Innendämmung: Aufbau, Dämmstoffe, Stärke

Aufbau, geeignete Dämmstoffe, sinnvolle Stärke, Umrechnung verschiedener Dämmstoffdicken, Alternativen bei Verringerung der Stärke des Dämmstoffes

#Prinzipieller Aufbau der Innendämmung

Innendämmung einer Außenwand mit 24 cm Dicke
Innendämmung einer Außenwand mit 24 cm Dicke

Der prinzipielle Aufbau der Wärmedämmung von innen ist immer gleich. Er ist unabhängig von der gegebenen Wandkonstruktion und vom gewählten Dämmstoff. Die wärmedämmende Wirkung wird erreicht durch das möglichst nahe, lückenlose und hinterlüftungsfreie Aufbringen von ausreichend starkem Wärmedämmmaterial auf der Innenseite der Außenwand. Vom verwendeten Dämmstoff und der Einbausituation abhängig ist, ob eine Dampfbremse benötigt wird.

#Welche Dämmstoffe sind für die Innendämmung geeignet?

Innen gedämmter Raum im Obergeschoss
Innen gedämmter Raum im Obergeschoss

Es lassen sich für die Innendämmung alle verfügbaren Dämmstoffe einsetzen. Allerdings eignen sich nicht alle Dämmstoffe in allen denkbaren Systemen (mit und ohne feuchtevariabler Dampfbremse). Das Preis-Leistungs-Verhältnis spricht für sogenannte Verbundplatten aus Gipskarton mit angeklebter Dämmung aus Schaumpolystyrol EPS ohne Dampfbremse. Dieses Material wird hervorgehoben, weil es auch in den meisten Baumärkten gekauft werden kann. Dort allerdings meist nur in der Dämmstoff-Stärke von 3–4 cm.

ausführlich in energytools.de Gipskarton-Polystyrol-Verbundplatten

Für die Innendämmung geeignete Dämmstoffe Wärmeleitfähigkeit in W/mK Brandschutz
alle Arten von Schaumpolystyrolplatten EPS 0,032 - 0,040 B1
alle Arten von Styrodurplatten XPS 0,030 - 0,040 B1
alle Arten von Mineralfasermatten, ausgenommen alu-kaschierte Matten 0,035 - 0,040 A1, A2
Schaumglas 0,040 - 0,060 A1
Polyurethanschaumplatten 0,026 - 0,040 B1, B2
Gipskarton-EPS-Verbundplatten 0,032 für Styropor B1
alle Arten von Holzfaserdämmplatten 0,040 - 0,050 B1, B2
Zellulosedämmstoff, Holzfaserdämmstoff zum Einblasen 0,040 - 0,050 B1, B2
Korkplatten bzw. Korkschrot als Schüttung 0,045 - 0,055 B2
Hanf, Flachs, Baumwolle (Matten) 0,040 B1
Mineralschaum (gemauert) 0,045 - 0,050 A1
Kalzium-Silikatplatten 0,065 A1
Schafwolle (Matten) 0,040 - 0,045 B1
Material für eine Innendämmung: Gipskarton-Schaumpolystyrol-Verbundplatten
Material für eine Innendämmung: Gipskarton-Schaumpolystyrol-Verbundplatten
  • Nähere Informationen zu den geeigneten Dämmstoffen finden Sie ausführlich in energytools.de: Bau- und Dämmstoffe
  • Kalzium-Silikat-Platten besitzen eine Wärmeleitfähigkeit von λ = 0,065 W/mK. Man erreicht einen U-Wert von 0,35 W/m²K nur mit einer Dämmstoffstärke von 15 cm auf einer 24 cm starken Ziegelwand. Die Kosten sind vergleichsweise hoch.
  • Meist wird Dämmstoff aus der Wärmeleitfähigkeitsgruppe 035 bis 040 eingesetzt. Dämmstoffe mit der Wärmeleitfähigkeit 0,035 W/mK dämmen bei gleicher Dämmstoffstärke um etwa 10 % besser als Dämmstoffe, die eine Wärmeleitfähigkeit von 0,04 W/mK aufweisen. Andererseits muss man bei Dämmstoffen mit der Wärmeleitfähigkeit 0,045 W/mK oder 0,050 W/mK 10 % bis 20 % mehr einplanen, um die gleiche Wärmedämmwirkung (U-Wert) zu erzielen.
U-Wert
Der U-Wert oder Wärmedurchgangskoeffizient ist ein Maß für die Güte der Wärmedämmung eines Bauteils. Der Wert gibt an, wie viel Wärme bei einem Temperaturunterschied von einem Kelvin pro Zeiteinheit und pro m² eines Bauteils von der wärmeren zur kälteren Seite transportiert wird. Der Wert wird angegeben in W/m²K (Watt pro m² und Kelvin). Der U-Wert ist eine neue Bezeichnung für den früheren k-Wert. Je kleiner der Wert ist, umso besser ist die wärmedämmende Wirkung.

#Wie stark sollte die Dämmschicht sein?

