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Backen und Kochen

09.02.2019 | von: fegonnow54 | Kategorie: Energie sparen | Druckansicht Druckansicht

Backen und Kochen
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Strom und Kosten sparen beim Backen und Kochen, Hinweise zur Auswahl verschiedener Geräte, Tipps zum energiesparenden Backen und Kochen

Der Stromverbrauch für Kochen und Backen beträgt etwa 11% des Gesamtstromverbrauches eines 3 bis 4 Personenhaushaltes. Das sind 300 bis 400 kWh pro Jahr. Die Betriebskosten sind bei Nutzung eines Gasherdes bzw. Gasbackofens, sofern ein Gasanschluss (Heizung) vorhanden ist, am günstigsten.

Den höchsten Stromverbrauch verursachen gußeiserne Herdplatten, da bei ihnen die Hitze im Topfboden von einer elektrischen Heizwendel erzeugt, durch das Gusseisen hindurch, und daher selbst auch mit erwärmt werden muss. Daher haben diese Kochplatten auch nach dem Abschalten noch eine erhebliche Restwärmemenge, die sinnvoll genutzt werden sollte.

Glaskeramik-Kochfelder (“Ceranherd”) besitzen ebenfalls eine elektrische

Infrarotheizfläche mit Abdeckung aus Glaskeramik (Ceranherd)
Infrarotheizfläche mit Abdeckung aus Glaskeramik (Ceranherd)

Heizwendel (siehe Abbildung) unterhalb einer Platte aus Glaskeramik. Die Wärme wird von der Wendel jedoch überwiegend durch Infarrotstrahlung durch die Glaskeramik auf den Topfboden übergeben. Dabei erwärmt sich die Glaskeramik aber selbst auch. Die Temperaturregelung kann wegen der größeren Trägheit nicht so rasch erfolgen wie bei Gas-Kochstellen bzw. Induktionskochfeldern.

Induktionskochfelder sind am Sparsamsten, weil der Topfboden sehr rasch aufheizt bzw. abkühlt und keine nennenswerte Erwärmung der Glaskeramikplatte erfolgt. Man kann daher sehr flink, wie bei einem Gasherd, die Wärmezufuhr regeln. Bei einem Induktionskochfeld erzeugen Kupferspulen unter der Platte aus Glaskeramik ein starkes elektromagnetisches Feld. In dem speziellen Topf mit Stahlboden wird durch den infolge Induktion entstehenden Kurzschlussstrom die Wärme erzeugt. Allerdings sind spezielle Töpfe und Pfannen mit einem ferromagnetischen Topfboden erforderlich. Ein Test mit einem Magneten zeigt, ob der Topf für ein Induktionsfeld geeignet ist.

Der Effizienzunterschied zwischen den Kochfeldtypen ist bei Kurzerwärmung groß und verringert sich mit längerer Warmhaltezeit. Für kleinere Essensmengen bis maximal 500g ist die Mikrowelle unschlagbar.

EU-Energielabel gelten nur für Backöfen und nicht für Kochfelder, da es hier einen zu großen Einflusses des Nutzerverhaltens gibt. Seit Januar 2015 müssen Elektrobacköfen und Gasbacköfen mit dem EU-Energielabel von A+++ bis D gekennzeichnet sein. Wählen Sie einen Backofen mit dreifach verglasten Backofentüren. Je besser die Wärmedämmung des Backofens ist, desto geringer ist der Energieverbrauch. 

Tipps

  • Bringen Sie Wasser mit dem Wasserkocher zum Kochen. Auch Tauchsieder sind effizienter als die gusseiserne Elektroherdplatte oder das Ceranfeld! Wasserkocher mit isolierender Wandung sind besonders sparsam.
  • Kochen Sie nach Möglichkeit größere Mengen Speisen und frieren Sie davon kleine Portionen ein.
  • Kochen Sie mit dem Schnellkochtopf.
  • Nehmen Sie nur soviel Wasser, z.B. für Gemüse oder Kartoffeln, wie unbedingt nötig.
  • Kochen Sie mit Deckel.
  • Nutzen Sie die Nachwärme bei elektrischen Kochplatten aus Gusseisen und beim Ceranfeld zum Vorwärmen anderer Speisen.
  • Benutzen Sie bei einer elektrischen Kochstelle mit gusseiserner Platte oder Ceranfeld nur planebene Kochtöpfe in der richtigen Größe.
  • Kaffee Kochen geht mit der Kaffeemaschine sparsamer als auf dem Kochfeld. Noch sparsamer geht es, wenn Sie für mehrere Tassen Kaffee eine Warmhaltekanne (Thermosprinzip) benutzen.
  • Beim Backen ist die Nutzung von Umluft sinnvoll und energiesparend. Es kann eine niedrigere Temperatur gewählt werden und der Backraum wird besser ausgenutzt
  • 2 Brötchen lassen sich schneller und effizienter auf einem Toaster mit Aufsatz aufbacken, als mit dem Backofen.
  • Das Vorheizen des Backofens ist meist nicht erforderlich und spart Energie. Ebenso sollte die Restwärme genutzt werden.
  • Die automatische Backofenreinigung ist sehr energieintensiv, weshalb die Reinigung per Hand empfohlen wird.

Und übrigens…

Ausgemusterte Elektrobacköfen, Herplatten usw. gehören in den „Elektroschrott“ und müssen über den Recyclinghof oder über die Sperrmüllabholung in der Gemeinde entsorgt werden.