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Wärmegedämmte Bodenplatte oder Keller?

Übersicht wärmegedämmte Keller und Bodenplatten, Aufbau, Nachteile ungedämmter Bauteile, Zweck, Nutzung, Planung der Dämmung

#Übersicht

Dämmung unter und seitlich der Bodenplatte (grünlich)
Dämmung unter und seitlich der Bodenplatte (grünlich)
  • Bodenplatten, Streifenfundamente und Kelleraußenwände haben den Zweck, die Gebäudelasten auf eine große Fläche des Erdreiches zu verteilen sowie diese – auch Gründung genannten – Bauteile frostfrei auszuführen. Sind sie gegenüber dem Erdreich gut wärmegedämmt, werden Wärmebrücken vermieden und Wärmeverluste reduziert.
  • Gedämmte Bodenplatten bzw. Keller bilden die Basis für energieeffiziente Gebäude. Für Passivhäuser ist die Dämmung zum Erdreich Voraussetzung für das Erreichen des Standards.
  • Die Wärmedämmung im Erdreich verlangt wasser- und erdsäurefeste, geschlossenzellige Dämmstoffe, wie z. B. extrudierten Polystyrolschaum (XPS), die für diese Anwendungen zugelassen sein müssen.

#Aufbau einer wärmegedämmten Bodenplatte

Die verlorene Schalung für die Bodenplatte eines Wohnhauses wird gestellt
Die verlorene Schalung für die Bodenplatte eines Wohnhauses wird gestellt
Die Bodenplatte ist von unten und von der Seite - verlorene Schalung grün - gedämmt; Abb. Isolohr
Die Bodenplatte ist von unten und von der Seite (verlorene Schalung grün) gedämmt.; Abb. Isolohr

Während Kellerwände überwiegend nur von außen gedämmt werden, erhalten wärmegedämmte Bodenplatten ohne und mit Keller eine Dämmung von unten und an den Stirnseiten. Dazu wird eine verlorene Schalung für die Bodenplatte aus Dämmstoffen errichtet. Einzelne vorgefertigte winklige Elemente werden nach Plan der Bodenplatte auf einer kapillarbrechenden Schicht aufgelegt und miteinander verklebt.

Die folgende Schnittzeichnung zeigt den prinzipiellen Aufbau. Bei dieser Lösung entsteht eine lückenlose Wärmedämmschicht der Bodenplatte, die in die gleich starke Außenwandwärmedämmung übergehen kann. Die Stirnseiten der Bodenplatte aus Stahlbeton sind komplett wärmegedämmt.

#Nachteile ungedämmter Bodenplatten

Fertig betonierte und ausgeschalte Bodenplatte konventioneller Art ohne Dämmung
Fertig betonierte und ausgeschalte Bodenplatte konventioneller Art ohne Dämmung

Bodenplatten stellen wie Keller einen Außenkontakt des Gebäudes zur Umgebung – in diesem Fall zum Erdreich – dar. Deshalb ist die Frage, inwieweit Bodenplatten die Energiebilanz und Behaglichkeitswerte eines Gebäudes beeinflussen, von Bedeutung.

Nach unten und zur Seite ungedämmte Bodenplatten konventioneller Bauart zeigen wärmetechnische und konstruktionsbedingte Mängel. Da die Außenwand direkt auf der ungedämmten Bodenplatte aufsitzt, kommt es bei monolithischen Wänden immer zu einem mehr oder weniger deutlichen Wärmeverlust am Fußpunkt der Außenwände.

Wärmebild Auswertung
Schwache Wärmedämmung einer konventionellen Bodenplatte Schwache Wärmedämmung einer konventionellen Bodenplatte eines Gebäudes mit Fußbodenheizung; Außenwandwärmedämmung ist in Ordnung, aber nicht bis ins Erdreich geführt; Fensterrahmen schwach
Schwache Wärmedämmung einer konventionellen Bodenplatte Schwache Wärmedämmung der Bodenplatte; Außenwandwärmedämmung ist in Ordnung, aber nicht bis ins Erdreich geführt; Fensterrahmen in Ordnung
Schwache Wärmedämmung einer konventionellen Bodenplatte Schwache Wärmedämmung der Bodenplatte eines ansonsten gut gedämmten Wohngebäudes; Außenwandwärmedämmung ist in Ordnung, aber nicht bis ins Erdreich geführt; unbeheiztes Obergeschoss

Nahezu alle ohne Keller errichteten Gebäude, die ich thermografiert oder deren Wärmebilder ich ausgewertet habe, wiesen wärmetechnische Schwächen im Bereich der Bodenplatte auf.

