Plattenartige Dämmstoffe

Plattenartige Dämmstoffe benötigen keine besondere Hilfskonstruktion bei leicht zugänglichen Dämmaufgaben.

Holzfaserdämmplatten (6 cm) als Unterdach (etwa 8 Wochen regendicht ohne Dachziegel)

Es kann vor allem der Wärmeschutz, teilweise auch der Schallschutz, von folgenden Konstruktionen verbessert werden:

  • Außenwände mit Dämmung (Wärmedämmverbundsystem WDVS),
  • Außenwände mit Dämmung plus hinterlüftete Fassade,
  • Aufdach- bzw. Unterdachdämmungen
  • Perimeterdämmungen (Dämmung im Erdreich, spezielle Zulassung),
  • Innendämmungen an Außenwänden,
  • nicht begehbare und begehbare oberste Geschossdecken,
  • unterste Geschoss(Keller)decken,
  • schwimmende Estriche,
  • Abseitenwandbereiche (zwischen Drempel und Traufe)

Der Schallschutz verbessert sich mit einigen plattenartigen Dämmstoffen in bestimmten Konstruktionen nicht.

Das besondere Merkmal eines plattenartigen Dämmstoffes ist seine Steifigkeit und Druckbelastbarkeit. Holzfaserdämmplatten oder bestimmte Styroporplatten können auf die oberste Geschossdecke oder unter dem Estrich verlegt werden, ohne dass eine zusätzliche lastabtragende Konstruktion erforderlich wird. Ganze Häuser werden auf Styrodur- oder Schaumglasplatten gestellt.

Plattenartige Dämmstoffe können überall dort wirtschaftlich eingesetzt werden, wo es sich um die Dämmung ebener Wände, Decken, Dächflächen, Estriche, Bodenplatten usw. handelt. Muss dagegen in sehr winkligen Konstruktion viel gemessen, angepasst und in Zwischenräume verlegt werden, ist die Wahl eines Systems mit mattenartigem Dämmstoff und etwas Stopfwolle in der Regel günstiger.

Auswahl von plattenartigen Dämmstoffen

Wie bei allen Dämmstoffen, ist ein wichtiges Auswahlkriterium plattenartiger Dämmstoffe die Wärmeleitfähigkeit. Sie sollte möglichst gering sein, um eine hohe Dämmwirkung zu erzielen. Für plattenartige Dämmstoffe orientiert man sich an der Wärmeleitfähigkeitsgruppe WLG, die im günstigsten Fall bei ca. 0,032 W/mK liegt.

Besitzt ein Dämmstoff eine hohe Wärmekapazität, kann der Dämmstoff eine vergleichsweise große Wärmemenge speichern. Dies führt zu einem langsameren Temperaturanstieg in gedämmten Konstruktionen, was im Sommerhalbjahr z.B. die Aufheizgeschwindigkeit von Dachgeschossen reduziert. Verbunden mit einer aktiven nächtlichen Kühlung kann somit ein gleichmäßigeres Raumklima erzielt werden. Die Auswahl eines Dämmstoffes mit hoher Wärmekapazität muss unter Berücksichtigung der tatsächliche Einbaudichte (kg/m³) erfolgen.

Eine weitere wichtige Eigenschaft von Dämmstoffen ist deren Widerstand gegen durchtretenden Wasserdampf. Die Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl my sollte so niedrig wie möglich sein. Kleinere Werte lassen diffusionsoffene Konstruktionen zu. Für plattenartige Dämmstoffe liegt dieser Wert in einem weiten Bereich von 1 bis 200.

Für Bauteile, bei denen der Brandschutz eine Rolle spielt, ist zusätzlich das Brandverhalten des Dämmstoffs zu beachten. In Deutschland einsetzbare Baustoffe klassifiziert man in nicht brennbare (A) sowie in brennbare (B), bei den brennbaren zusätzlich in schwer- oder normalentflammbare Stoffe. Die Unterteilung erfolgt in die Klassen A1, A2, B1, B2 und B3. Die brandschutztechnischen Anforderungen an Bauteile sind in den Landesbauordnungen bestimmt. Hier sind einzuhaltende Werte für bestimmte Gebäudeklassen beschrieben, die sich nach der Höhe und nach der Fläche des Gebäudes unterscheiden. Für Ein- und Zweifamilienhäuser gelten in der Regel keine Einschränkungen bezüglich einsetzbarer Materialien.

Auf der Baustelle

Der luftundurchlässige Einbau von plattenartigen Dämmstoffen ist auf der Baustelle von besonderer Bedeutung, vor allem, wenn es sich um eine wärmedämmende Konstruktion handelt. Eine luftundurchlässige, aber diffusionsoffene Schicht muss sichern, dass keine warme Raumluft (weil feucht) in den Dämmstoff einströmen kann. Das können die Dämmstoffe bzw. die Konstruktion selbst übernommen oder durch eine spezielle luftdichtende Schicht erreicht werden. Auf der kalten Seite muss gesichert sein, dass der Dämmstoff nicht mit Außenluft durchströmt werden kann (Stichwort Winddichtheit).

Bei der Verarbeitung können je nach Material Stäube oder Fasern freigesetzt werden, deren Gefahren durch die Anwendung von Atemschutzmasken abgewendet werden sollten.

Im Idealfall wird die Konstruktion nach dem Verlegen mittels Thermografiekamera auf Lückenlosigkeit der eingebrachten Dämmstoffe untersucht. Eine Luftdichtheitsmessung (blower door) bringt Sicherheit über die Funktionsfähigkeit der Luftdichtheitsebene.