Was bringt die Dämmung der Kelleraußenwand?
Dämmung der Kelleraußenwand, Perimeterdämmung, Innendämmung, Dämmstoffe, Ausführung, Kosten
#Übersicht Perimeterdämmung

- Als Perimeterdämmung wird die Wärmedämmung von Kellerwänden und Bodenplatten im Erdreich bezeichnet. Diese Wärmedämmung soll die Wärmeverluste über den unteren Gebäudeabschluss reduzieren und für mehr Behaglichkeit in geheizten Räumen des Kellers oder des Souterrain sorgen.
- Die Dämmschicht wird im Neubau und bei der Modernisierung von außen auf die senkrechten Kellerwände (meist auf die vertikale Sperrschicht) und/oder im Neubau unter der Bodenplatte angebracht.
- Da die Dämmstoffe Kontakt mit dem Erdreich haben, müssen diese feuchteresistent sein und gegen Erdsäuren (Huminsäuren) stabil bleiben. Die Lastabtragung des Gebäudes erfordert eine hohe Druckfestigkeit der Dämmstoffe.
- Die Perimeterdämmung ist empfehlenswert, wenn Räume im Keller dauerhaft oder längere Zeit beheizt werden.
- Eine nachträgliche Anbringung erfordert zunächst das Freilegen und Abdichten der Kellerwand. Danach werden die Dämmplatten aufgeklebt und ggf. abgedichtet.
- Die Kosten des Materials betragen etwa 40 bis 60 Euro pro Quadratmeter, zuzüglich Vorbereitungskosten.
- Die Perimeterdämmung ist förderfähig, sofern ein U-Wert von < 0,25 W/m²K erreicht wird. Das erfordert eine Dämmstoffstärke von mindestens 14 cm (XPS)
#Neubau mit äußerer Perimeterdämmung

- Soll der Keller ausschließlich die Funktion eines erdkühl temperierten Speichers haben ist eine Wärmedämmung der Kelleraußenwände unnötig.
- Werden mehrere Kellerräume oder das ganze Geschoss jedoch aktiv beheizt (Wohnräume, Wellness, Arbeitszimmer, Hobbyraum usw.), ist eine außen angebrachte Dämmung unter dem Behaglichkeitsaspekt und der Wärmebilanz unbedingt sinnvoll.
- Bei einem Neubau geschieht dies technologisch nach dem Aufbringen der vertikalen Sperrschicht (Bitumen-Dickbeschichtung). Die Dämmplatten werden dazu mit speziellem bitumenhaltigen Klebemörtel angeklebt.
- Der Perimeter-Dämmstoff sollte nach unten bis zur Unterkante der Kelleraußenwand und nach oben bis 50 cm über Erdniveau geführt werden. Bei einer Hanglage muss entsprechend abgetreppt werden. Weiter nach oben kann dann ein Dämmstoff für ein Wärmedämmverbundsystem verwendet werden (EPS expandiertes Schaumpolystyrol, Mineralwolle, Holzfaserdämmplatten).

Der rosa Perimeter-Dämmstoff wird bis mindestens 50 cm über die Oberkante Erdreich geführt - Spritzschutz. - Das Anbringen der Dämmplatten in noch nicht getrocknete Abdichtungen ist zu vermeiden.
#Nachträgliche Perimeterdämmung oder Innendämmung?
- Eine Außendämmung der Kelleraußenwand hat den Vorteil gegenüber einer Innendämmung, dass Wärmebrücken im Bereich der Auflager der untersten Geschossdecke weitgehend vermieden werden können. Allerdings ist der Aufwand bei einer Modernisierung wegen der erforderlichen Schachtarbeiten beträchtlich.
- Ob die Dämmung besser von innen oder von außen zu montieren ist, hängt von der Nutzungsart der Räume ab. Räume mit eher seltener Nutzung und Räume mit raschem Behaglichkeitsbedarf können zweckmäßig von innen gedämmt werden. Eine zusätzliche Innendämmung (temporär genutzte Räume mit rascher Aufheizung) bei bereits vorhandener Außendämmung nicht schädlich, wenn die Innendämmung sauber ausgeführt ist.
- Wenn von Kelleraußenwänden gesprochen wird, ist zu beachten: Auch eine Kellertrennwand wird praktisch zur Außenwand, wenn der dahinter befindliche Raum nicht beheizt wird. Wenn sich z. B. hinter einem beheizten Arbeitsraum im Keller das Lager für Eingewecktes befindet, ist auch die Wand zum Lager zu dämmen.
ausführlich in energytools.de: Dämmung von innen
Der Zeitpunkt einer nachträgliche Dämmung der Kelleraußenwände ist gekommen, wenn
- die vertikale und/oder die horizontale Sperrschicht der Kelleraußenwände erneuert werden muss,
- eine Drainage oder direkt am Haus verlaufende Grundleitungen eingebaut oder erneuert werden,
- eine massive Außentreppe bzw. die äußere Kellertreppe neu gestellt wird.
Ist die Entscheidung für eine Perimeterdämmung gefallen, muss gegraben werden. Nachdem ggf. Putze erneuert und egalisiert sind, wird die vertikale Sperrschicht erneuert. Darauf wird der Perimeter-Dämmstoff z. B. mit einem bitumenhaltigen Klebemörtel angebracht.