  • Besonders schwerwiegende Verluste waren bei Häusern mit Fußbodenheizung zu beobachten. Dort kommt es zu einem horizontalen Wärmestrom aus dem warmen Heizestrich in Richtung Außenwand (nur dünner Randdämmstreifen) und zu einem vertikalen Wärmestrom (oft schwache und nachlässige Dämmung) nach unten in die Bodenplatte.
Einbau von Dämmung, um die Wärmebrücke von der ungedämmten Bodenplatte zu kompensieren
Einbau von Dämmung, um die Wärmebrücke von der ungedämmten Bodenplatte zu kompensieren
  • In Gebäuden, die monolithisch aufgebaut sind, kommt es am Fußpunkt der Wände zu einer Wärmebrücke, da die Steine, z. B. Hochlochziegel, auf einer stahlarmierten Betonplatte stehen.

Um den Mangel zu beseitigen, kann eine nachträgliche Dämmung (Frostschürze) von außen, am günstigsten bis mindestens etwa 50 cm unter die Oberkante der Bodenplatte (also bis ins Erdreich), ausgeführt werden.

Eine bessere Lösung stellen von unten und von den Seiten gedämmte Bodenplatten dar.

#Aufbau eines wärmegedämmten Kellers

Gedämmte Kelleraußenwände im Neubau mit Styroporschalsteinen
Gedämmte Kelleraußenwände im Neubau mit Styroporschalsteinen

Wird der Keller bewohnt, ist wegen der Dauerhaftigkeit der Heizaufgabe im Winter eine Dämmung von außen zu empfehlen. Das gilt auch für häufig benutzte Büroräume, Werkstatträume u. Ä. Werden Räume nur temporär genutzt (Gästezimmer, selten benutzte Hobbyräume u. Ä.), ist eine Innendämmung vorzuziehen, da die Räume schnell auf behagliche Temperaturen hochgeheizt werden können.

Neubau-Dämmung der Kelleraußenwand - grüner Dämmstoff - als Perimeterdämmung
Neubau-Dämmung der Kelleraußenwand - grüner Dämmstoff - als Perimeterdämmung

Besteht ein Keller bereits, stellt sich die Frage, ob eine über die Bevorratung hinausgehende Nutzung gewünscht und möglich ist, und wenn ja, welche Voraussetzungen dafür gegeben sein müssen.

ausführlich in energytools.de Nachträgliche Dämmung der Kelleraußenwand

#Nachteile ungedämmter Kellerwände

Problem fehlende Sockeldämmung

Kellerseitig, aber auch knapp oberhalb der Kellerdecke im Wohnbereich, kann es bei schwacher Dämmung der Kelleraußenwände zu niedrigen Oberflächentemperaturen kommen, die eine Durchfeuchtung und Schimmelschäden verursachen können. Darüber hinaus führen Nutzungen in beheizten Kellerräumen bei schwach gedämmten Kelleraußenwänden zu hohen Wärmeverlusten, die vermeidbar wären. Besonders anschaulich werden diese Verluste, wenn mit einer Wärmebildkamera auf den Sockelbereich geschaut wird.


