Gipskarton-Schaumpolystyrol-Verbundplatten WLG 032

Eine preiswerte, gut funktionierende und häufig angewandte Art der Innendämmung ist das Ankleben von sogenannten Verbundplatten aus Gipskarton und Schaumpolystyrol. Diese Art der Innendämmung kann in allen Räumen mit Außenwänden vorgenommen werden, auch im Bad.
Voraussetzung ist in jedem Fall eine trockene Außenwand ohne Durchfeuchtungsmöglichkeit durch Schlagregen. Außerdem muss lückenlos gedämmt werden. Die Dämmschicht darf nicht von Raumluft hinterströmt werden.

Bei dem System ist eine zusätzliche Dampfbremse nicht erforderlich, da der Dämmstoff ab einer Stärke von 3 cm selbst bereits eine ausreichend dampfbremsende Wirkung besitzt. Bei Verbundplatten mit Mineralwolle ist eine integrierte Dampfbremse dagegen empfehlenswert.
#Verarbeitungshinweise
#Material

- Das Material sollte eine Gipskarton-Verbundplatte mit Schaumpolystyrol (Neopor) der Wärmeleitfähigkeitsgruppe 032 sein. Man erkennt es an der grau-silbernen Färbung. Sie entsteht durch eine Graphitzugabe. Dadurch wird Wärmestrahlung besser reflektiert und absorbiert. Somit hat graues Schaumpolystyrol eine niedrigere Wärmeleitfähigkeit (032) als weißes Schaumpolystyrol (035).
- Die Dämmstoffstärke sollte mindestens 6 cm, besser 8 cm betragen.
- Nachteilig ist die Größe der Platten, die es dem Amateur nicht gerade einfach macht bei Transport und Montage. Aber die Platten können vorher auch halbiert werden. Die Montage der kleineren Platten ist im Verbund mit versetzten Höhen und Senkrechten empfehlenswert.
- Knauf InTherm verfügt über einen Stufenfalz zwischen Gipskartonplatte und Dämmung, sodass immer Schaumpolystyrol an Schaumpolystyrol liegt und ausreichend Spachtelmasse eingebracht werden kann. Das ist hilfreich und verhindert einen Spalt.
Handelsnamen für gebräuchliche Platten sind z. B.:
- Rigips: Rigitherm Doublissimo
- Knauf: InTherm
Eine zusätzliche Dampfbremse wird nicht benötigt!
#Vorbereitung
Materialkalkulation für 1 m² Gipskartonverbundplatte Ankleben mit ca. 4 kg Trockenmasse pro m² eines für Wärmedämmverbundsysteme geeigneten Klebe- und Armierungsmörtels
Weiteres Material und spezielle Werkzeuge
- Spachtelmasse für Gipskartonplatten
- Armierungsgewebe zum Einlegen
- Quellband (zum Aufstellen)
- PU-Dosenschaum (für eventuelle Spalten)
- lange Wasserwaage (2 m)
- Stahllineal zum Anzeichnen
- Cuttermesser und Ersatzklingen
- Zahnkelle 1 cm Zahnweite, 10 cm bis 20 cm breit oder
- Trapezspachtel zum Auftragen der Klebemasse
#Ankleben der Verbundplatten
- Der Untergrund sollte keine hohlen Putzstellen haben (Klopfprobe) und von Tapeten, alten Farben (vor allem Ölfarben) befreit sein.
- Ich empfehle, den Untergrund zu grundieren (Putzgrund).
- Keinesfalls sollten Verbundplatten mechanisch mit einfachen Schrauben befestigt werden (Wärmebrücke!). Dort, wo es nicht anders geht, können Thermodübel für WDVS Verwendung finden.
Achtung: Verarbeitungshinweise, in denen die Verklebung ausschließlich mit Mörtelbatzen empfohlen wird, sind veraltet und fehlerhaft. Um eine Hinterströmung mit Raumluft zu vermeiden, ist unbedingt auch eine umlaufende Mörtelwulst zu ziehen, wie in der Abbildung weiter unten dargestellt.

- Die Verklebung der Verbundplatten kann ganzflächig (mit grobem Zahnspachtel aufgetragener Mörtel) oder wegen der einfacheren Justierung besser nach der Wulst-Punkt-Methode erfolgen. Geklebt wird mit einem mineralischen Klebe- und Armierungsmörtel, der für Wärmedämmverbundsysteme auf Schaumpolystyrolbasis zugelassen ist.
- Bei mineralischen Klebemörteln empfiehlt es sich nicht, den Kleber mit einem Zahnspachtel auf die Wand zu bringen, da bei stark saugendem Untergrund der Mörtel zu schnell versteift.
- Bevor die ersten Platten gestellt werden, sollte ein entsprechend breites Quellband (vorkomprimiertes Dichtband) auf dem Boden und an den Seiten verlegt sein (Luftdichtheit, Schallschutz).

- Ein 2 m langes Richtscheit sollte bei der Hand sein. In den Ecken zur Decke und zu den einbindenden Innenwänden sollten Dämmkeile bereits montiert sein (Beachten Sie die Verlegehinweise ausführlich in energytools.de Dämmkeile).

Fensterlaibungen, Fensternischen, Brüstungs- und Sturzbereiche usw. müssen möglichst in gleicher Dämmstoffstärke bis auf den Fenster- bzw. Türrahmen mitgedämmt werden. Sollte dies in der gleichen Stärke konstruktionsbedingt unmöglich sein, ist bei geringerer Dämmstoffstärke ein Dämmstoff mit kleinerer Wärmeleitfähigkeit, also höherer Dämmwirkung einzusetzen. Zum Rahmen hin ist es ratsam, vorher ein Quellband zu setzen, um später eine dauerelastische Fuge herzustellen. Ausführliche Hinweise entnehmen Sie bitte dem Link: Konstruktionsdetails Fenster
Besondere Aufmerksamkeit verlangt auch die Innendämmung mit Verbundplatten bei Holzbalkendecken. Es ist ratsam, die Zwischenräume zwischen den Balken in die Dämmung mit einzubeziehen. Ausführliches dazu finden Sie im Ratgeber Innendämmung bei Holzbalkendecke.
Bei dieser Gelegenheit sind auch die Heizkörpernischen durch Dämmung zu verschließen. Dazu gibt es einen eigenen Ratgeber (Dämmung der Heizkörpernische). Beachten Sie auch die Hinweise zu Konstruktionsdetails verschiedener Bauteile.
Achtung: Die Platten dürfen nicht auf ein Holzlattengerüst geschraubt werden.
Nach der Montage der Elemente können breitere Fugen zwischen Dämmstoffelementen mit PU-Schaum ausgefüllt werden (nicht jedoch mit Mörtel!). Das Spachteln der Fugen zwischen den einzelnen Elementen sollte unter Einbettung eines Armierungsgewebes geschehen. Die Anschlussfugen zu anderen Bauteilen (Innenwand, Decke, Fußboden, Fenster) sind nicht zu spachteln. Damit diese Dehnungsfugen rissfrei bleiben, sind diese mit dauerelastischen Dichtstoffen (Acryl) zu verschließen. Zum Abschluss kann tapeziert werden.
Die bei einer Dämmung mit Mineralwolle eingesetzte feuchtevariable Dampfbremse als separates Bauteil ist bei Elementen mit Schaumpolystyrol nicht erforderlich.
Das System ist preiswert, einfach in der Handhabung, bei richtiger Verarbeitung sicher und im Baumarkt bis auf die empfehlenswerten Dämmkeile zu haben (siehe Marktübersicht Dämmkeile).