verklebung der Bahnen untereinander und gegenüber den Wänden als auch bei Leckagen infolge von Durchdringungen. Sind Luftleckagen vorhanden, kommt es zur Auswanderung von feuchter, aber gegenüber der Luft in der gedämmten Konstruktion wärmerer Luft durch die Dämmschicht. In der Folge kondensieren überzählige Wasserdampfmoleküle durch Temperaturabsenkung der abströmenden Luft. Es bildet sich Tauwasser an kalten Oberflächen, z.B. der n Geschossdecke, Außenwandabschnitten oder an der Unterseite der kalten Folie oberhalb der Dämmschicht. Die vorgenommenen Änderungen stellen die Probleme ganz oder teilweise ab, weil damit überschüssige Wasserdampfmoleküle weggelüftet werden. Allerdings wird die beabsichtigte Dämmwirkung erheblich reduziert, weil die Mineralwolle mit Außenluft durchströmt wird.

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  2. Hallo Frank,
    fand zufällig den Kommentar „belüftete Dachkonstruktion“ zum Kaltdach.

    2001 hatte ich eine Garage anbauen lassen. Architekt und Bauingenieur bauten mir ein (vollständig isoliertes) Warmdach ohne Überlüftung, Dachneigung etwa 13 Grad. Oben und unten eine dicke Folie, alles luftdicht verschweißt. Nach drei Monaten liefen rötliche und grünliche Fäden an den Wänden herunter. Als ich die Decke von unten anbohrte, schossen dutzende Liter Wasser aus der Folie. Eine Badewanne hatte sich gebildet. Die Herren steckten mir die Bauvorschriften in den Briefkasten, sie hatten ihrer Meinung nach nichts falsch gemacht. Angeblich hatte die vom Dachdecker aufgeschweißte Folie eine zu geringe Dampfsperrwirkung.
    Habe danach unter die Dachträger einen weiteren Balken geschraubt, unten drunter ein Netz aus Schnüren gespannt, und dann die Steinwollmatten runtergelassen. Auf diese Weise entstand eine Überlüftung von 9 cm. Seitlich wurden Lüftungslöcher in die Wände geschlagen. Die Matten waren nach drei Wochen wieder trocken. Seither ist alles gut. Aus dem isolierten Warmdach wurde ein belüftetes Warmdach. Oder ein Kaltdach?
    Habe seither das Gefühl, die Begrifflichkeiten Warmdach und Kaltdach sind unpassend.

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