- Wird der Keller unabhängig von Dämmschichten nicht beheizt, sollte die untere Geschossdecke (Kellerdecke) untersucht und dort die Wärmedämmung ggf. verbessert werden:
ausführlich in energytools.de Wärmegedämmte unterste Geschossdecke).
#Geeignete Dämmstoffe für die Außendämmung der Kelleraußenwand
Für Perimeterdämmungen sind speziell zugelassene Schaumkunststoffe im Handel, wie extrudiertes [Schaumpolystyrol XPS](/hausbau-und-erneuerung/bau-und-daemmstoffe/plattenartige-daemmstoffe/xps-hartschaum-daemmplatten, ausführliche Dämmstoffbeschreibung hier) oder Glasschaum-Dämmplatten. Geeignetes XPS ist häufig eingefärbt (grün, rosa, blau). Es gibt auch zugelassene EPS-Dämmstoffe mit Perimeterzulassung, die weiß aussehen. Mit verringerter Dämmwirkung, aber guter Entwässerungsleistung eignet sich auch Schaumglasschotter. Bei allen zugelassenen Materialien handelt es sich um geschlossenzellige, aufgeschäumte Materialien, die nur extrem wenig Wasser aufnehmen.

Die Materialien müssen weiteren Anforderungen standhalten, wie
- dem Erddruck, der durch Verkehrslasten erhöht sein kann,
- der Feuchtigkeit durch Sicker-, Stau- oder Grundwasser,
- der Beständigkeit gegen die im Erdreich wirkenden Huminsäuren und
- dem Frost-Tau-Wechsel bis ca. 80 cm in der Tiefe.
Achtung: Die Platten für eine Perimeterdämmung dürfen nicht mit ähnlich aussehenden Drainage- oder Schutzplatten verwechselt werden. Deren Aufgabe besteht in der Ableitung von Wasser in die Drainageschicht („Drainageplatten") bzw. im Schutz der Vertikalsperrung (z. B. gegen Steindruck).
#Materialkosten
Bei einer nachträglichen äußeren Wärmedämmung der Kellerwand mit XPS (Styrodur) muss bei einer Dämmstoffstärke von 100 mm mit Kosten von etwa 20 € pro m² für das Material gerechnet werden. Dazu kommen die Kosten für den Kleber und eine Bitumendickbeschichtung für die vertikale Sperrschicht. Die Kosten für den Aushub muss ebenfalls berücksichtigt werden.
#Kelleraußentemperatur im Wärmebild

Eine auf dem Wärmebild sichtbar erhöhte Temperatur der Kelleraußenwand kann verschiedene Ursachen auch ohne aktive Beheizung haben. Als Ursache kommt z. B. eine Heizungsanlage infrage, die sich in den Kellerräumen auf der thermografierten Hausseite befindet. Ebenfalls problematisch: Das Thermogramm entsteht an einem frostigen Abend, obwohl die Tagesmitteltemperaturen der Tage zuvor recht hoch waren. Auch in diesem Fall wird eine Kellerwand wegen ihrer eventuell aufgeheizten Baumasse verdächtig erscheinen. Eine weitere Situation: Das Gebäude hat ein Wärmedämmverbundsystem, das aber nicht über die unterste Geschossdecke bis ins Erdreich verlegt wurde, wie es im Wärmebild oben sichtbar wird.
| Abbildung | Auswertung |
|---|---|
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Gut gedämmtes Fertigteilhaus mit schwacher Dämmung der Kellerwand 1 |
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Treppenanlage vor schwach gedämmter Kellerwand |
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Hier ist eine Wärmedämmung der Außenwand vom Keller bis zur Traufkante empfehlenswert |
Zweifellos sind Thermogramme des Erdgeschosses mit Keller hilfreich. Es ist bei der Interpretation von Wärmebildern jedoch zu berücksichtigen, dass Kellerwände bei traditionellem Wandaufbau über dem Erdreich nahezu immer erhöhte Temperaturen anzeigen. Also Vorsicht und lassen Sie sich nichts einreden: Meist kann aus den Wärmebildern nicht abschließend die Notwendigkeit zur Wärmedämmung der Kelleraußenwand abgeleitet werden.
#Innendämmung der Kelleraußenwand
Eine Innendämmung der Kelleraußenwände kommt infrage, wenn Räume eine rasche Aufheizung benötigen. Die Ausführung und die verwendeten Materialien unterscheiden sich nicht von einer Innendämmung sonstiger Außenwände. Elementare Voraussetzung ist auch hier, dass die zu dämmende Wand trocken ist und für eine absehbare Zeit auch trocken bleibt. Es sollte also sicher sein, dass sowohl horizontale als auch vertikale Sperrschichten intakt sind. Ist dies nicht der Fall oder hat man begründete Zweifel, sollte eine Innendämmung nicht vor der Erneuerung der Sperrschichten in Angriff genommen werden.

ausführlich in energytools.de: Innendämmung
Innendämmungen weisen immer ein gewisses Restrisiko infolge bestimmter Ausführungsmängel auf und meist bleiben einige Wärmebrücken. Ich empfehle daher bei Nutzungen, die zu einer hohen Raumluftfeuchte führen (Sauna, Dusche, Wellness), eine zusätzliche, automatisch geregelte Lüftungsmöglichkeit vorzusehen. Als Führungsgröße kann die Luftfeuchtigkeit dienen, sodass beim Überschreiten eines kritischen Wertes die Abluftanlage in Betrieb geht. Sie sollte dann so lange arbeiten, bis die Luftfeuchtigkeit auf ein Normalmaß von etwa 55 % zurückgegangen ist. Achten Sie darauf, dass die Frischluft von außen angesaugt wird und nicht über andere Kellerräume oder das Wohnhaus in die betreffenden Räume gelangt. Dazu besteht die Möglichkeit, Ventile in Fensterrahmen oder die Außenwand einzubauen.
Hinweise zu Abluftanlagen finden Sie im Abschnitt Raumklima und frische Luft.
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