Hilfreiche Alarm-Hygrometer - wichtiger als Thermometer!

Ein Hygrometer misst die relative Luftfeuchte in der Raumluft. Als wichtiges Hilfsmittel zur Kontrolle gehört es in jeden Haushalt mit Fensterlüftung oder Lüftungsanlage.

#Übersicht

Mechanisches Haar-Hygrometer
Mechanisches Haar-Hygrometer
  • Hygrometer sind digitale oder analoge Messgeräte für die relative Luftfeuchte. Sie sind zur Überwachung der Luftfeuchte unverzichtbar.
  • Optimalbereich: wird oft mit 40 % bis 60 % angegeben. Nach meiner Erfahrung sollte die Luftfeuchte – vor allem in älteren, schlecht gedämmten Häusern – 55 % nicht übersteigen.
  • Bedeutung: Werte über 55 % begünstigen feuchte Wände und Schimmelbildung.

#Situation

Bei vielen Vor-Ort-Beratungen stelle ich fest: In den meisten Haushalten fehlt ein Hygrometer. Thermometer und Barometer sind weit verbreitet, Hygrometer dagegen kaum. Dabei haben wir kein Sinnesorgan für Luftfeuchtigkeit. Wir können die Wassermenge in der Raumluft schlicht nicht spüren. Zwar hat die Verbreitung digitaler Wetterstationen die Lage etwas verbessert. Doch wer kann die Werte richtig deuten? Und wer hat ein Hygrometer im Bad oder Schlafzimmer – obwohl es dort besonders wichtig wäre?

#Hygrometerarten und Wirkungsprinzip

Einfaches, ausreichendes Hygrometer, wenn die Normalanzeige nicht bis 70 % gehen würde
Einfaches, ausreichendes Hygrometer, wenn die Normalanzeige nicht bis 70 % gehen würde

Die Abbildung zeigt ein einfaches, qualitativ ausreichendes Hygrometer – hier mit einer aktuellen Anzeige von 40 % relativer Luftfeuchte. Die eingedruckten Normalgrenzen von 40 bis 70 % sind allerdings falsch. 70 % sind viel zu hoch. Schon ab 55 % besteht im Winterhalbjahr die Gefahr von Feuchteniederschlag in Raumecken, Fensterlaibungen oder auf Sturzträgern.

Hygrometer in meinem Büro mit voneinander leicht abweichenden Werten
Hygrometer in meinem Büro mit voneinander leicht abweichenden Werten

Hygrometer sind erschwinglich. Einfache Modelle kosten 12,– EUR bis 20,– EUR. Sie erhalten sie beim Optiker, in Fotohäusern, in einigen Baumärkten und vor allem im Versandhandel.

Digitale Hygrometer erfassen Feuchte und Temperatur über zwei Sensoren und zeigen daraus die relative Feuchte an. Mechanische Hygrometer arbeiten mit einem feuchteempfindlichen Fadenbündel: Es verkürzt sich bei trockener Luft und verlängert sich bei feuchter Luft – und dreht so den Zeiger. Achten Sie beim Kauf darauf, dass sich das Hygrometer leicht nachstellen lässt. Wie das geht, lesen Sie im folgenden Praxistipp:

#Praxistipp: Hygrometer justieren

Auf der Rückseite mechanischer Hygrometer befindet sich meist ein Loch oder Schlitz mit einer kleinen Stellschraube. Andere Modelle haben ein gekrümmtes Langloch mit einem verschiebbaren Hebelchen. Prüfen Sie zuerst, wie die Verstellung bei Ihrem Gerät funktioniert. Wickeln Sie das Hygrometer dann in einen feuchten, aber nicht tropfnassen Lappen. Nach etwa 15 Minuten sollte es einen Wert zwischen 95 und 100 % anzeigen. Zeigt es weniger, stellen Sie es auf etwa 98 % ein. Wiederholen Sie diesen Vorgang mindestens einmal im Jahr.

Digitales Alarmhygrometer
Digitales Alarmhygrometer

Digitale Hygrometer sind die bessere Wahl. Sie müssen nicht geeicht werden. Viele Modelle haben sogar eine Warnfunktion: Sie geben ein akustisches oder optisches Signal, sobald ein eingestellter Feuchtigkeitswert überschritten wird. Das ist praktisch – denn kaum jemand behält sein Hygrometer ständig im Blick. Ein kleiner Nachteil: Digitale Geräte brauchen Batterien. Bei den Modellen, die ich verwende, halten Batterien vom Typ AA oder AAA aber mindestens ein Jahr.

#Falsche Bereichsgrenzen

Leider sind bei vielen Hygrometertypen – analogen wie digitalen – die Empfehlungswerte falsch angegeben. Der als „normal" markierte Bereich endet oft erst bei 70 %, manchmal sogar bei 75 %. Wer sich daran orientiert, riskiert im Winter Feuchteschäden und Schimmel in kritischen Ecken – schon nach wenigen Tagen.

Der richtige Zielbereich liegt zwischen 35 % und 55 %. Ein gelegentliches stundenweises Überschreiten bis etwa 65 % ist bei bestimmten Witterungen unbedenklich. Im Bad sind kurzzeitig auch 80 % nach dem Duschen möglich.

ausführlich in energytools.de: Richtig lüften im Bad

...weiterlesen

| Seitenaufrufe: 851
Frank Nowotka von Dipl.-Ing. Frank Nowotka,

Nutzen Sie gern die Kommentarfunktion für Ihre Fragen, Erfahrungen und Meinungen!

Kommentare

Bitte fassen Sie sich kurz, bleiben Sie sachlich und respektvoll. Kommentare, die Werbung, Links oder abfällige Äußerungen enthalten, werden gelöscht. Personenbezogene Daten, wie Namen, Email oder die IP-Adresse werden nicht gespeichert.

Noch keine Kommentare.

Kommentar hinterlassen