Geld für Wärmedämmung

Eine Beispielrechnung beantwortet die Frage, welcher Wandaufbau Energie spart und wie viel Geld für Wärmedämmung ausgegeben werden muss.

Sorgfältig gedämmte Haus-Bauteile verbessern die Behaglichkeit, beseitigen das Feuchte- und Schimmelrisiko und sparen beim Brennstoffverbrauch. Anders ausgedrückt: Man fühlt sich wohl in einem gut gedämmten Haus, ist keinen gesundheitlichen Gefahren ausgesetzt und reduziert die Energiekosten.

Ich weiß, es gibt zahlreiche Hausbesitzer und Mieter, die völlig anderer Meinung sind. Dämmung lässt die Wand nicht atmen, führt zu Schimmelbildung usw.. Sogar der eine oder andere Experte vertritt diese Meinung, die sich aber mit meinem Wissen, vor allem aber mit meinen Erfahrungen beißt. Gar nicht verstehen kann ich, dass gegenwärtig viele nach einer Wärmepumpe Ausschau halten, aber die passive Energieeinsparung aus den Augen verlieren. Dabei muss eine Luft-Wasser-Wärmepumpe annähernd die gleiche Wärmemenge, wie z.B. der ersetzte Gaskessel bereitstellen, denn am Bedarf nach Wärme hat sich nichts geändert. Nur durch die Verbesserung der Eigenschaften der baulichen Hülle wird Wärmebedarf dauerhaft verringert.

Doch wie viel Dämmung braucht das Haus? Macht es Sinn, sich mit 6 cm Dämmstoffstärke zufrieden zugeben? Kann man noch mehr sparen? Oder gar 20 cm? Und gibt es dabei keine bauphysikalischen Grenzen? Eine in der Energieberatung oft gestellte Frage lautet daher: Wie viel Geld für Wärmedämmung spart wieviel Energie – und, ist das dann auch wirtschaftlich? Um darauf eine vernünftige Antwort zu geben, sind folgende einfache überschlägige Berechnungen hilfreich:

Energieeinsparung in % = 1 – (U-Wert des Bauteiles (hinterher) / U-Wert des Bauteiles (vorher))

Einsparung in Liter Öl oder m³ Erdgas = 10 mal (U-Wert des Bauteils (vorher) minus U-Wert des Bauteils (hinterher))

Veränderung Einsparung
Klassisches Ziegelmauerwerk mit Vollziegeln, 60er Jahre, 30 cm Wandstärke, mit Betondecke 15cm. Der U-Wert der Wand liegt bei etwa 1,3 bis 1,5 W/m²K  Die mögliche Einsparung in % errechnet sich so: Einsparung = 1 – (U-Wert des Bauteiles (hinterher) / U-Wert des Bauteiles (vorher))
Beispiel 1: Mit einer Innendämmung von nur 6 cm verbessert sich der U-Wert der Wand auf 0,89. Rechenweg für die Einsparung = 1 – (0,89/1,5) = 0,41.  Die Energieeinsparung beträgt 41 %, bezogen auf die vorher von der Außenwand verursachten Verluste. Um die damit verbundene Einsparung von Brennstoffen überschlägig zu bestimmen, rechne ich: Einsparung an Brennstoff= 10 x (1,5 – 0,89) = 6,1 (Liter bzw. Kubikmeter). Die Einsparung bezieht sich auf einen Quadratmeter der jeweiligen Bauteilfläche (in diesem Fall die Außenwand) und ein Jahr. Bei einer gedämmten Außenwandfläche von 100 m² ergibt sich somit eine Reduzierung des Verbrauches von ca.: 6,1 mal 100 m² = 610 Liter Öl bzw. Kubikmeter Erdgas im Jahr.
Beispiel 2: Mit einer Außendämmung von nur 6 cm verbessert sich der U-Wert der Wand auf 0,46. Rechenweg für die Einsparung = 1 – (0,46/1,5) = 0,69. Die Energieeinsparung beträgt 69 %, bezogen auf die vorher von der Außenwand verursachten Verluste. Einsparung an Brennstoff = 10 x (1,5 – 0,46) =10,4 (Liter bzw. Kubikmeter). Die Einsparung bezieht sich auf einen Quadratmeter der jeweiligen Bauteilfläche (in diesem Fall die Außenwand) und ein Jahr. Bei einer gedämmten Außenwandfläche von 100 m² ergibt sich somit eine Reduzierung des Verbrauches von ca.: 10,4 mal 100 m² = 1040 Liter bzw. Kubikmeter im Jahr.

Wie man sieht, können die eingesparten Brennstoffmengen und damit die verringerten Brennstoff- bzw. Energiekosten beträchtlich sein. Durch eine verbesserte Wärmedämmung aller Gebäudehüllflächen lässt sich der Energieeinsatz erheblich reduzieren und die Behaglichkeit stark verbessern. Bezogen auf den Gebäudebestand, sparen heute gebaute Passivhäuser soviel, dass nur noch 10% bis 20% der Energie- und Brennstoffmenge bei höherer Behaglichkeit benötigt wird.