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Und wenn die Raumluft zu feucht wird?

03.02.2020 | von: fegonnow54 | Kategorie: Fensterlüftung, Lüften lernen!, Luftfeuchte und Kondensat

Um richtig reagieren zu können, muss man wissen, welche Ursachen eine dauerhaft zu hohe Luftfeuchtigkeit im Raum zur Folge haben.

Tauwasserbildung auf einer Glasscheibe (Bild von Dave Kelley auf pixabay.com)
Tauwasserbildung auf einer Glasscheibe (Bild von Dave Kelley auf pixabay.com)

Die Menge des Wasserdampfes in der Raumluft, also die absolute Raum-Luftfeuchtigkeit (Relative bzw. absolute Raum-Luftfeuchtigkeit?) steigt durch die Atmung von Mensch und Tier, durch das Wäsche trocknen, durch das Duschen und Baden, infolge der Körperpflege, der Essenszubereitung, aber auch durch die Wasserdampfabgabe von Pflanzen, Aquarien oder Luftbefeuchtern. Eine durch die genannten Vorgänge dauerhaft erhöhte Luftfeuchtigkeit von mehr als 55 % verringert die Behaglichkeit und steigert das Bauschadensrisiko erheblich. Gefahrlos beeinflussen lässt sich absolute Raumluftfeuchtigkeit durch

  • die Art, Häufigkeit und dem Zeitpunkt des Lüftens (Fensterlüftung, Luftwechsel) oder
  • die Funktion einer mechanischen Zwangslüftung (mechanische Lüftungsanlagen, Luftwechsel).

Die absolute Raumluftfeuchtigkeit kann auch sinken infolge mangelhafter Luftdichtheit der Hüllflächen der Wohnung bzw. des Hauses (Selbstentlüftung). Die Thermik im Haus entsteht durch Temperaturunterschiede, die Druckunterschiede zur Folge haben. Dadurch kommt es bei bei gegebener Luftdichtheit zu mehr Luftdurchsatz. Allerdings kann dadurch das Bauschadensrisiko in durchströmten Bauteilen ansteigen.

Die absolute Raumluftfeuchtigkeit sinkt auch bei Vorhandensein von Schornsteinen für dezentral aufgestellte Öfen (Verbrennung von festen, gasförmigen, flüssigen Brennstoffen) in raumluftabhängiger Betriebsweise.

Die Höhe der relativen Luftfeuchtigkeit (angezeigt durch Hygrometer) wird auch beeinflusst von der jeweiligen Raumtemperatur (bei steigender Raumlufttemperatur sinkt die relative Luftfeuchtigkeit) sowie von der Fähigkeit der umgebenden Stoffe und Konstruktionen kurzzeitig Wasserdampf aufzunehmen und wieder abzugeben. Entscheidend sind dabei die

  • im Haus verwendeten Baustoffe (Wandbaustoffe, oberflächliche Putzschichten, Tapeten)
  • Materialien der Innenausstattung (Mobiliar, Teppiche, Handtücher, Wäsche) und
  • der Art und Intensität des Heizens (Höhe und Dauer einer bestimmten Temperatur).

Mein Fazit: Mehrere Faktoren haben Einfluss auf die Höhe der Raum-Luftfeuchtigkeit. Entscheidend ist die Beeinflussung der absolute Luftfeuchtigkeit, also der Feuchteinhalt der Raumluft in Gramm pro m³. Dabei spielt die Reduzierung der Freisetzung und die Intensivierung der Abfuhr von Wasserdampf durch die Lüftung eine dominierende Rolle. Keinen nennenswerten Einfluss haben hingegen die Art und Dicke der Außenwände, Böden und Decken, die hierfür verwendeten Materialien sowie die Inneneinrichtung. Die Materialien können Feuchtigkeitsspitzen kurzzeitig zwischenlagern, aber nicht abbauen. Zwar führt die Erhöhung der Raumlufttemperatur zur Verringerung der relativen, nicht jedoch der absoluten Luftfeuchtigkeit. Dagegen zieht eine Erhöhung der Raumlufttemperatur aber eine Erhöhung des Brennstoffbedarfes nach sich. In der Regel ist damit keine Verbesserung der Behaglichkeit und Reduzierung des Bauschadenspotentials verbunden.

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