Einblasfähige Dämmsteine

Einblasfähige Dämmstoffe können in zugängliche Hohlräume verfüllt werden, so dass Verschnitt vermieden und Lückenlosigkeit gesichert wird

Einblasen von Holzfasern in eine Zwischensparrendämmung

Der Zweck des Einblasens ist die Verbesserung der Wärmedämmung und/oder des Schallschutzes von

  • bereits gedämmten oder ungedämmten senkrechtem Hohlwandmauerwerk,
  • Holzbalken-Decken bzw. Fußböden,
  • Dachschrägen zwischen den Sparren bei ausgebauten Dächern,
  • nicht begehbaren obersten Geschossdecken unterhalb von Flachdächern,
  • Abseitenwandbereichen,
  • senkrechten Schächten für Installationen,
  • horizontal verlaufenden Installationskanälen.

Dazu wird ein einblasfähiger Dämmstoff in einer Einblasmaschine aufbereit, mit Hilfe von Schläuchen an den Hohlraum herangeführt und über Düsen in die Hohlräume mit Druck eingeblasen.

Freies Aufblasen von Zellulosefasern

Eine Sonderform des Einblasens stellt das freie Aufblasen dar. Hierbei wird z.B. auf eine oberste, nicht begehbare Geschossdecke Dämmstoff locker aufgeblasen. Zur Vermeidung von Staub und zwecks oberflächlicher Verfestigung kann die Oberfläche je nach Dämmmaterial mit Wasser oder Kleber besprüht werden.

Überall dort, wo es sich um trockene Bereiche, Wände, Holzkonstruktionen etc. handelt, wird das Einblasen von für die Verwendung geeigneten Dämmstoffe kein Risiko darstellen. Bestimmte Bereiche, wie z.B. die Außenwand mit Hohlwandmauerwerk, sollten vor einer Entscheidung sorgfältig auf bereits vorhandene Feuchtigkeitsbelastungen untersucht werden. Im Idealfall untersucht ein unabhängiger Fachmanne mittels Endoskopie den Hohlraum.

#Auswahl von einblasfähigen Dämmstoffen

Ein wichtiges Auswahlkriterium einblasfähiger Dämmstoffe ist die Wärmeleitfähigkeit. Sie sollte möglichst gering sein. Für einblasfähige Dämmstoffe orientiert man sich an der Wärmeleitfähigkeitsgruppe WLG, die im Bereich 031 bis 045 liegen sollte.

Besitzt ein Dämmstoff eine hohe Wärmekapazität, kann der Dämmstoff ein vergleichsweise große Wärmemenge speichern. Dies führt zu einem langsameren Temperaturanstieg, was insbesondere im Sommerhalbjahr die Aufheizgeschwindigkeit, z.B. von Dachgeschossen, reduziert. Verbunden mit einer aktiven nächtlichen Kühlung der Räume kann so ein gleichmäßigeres Raumklima erzielt werden.

Eine weitere wichtige Eigenschaft von einblasfähigen Dämmstoffen ist deren Widerstand gegen durchtretenden Wasserdampf. Die Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl m sollte so niedrig wie möglich sein. Kleinere Werte lassen diffusionsoffene Konstruktionen zu. Für einblasfähige Dämmstoffe liegt dieser Wert überwiegend im Bereich von 1 bis 10.

Die Widerstandsfähigkeit gegen Wasser bestimmt, ob der Dämmstoff für die Wärmedämmung von Hohlwandmauerwerk geeignet ist oder nicht.

Für Bauteile, bei denen der Brandschutz eine Rolle spielt, ist zusätzlich das Brandverhalten des Dämmstoffs zu beachten. In Deutschland einsetzbare Baustoffe klassifiziert man in nicht brennbare (A) sowie in brennbare (B), bei den brennbaren zusätzlich in schwer- oder normalentflammbare Stoffe. Die Unterteilung erfolgt in die Klassen A1, A2, B1, B2 und B3. Die brandschutztechnischen Anforderungen an Bauteile sind in den Landesbauordnungen bestimmt. Hier sind einzuhaltende Werte für bestimmte Gebäudeklassen beschrieben, die sich nach der Höhe und nach der Fläche des Gebäudes unterscheiden. Für Ein- und Zweifamilienhäuser gelten in der Regel keine Einschränkungen bezüglich einsetzbarer Materialien.

#Auf der Baustelle

Die Einhaltung einer in der Zulassung des Dämmstoffes festgelegten Einblasrohdichte ist auf der Baustelle von Bedeutung. Es ist daher angebracht, nur entsprechend geschulte und zertifizierte Fachbetriebe mit dem Einblasen zu beauftragen. Mit der Einblasrohdichte wird die wärmedämmende Wirkung (U-Wert), die Setzung des Dämmstoffes, der Schallschutz als auch das thermische Beharrungsvermögen beeinflusst.

Einblasfähige Dämmstoffe benötigen, wenn nicht frei aufgeblasen wird, eine winddichte Schalung. Es müssen also Maßnahmen ergriffen werden, die eine Verwirbelung oder Austragung des Dämmstoffes durch Windeinfluss bzw. Luftdurchtritt vermeiden.

Bei der Verarbeitung können je nach Material Stäube oder Fasern freigesetzt werden, die jedoch überwiegend im winddichten Hohlraum verbleiben.

Im Idealfall wird die Konstruktion nach dem Einblasen mittels Thermografiekamera auf Lückenlosigkeit der eingeblasenen Dämmstoffe untersucht.

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