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Was verändert sich nach einer Fenstermodernisierung?

03.02.2020 | von: fegonnow54 | Kategorie: Allgemein

Wenn die Fenster auch nach energiesparenden Kriterien ausgewählt und richtig eingebaut sind, spüren wir eine deutliche Verbesserung der Behaglichkeit. Hauptursache dafür ist die sich auf dem Glas einstellenden höhere Oberflächentemperatur. Bei minus 10 °C Außen- und 20°C Rauminnentemperatur stieg die Temperatur seit Anfang der 80-er Jahre von etwa 9,9 °C auf heute etwa 17,5 °C (Dreifachverglasung). In der Nähe der Fenster fühlt es also nicht mehr so kühl wie früher an. Gleichzeitig ist der Luftdurchsatz durch die Fensterkonstruktion (Zugerscheinungen) drastisch zurückgegangen. Aber es ist noch etwas passiert: Die Verglasungen zeigen eine erhöhte Raum-Luftfeuchtigkeit nicht mehr an. Es kommt kaum noch zum Beschlagen der Scheiben, schon gar nicht sehen wir im Winter bizarre Eisblumen. Dass diese Vorgänge eine zumindest zeitweise „Herausnahme“ der, sagen wir aktiven Luftfeuchtigkeit waren, zeigt der Einbau von Kondensatsammelkästen vor die inneren Fensterbretter noch vor 100 Jahren. So lesen wir im Brockhaus Konversationslexikon von 1894:

„Sind keine Doppelfenster vorhanden, so ist das durch durch den Unterschied der inneren und äußeren Temperatur erzeugte Schwitzwasser abzuleiten. Das kann geschehen durch eine im oder auf dem Fensterbrett angebrachte Sammelrinne, mit einem zweiseitigen Gefälle nach der Mitte, von welcher aus das Schwitzwasser durch eine kleine Zinkröhre nach einem herausziehbaren Zinkblechkasten unter dem Fensterbrett oder direkt nach der Wasserschräge gebildeten Oberfläche der Sohlbank abgeleitet wird.“

Veränderung der Oberflächentemperatur nach Modernsierung
Veränderung der Oberflächentemperatur nach Modernsierung

Vielleicht ist die Tatsache, dass wir kondensierte Feuchtigkeit kaum noch auf Fensterscheiben zusehen bekommen der Grund, warum viele Menschen glauben, dass die Luft in zentral geheizten Wohnungen trockener geworden ist. Da die Luftfeuchtigkeit dennoch vorhanden ist, „sucht“ sie sich sozusagen andere Oberflächen zur Kondensation. Diese Flächen sind vor allem Wärmebrücken, also Bauteile, die eine schwächere Wärmedämmung aufweisen und daher kälter sind. Aus der abgebildeten Tabelle entnehmen wir, dass die Wand eines Hauses, Baujahr vor 1984, unter winterlichen Bedingungen nur eine Oberflächentemperatur von 14,5 °C aufweist, das gerade modernisierte Fenster inzwischen jedoch 17,5 °C. Fatal ist, dass wir die kondensierende Feuchtigkeit auf den nicht durchsichtigen Wänden aber nicht sehen und oft leider erst, wenn es zu spät ist, die Folgen präsentiert bekommen.


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