Wärmebild Auswertung
Wärmebild eines akzeptabel gedämmten Gebäudes mit schwacher Kellerdämmung Wärmebild eines akzeptabel gedämmten Gebäudes mit schwacher Kellerdämmung; akzeptabel gedämmte Fenster
 Wärmebild eines akzeptabel gedämmten Gebäudes mit schwacher Kellerdämmung Wärmebild eines akzeptabel gedämmten Gebäudes mit schwacher Kellerdämmung; akzeptabel gedämmtes Fenster
Wärmebild eines schwach gedämmten Gebäudes mit zahlreichen Wärmebrücken Wärmebild eines schwach gedämmten Gebäudes mit zahlreichen Wärmebrücken und sehr schwacher Kellerdämmung

Zur Ausführung der nachträglichen Innendämmung finden Sie ausführliche Informationen im Abschnitt Innendämmung.

#Gut gedämmte Kellerwände oder Bodenplatte für den Neubau?

Auf die Perimeterdämmung (grünlich, 20cm) wird später die Außenwanddämmung - 20cm - gestellt
Auf die Perimeterdämmung (grünlich, 20 cm) wird später die Außenwanddämmung (20 cm) gestellt

Während eine Bodenplatte als Gründung keinen Raum schafft, kann bei einem entsprechend geplanten Keller (Fenster, Lüftung, Heizung) auf zusätzlichen Raum bzw. ein nahezu vollständiges Geschoss zurückgegriffen werden.

Überwiegend dienten Keller in der Vergangenheit der Bevorratung von Lebensmitteln oder Brennstoffen. Diese Funktionen sind jedoch weitgehend verloren gegangen. Andererseits haben Kellernutzungen mit hohen Anforderungen an den Komfort, wie z. B. Hobby-, Party- und Büroräume oder Sport-, Sauna- und Wellnessbereiche, zugenommen. Während bei traditioneller Kellernutzung eher gleichmäßige kühle Temperaturen im Vordergrund standen, werden bei den veränderten Nutzungen vergleichsweise hohe Temperaturen der Oberflächen der umgebenden Wände, Fenster, Fußböden und Decken gewünscht. Gründe dafür sind die erwartete Behaglichkeit, aber auch die Vermeidung von Bauschäden.

Vor der Gründungsplanung eines Neubaus stellt sich also die Frage, welchen Eigenschaften und Anforderungen Priorität eingeräumt wird. Steht der Platzbedarf im Vordergrund, ist natürlich eine Lösung mit Keller unumgänglich. So wie man für einen trockenen Keller sorgt, sollte dann unabhängig von der späteren Nutzung auch ein wärmegedämmter Keller vorgesehen werden. Denn Nutzungswünsche, die später hinzukommen, stellen möglicherweise Anforderungen an die Außenwände, die nur mit sehr hohem Aufwand realisiert werden können. Außerdem kann ein bereits in der Neubauphase mitgedämmter Keller mit weniger Wärmebrücken errichtet werden. Die nachträgliche Wärmedämmung ist in der Ausführung anspruchsvoll, kostspielig und verlangt einiges an Spezialwissen.

ausführlich in energytools.de: Wichtige Grundsätze und Ausführungsregeln der Außendämmung

Bei lediglich temporär genutzten Räumen (Gästezimmer, Hobby- und Partyräume) kann sowohl im Neubau als auch im Altbau eine Innendämmung sinnvoller sein. Durch die Innendämmung heizt sich der Raum rascher auf. Handelt es sich aber um eine kontinuierliche Nutzung für Wohnzwecke mit kontinuierlicher Beheizung im Winter, ist die Außendämmung von Kellerräumen zweckmäßiger. Werden gut gedämmte Kellerräume nicht aktiv beheizt, aber ausreichend belüftet, stellen sich hier Temperaturen zwischen 12 °C und 16 °C ein. Dieser Temperaturbereich ist unabhängig davon, ob es sich um eine Innen- oder um eine Außendämmung der Kelleraußenwände handelt.

ausführlich in energytools.de: Außenwanddämmung von innen

Bei der Planung ist rasch zu erkennen, dass bei jeder Kellerdämmung, besonders bei der Innendämmung, einige Wärmebrücken unvermeidbar sind und Kompromisse gemacht werden müssen. Wer auf den Platz nicht angewiesen ist, ist daher mit der einfacher zu realisierenden und wärmetechnisch besseren Lösung einer wärmegedämmten Bodenplatte besser beraten.

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| Autor: now

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