Lüften mit dem Fenster: Wirklich neu lernen?
Mir ist bewusst, dass gutes Lüften der Wohnräume mit dem Fenster schwierig ist. Ich möchte daher meine Erfahrungen mit Ihnen teilen: wann und wie Sie mit Fenstern lüften sollten, um das zu verbessern.
#Übersicht

- Gesunde Atemluft: Ein ausgewogenes Raumklima allein durch Fensteröffnen zu erreichen, ist eine echte Herausforderung.
- CO2-Konzentration: Zu hohe Werte in geschlossenen Räumen machen schnell müde und unkonzentriert.
- Feuchtigkeitsregulierung: Nur gezielter Luftaustausch hält die Raumluftfeuchte im optimalen Bereich und verhindert Schimmel.
#Rückblick

„Früher ging es doch auch!" Das höre ich oft, wenn Bewohner wegen Feuchte- und Schimmelproblemen auf ihre Lüftgewohnheiten angesprochen werden. Stimmt das? Hat sich ein scheinbar einfacher Vorgang wirklich so verändert? Funktionierte Lüften früher anders? Sind gedämmte, luftdichte Häuser das Problem – oder unsere Sparsamkeit?
Richtiges Lüften ist kein Schulstoff. Kinder lernen es von ihren Eltern. Früher funktionierte Lüften fast automatisch – es gab keinen Grund, es extra zu lehren. Doch was war damals anders?
#Die alte Art der Lüftung

Im Winter lüfteten die Häuser sich von selbst – ganz ohne Zutun. Frische Luft strömte durch undichte Fensterfugen herein. Verbrauchte Luft, Abgase und Schadstoffe zogen durch andere undichte Stellen und Schornsteine wieder hinaus. Das ergab eine im Winter hervorragend funktionierende Zwangslüftung. Damit es nicht zu sehr zog, legte man Tücher und Decken vor Fenster- und Türfugen.
Außerdem:
- Es gab weniger Wasserdampfquellen. Geduscht wurde seltener, Waschen und Trocknen fanden im Waschhaus und auf der Leine statt.
- Verbaute Materialien wurden kaum versiegelt. Holz oder Kalkputz konnten Wasserdampf zwischenspeichern.
- Einscheibige Fenster mit schlechter Wärmedämmung wirkten wie Entfeuchter: Die Luftfeuchtigkeit kondensierte und gefror zu Eisblumen. Kondensatsammelrinnen im Fensterbrett leiteten das Wasser in kleine Auffangkästen, die gelegentlich ausgeschüttet wurden.

- Große Einzelöfen strahlten viel Wärme ab – bei oft niedrigerer Lufttemperatur. Kalte Außenwände profitierten davon.
- Fenster wurden aus Gewohnheit geöffnet: morgens nach dem Aufstehen, beim Kochen, nach dem Baden. Meist war jemand zu Hause und konnte bei Bedarf lüften.
- Gelüftet wurde auch, wenn etwas nicht stimmte – Kochgerüche, Qualm beim Ofenanzünden.
#Neue Situation
Zentralheizungen, besonders mit raumluftunabhängigem Heizgerät, sowie mehrfach gedichtete Fenster und Türen stoppen die früher selbstverständliche natürliche Be- und Entlüftung. Synthetische Teppiche, raumhoch geflieste Bäder, kunststoffbeschichtete Möbel und Tapeten verringern die Flächen, die früher Wasserdampf zwischenspeicherten. Wellnessbäder in kleinen Wohnungen, tropische Pflanzen und Aquarien vervielfachen die Feuchtigkeitsbelastung.
Mit dem Wegfall des natürlichen Lüftungsantriebs und dem Zuwachs an Feuchtigkeitsquellen steigen Raumluftfeuchte und CO2-Konzentration. Hinzu kommen mehr Schadstoffe – etwa Weichmacher oder FPAS aus Kunststoffen.
💡 Mein Experten-Rat: Moderne Fenster erfordern für qualitativ hochwertige Atemluft einen aktiven Umgang mit dem Fenster. Die Güte der Luft hängt von der Häufigkeit, der Dauer und der Intensität der Lüftung ab.
💡 Weitere Inhalte: Unterhalb dieses Beitrags oder links in der Navigation finden Sie die Links zu den weiteren Kapiteln und Artikeln. Nutzen Sie gern die Kommentarfunktion für Ihre Fragen, Erfahrungen und Meinungen!
Kommentare
Noch keine Kommentare.
Kommentar hinterlassen