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Wärmebilder von Verglasungen

Wärmebilder von Verglasungen lassen eine eindeutige Interpretation auf wärmetechnische Eigenschaften der Gläser nicht zu.

1: Wärmeabstrahlung vom gegenüberliegenden Gebäude vor klarem Nachthimmel
1: Wärmeabstrahlung vom gegenüberliegenden Gebäude vor klarem Nachthimmel

Eine eindeutige Interpretation von Wärmebildern (Thermogramme), die Verglasungen zeigen, ist nicht möglich, sofern wesentliche Randbedingungen nicht bekannt sind. Daher sind Aussagen zu U-Werten nur als Schätzungen und im Vergleich mit anderen Bauteilen mit einem breiten Unsicherheitsbereich zu betrachten. Zu den in der Praxis meist unbekannten Randbedingungen gehören:

Im Glas des Fensters spiegelt sich das gegenüberliegende Gebäude
Im Glas des Fensters spiegelt sich das gegenüberliegende Gebäude
  • die zum Zeitpunkt der Aufnahme (Außenthermografie) tatsächlich vorhandenen Innentemperaturen in den Räumen hinter der Verglasung;
  • das Auftreffen von zusätzlichen Strahlungen aus Heizquellen, z. B. von Kachel- oder Kaminöfen (Erhöhung der inneren Oberflächentemperatur);
  • das Auftreten von starken Konvektionsströmungen von einem unterhalb des Fensters angebrachten Heizkörper (Erhöhung der inneren Oberflächentemperatur, insbesondere bei geschlossenen Gardinen);
  • außerhalb des Gebäudes können von unterhalb der betrachteten Verglasung liegenden Wärmequellen (andere Fenster, Türen, Abluftöffnungen etc.) Konvektionsströmungen auftreten, was zur Erhöhung der äußeren Oberflächentemperatur der Verglasung führen kann;
  • eine erhöhte äußere Oberflächentemperatur durch erst kurz vor der Thermografie hochgezogene Rollläden (Verfälschung der U-Werte bis zum 2-Fachen);
  • das Auftreten von Strahlungsreflexionen von gegenüberliegenden Gebäuden bzw. Gebäudeteilen (siehe Bild oben);
  • das Auftreten von Strahlungsreflexionen gegenüber dem kalten Nachthimmel infolge ungünstigen Aufnahmewinkels (Absenkung der äußeren Oberflächentemperatur).
Von schräg unten thermografiert zeigt sich bei schwach gedämmten Rahmen im Glas der kalte Nachthimmel
Von schräg unten thermografiert zeigt sich bei schwach gedämmten Rahmen im Glas der kalte Nachthimmel

Quantitative oder qualitative Parameter der Wärmebilder von Verglasungen (mit nicht eindeutigen Randbedingungen) dürfen im Rahmen von gutachterlichen Stellungnahmen daher nicht abgeleitet werden. Aufnahmen dieser Art dienen lediglich der vergleichenden Betrachtung mit anderen Bauteilen. Sie geben Hinweise auf mögliche Schwächen bzw. Bereiche, denen man in einer qualifizierten Energieberatung nachgehen sollte.

2: Luftundichtheit, 1: Reflexion von warmen Gebäuden und kaltem Himmel
2: Luftundichtheit, 1: Reflexion von warmen Gebäuden und kaltem Himmel

Bezüglich der U-Werte sollten die Herstellerangaben herangezogen werden, die in einigen Fällen im Abstandsprofil aufgedruckt sind. Ansonsten gelten die Zertifikate des Herstellers und die Aussagen in den Rechnungen der Handwerker. Die U-Werte der Produkte sind im Übrigen dem Bundesanzeiger zu entnehmen, zu deren Veröffentlichung die Hersteller verpflichtet sind. Eine aufwändige Bestimmung des korrekten U-Wertes von Verglasungen ist möglich, aber im zeitlichen Rahmen von Energieberatungen nicht zu leisten.

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| Autor: now

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