  • Das gültige Gebäudeenergiegesetz legt keine Dämmstoffstärke oder einen einzuhaltenden U-Wert der Außenwände bei Anbringung einer Innendämmung fest.
  • Unserer Meinung nach sollte die Dämmstoffstärke auf Außenwänden aber 6 cm bis 8 cm nicht unterschreiten.
  • Stärkere Dämmstoffschichten sind in der Regel nicht sinnvoll, da eine nennenswerte Verbesserung der Dämmleistung wegen der Vielzahl von Wärmebrücken durch eingebundene Innenwände und Geschossdecken nicht eintritt.
  • Gegenüber dem Ausgangszustand, z. B. einer 36 cm starken Ziegelwand aus den 1960er-Jahren, wird damit etwa eine Halbierung des von Außenwänden verursachten Wärmeverlustes erreicht. Mehr als 8 cm sind möglich, wenn eine Schlagregenbeanspruchung, die zur Mauerwerksdurchfeuchtung von außen führt, sicher ausgeschlossen ist. Weniger als etwa 3 cm dürfen es sein, wenn Abstände es nicht anders zulassen. Ich empfehle in diesem Fall, auf einen Dämmstoff mit besonders hoher Dämmwirkung (Wärmeleitfähigkeitsgruppe < 026 W/mK, z. B. PU-Schaum) auszuweichen. Eine Thermotapete reicht allerdings nicht. Diese Maßnahme hat ein schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis, die wärmedämmende Wirkung ist unzureichend.
Energieverluste bei verschiedenen Dämmstoffstärken
Energieverluste bei verschiedenen Dämmstoffstärken, Abb.: IWU

Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten ist aus heutiger Sicht eine Dämmstoffstärke von etwa 8 cm anzustreben. Geringere Dämmstoffstärken als 8 cm sollten jedoch nicht generell ausgeschlossen werden. In bestimmten Fällen können

  • die Verringerung der Raumgröße,
  • bestimmte konstruktive Besonderheiten oder
  • bauphysikalische Aspekte

auch für eine Innendämmung mit lediglich 3 cm bis 4 cm Stärke sprechen. Meist wird man z. B. bei einer Innendämmung in den Laibungen der Fenster und Türen 8 cm nicht anbringen können. Dann sollte in jedem Fall ein Dämmstoff aus der Wärmeleitfähigkeitsgruppe 032 (graues Schaumpolystyrol), besser noch 026 (PU-Schaum) zur Anwendung kommen. Bevor gar nicht gedämmt wird, ist es immer möglich, mit weniger Schichtdicke zu dämmen.

Zu Fragen bauphysikalischer Eigenschaften verschiedener Dämmstoffe und ihrer Einordnung in Wärmeleitfähigkeitsgruppen lesen Sie:

ausführlich in energytools.de: Aufgaben der Wärmedämmung

#Umrechnung der erforderlichen Dämmstoffdicke unterschiedlicher Dämmstoffe

Benutzen Sie den Dämmschichtdicken-Rechner hier auf energytools.de oder verwenden Sie folgende vereinfachte Faustformel zur Ermittlung des ungefähren U-Wertes oder zur Umrechnung:

Dividieren Sie die Wärmeleitfähigkeit des Materials (in W/mK) durch seine Schichtdicke (in Meter),

  • also z. B. 4 cm starkes Material mit der Wärmeleitfähigkeit 0,04 W/mK
  • --> 0,040 W/mK dividiert durch 0,04 m = 1 W/m²K (U-Wert)
  • bei 8 cm starkem Material
  • --> 0,040 W/mK dividiert durch 0,08 m = 0,5 W/m²K (U-Wert)

Sie erhalten damit den ungefähren U-Wert der Konstruktion. Bei vergleichender Betrachtung verschiedener Dämmstoffe geht man von dem zu erzielenden U-Wert aus. Je kleiner der U-Wert, desto besser ist die Wärmedämmung. Je geringer die Wärmeleitfähigkeit, umso größer ist bei gleicher Schichtdicke die wärmedämmende Wirkung.

Innendämmung mit Holzfaserdämmplatten, Abb. Unger Diffutherm
Innendämmung mit Holzfaserdämmplatten, Abb. Unger Diffutherm

Beispiel: Statt Mineralwolle der Wärmeleitfähigkeit 0,035 W/mK mit 6 cm Dicke soll eine Holzfaserdämmplatte der Wärmeleitfähigkeit 0,050 W/mK eingesetzt werden. Wie stark muss diese sein? Lösung für Mineralwolle: 0,035 W/mK dividiert durch 0,06 m = 0,58 W/m²K (U-Wert) 0,05 / 0,58 = 0,086 m. Es muss eine Holzfaserdämmplatte mit einer Dämmstoffstärke von rund 9 cm (Wärmeleitfähigkeit 0,050 W/mK) eingebaut werden, um die gleiche Wärmedämmwirkung einer 6 cm starken Mineralwolle (Wärmeleitfähigkeit 0,035 W/mK) zu erzielen.

Die Brandschutzklasse spielt bei Innendämmungen im Ein- oder Zweifamilienhaus keine Rolle. Sie ist jedoch zu beachten, wenn sich die zu dämmenden Räume in einem Mehrfamilienhaus befinden. Hier gilt, dass Dämmstoffe mindestens der Klasse B1 (schwerentflammbar) entsprechen müssen.

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| Autor: now

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