Zwischensparrendämmung - FAQ

Frage: Unsere Familie wohnt in einem älteren Haus. 2004 wurde das Dach eines neu errichteten Anbaus mit 16 cm und das Dach des alten Wohnhauses mit 14 cm dicker mineralischer Dämmung zwischen den Sparren ausgestattet. Reicht die Dämmung aus?

Antwort: Für die vorgenommenen Maßnahmen im Jahre 2004 galten die Forderungen der Energieeinsparverordnung von 2002. Danach war im Dachbereich ein U-Wert von 0,3 W/m²K einzuhalten. Mit 16 cm Mineralwolle erreichten Sie einen U-Wert von etwa 0,24 und mit 14 cm einen Wert von etwa 0,28 W/m²K. Die seinerzeit eingebrachten Dämmstoffstärken entsprachen also den damaligen Vorschriften. Insofern ergibt sich daraus gegenwärtig keine Änderungsnotwendigkeit. Es sei denn, dass es aus Gründen der Behaglichkeit oder der Wohngesundheit (Schimmel?) angebracht wäre, etwas zur Beseitigung von Wärmebrücken in dem genannten Bereich zu tun.


Frage: Ich möchte das Dach von innen dämmen. Dachstuhl, Ziegel usw. sind in einem guten Zustand. Das Dach besteht aus Tonziegeln, einer Lattung/Konterlattung, einer Unterspannbahn (DuPont Tyvek Pro), einer Bretterschalung und den Dachsparren mit einer Höhe von 20 cm. Hier möchte ich Klemmfilz verwenden. Welche Folie oder Membran muss dabei von innen auf die Dämmung?

Antwort: Die beabsichtigte Dachdämmung wird so, wie dargestellt, funktionieren, sofern eine sorgfältig und luftdicht verlegte Dampfbremse unmittelbar über der Dämmschicht (auf der warmen, inneren Seite) eingebaut wird. Die Wasserdampfdurchlässigkeit der verwendeten Unterspannbahn DuPont Tyvek Pro ist gut, sodass die gesamte Konstruktion als diffusionsoffene Konstruktion ausgeführt werden kann. Damit ergibt sich auch die Möglichkeit, den Sparrenzwischenraum vollständig mit 20 cm starker Mineralwolledämmung auszufüllen. Als Luftdichtheitsebene (Dampfbremse) schlage ich eine feuchteadaptive Dampfbremse mit einem sd-Wertebereich zwischen 2 und 10 vor. Diese ist mit den zum System gehörenden Klebebändern luftdicht zu verlegen und zu verkleben. Ist dieser Arbeitsgang abgeschlossen, sollte zur Sicherheit eine Luftdichtheitsprüfung (Blower-Door) durch ein Ingenieurbüro vorgenommen werden. Erst dann wird die abschließende Verkleidung mit einem Abstand von ca. 2 cm (Installationsebene) angebracht.


Frage: Unser Dach von 1972 soll von innen gedämmt werden. Die Ziegel sind aus Beton, es gibt keine Konterlattung, ein Unterdach fehlt und die Dachsparren haben eine Tiefe von 20 cm (siehe Foto). Die von uns kontaktierten Firmen planen von außen nach innen ein 18 cm Klemmflies (UNIFIT TI 132 U, WLG-Gruppe 0,32), eine Dampfbremse, Konterlatten innen und Rigipsplatten einzubauen. Von einer zwischen die Dachsparren einzunagelnden „diffusionsoffenen Unterdeckbahn" wird abgeraten. Unsere Fragen: Ist der Verzicht auf die Unterdeckbahn in unserem Fall sinnvoll? Können wir mit diesem Einbau den vom GEG vorgeschriebenen U-Wert von 0,24 erreichen?

Antwort: Es ist nicht sinnvoll, auf eine diffusionsoffene Unterdeck- bzw. Unterspannbahn zu verzichten. Schließlich soll mit der Bahn eine Winddichtungsebene eingezogen werden, die die Durchströmung der Dämmschicht mit Außenluft verhindert. Außerdem soll eventuell von außen eindringendes Wasser (defekte Dachziegel, tauender Flugschnee) daran gehindert werden, in die Dämmschicht zu laufen. Der nachträgliche Einbau einer Unterdeckung von innen ist recht einfach. Dazu werden Dachlatten seitlich an die Dachbalken befestigt. Mittig zwischen den Balken wird eine Dachlatte hochkant an die vorhandene Dachlattung geschraubt. Dann wird eine diffusionsoffene Unterspannbahn an den seitlich eingebauten Dachlatten links und rechts mit einer weiteren Latte straff befestigt. Die mittige Latte soll oberhalb der Unterspannbahn eine Kehle ausbilden, in der sich ggf. Wasser sammeln kann und nach unten abläuft. Dazu muss die nachträglich eingezogene Unterspannbahn über den Drempel in den Traufbereich geführt werden. So vorbereitet, kann jetzt der Dämmstoff in voller Höhe (keinen Lüftungsspalt lassen) eingebaut werden. Die Dampfbremse sollte feuchtevariable Eigenschaften besitzen und luftdicht eingebaut werden. Auf die Dampfbremse folgt die Konterlattung, die die Verletzungsfreiheit der luftdicht montierten Dampfbremse sicherstellen soll (Installationsebene). Mit 18 cm Dämmstoff wird unter Berücksichtigung der schwächeren Wärmedämmung der Balken nur ein U-Wert von etwa 0,29 erreicht. Um das Ziel zu erreichen, müssten mindestens 22 cm Dämmstoff – in diesem Falle Mineralwolle – eingebaut werden. Content

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