Wärmegedämmtes Warmdach

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Alles zum wärmegedämmten Warmdach, Aufbau, Besonderheiten, Unterschiede zum Kaltdach, Ausführungen in der wasserführenden Ebene

#Übersicht Warmdach (unbelüftete Konstruktion)

Der Einbau einer feuchtevariablen Dampfbremse statt einer Dampfsperre lässt Trocknung zu
Der Einbau einer feuchtevariablen Dampfbremse statt einer Dampfsperre lässt Trocknung zu.
  • Als Warmdach wird ein einschaliger, wärmegedämmter Dachaufbau bezeichnet, der kein Unterdach besitzt und bei dem es keine Belüftung zwischen Dachhaut und Wärmedämmung gibt.
  • Bei einem Warmdach liegt oberhalb einer Wärmedämmung eine regen- und schneesichere, UV-beständige Dachhaut, die meist aus stark diffusionshemmenden Bitumenschweißbahnen oder Kunststofffolien besteht. Eine Bekiesung oder Begrünung verringert die Belastungen aus UV-Strahlung und Bewitterung auf die Dachhaut.
  • Die Anforderungen an die Wind- und Luftdichtheit sind identisch mit anderen gedämmten Dächern, wie dem Kaltdach.
  • Das Warmdach wird überwiegend für Pult- oder Flachdächer angewendet, kann aber auch bei Satteldächern genutzt werden. Das im Industriebau häufig angewandte gedämmte Dach aus Trapezblech ist vom Funktionsprinzip ebenfalls ein Warmdach.
  • Neue Erkenntnisse der Bauphysik, vor allem zur Nutzung von feuchtevariablen Dampfbremsen, haben die sichere Ausführung solcher Dächer erst möglich gemacht.
Bauphysikalische Einflüsse auf Warmdächer (unbelüftete Konstruktionen)
Bauphysikalische Einflüsse auf Warmdächer (unbelüftete Konstruktionen)

#Anforderungen an das Warmdach

Die bauphysikalischen Einflüsse auf das Warmdach sind zahlreich, weshalb eine präzise bauphysikalische Planung und sorgfältige Ausführung erforderlich ist. Die Auswahl der feuchtevariablen Dampfbremse ist von besonderer Bedeutung. Feuchtevariable Dampfbremsen, luftdicht verlegt, begrenzen den Zustrom von Wasserdampf im Winter und lassen eine Rücktrocknung in Raumrichtung im Sommer zu. Ursprünglich wurden Warmdächer mit einer Dampfsperre auf der inneren, warmen Seite geplant und ausgeführt. Jedoch haben zahlreiche Bauschäden in solchen Konstruktionen gezeigt, dass kleinste Luftdichtheitsmängel zu einem hohen Zustrom von Wasserdampf führen. Nach außen ist die Abfuhr von Wasserdampf wegen der stark diffusionsdichten Bahnen unmöglich, sie geht nur in Richtung Wohnraum. Wegen der dort befindlichen Dampfsperre kann der Zustrom aber nicht rückgängig gemacht werden, wenn die Dampfsperre einen zu hohen Dampfdiffusionswiderstand von ≥ 100 m und mehr besitzt.

#Umkehrdach bei Holz- und Betondecke

Abdeckung der Dämmstoffe bei einem Umkehrdach auf Betondecke
Zusätzliche Dämmung (Umkehrdach) auf Holzkonstruktion und Abdeckung des Dämmstoffes

Bei Warmdächern kennen wir noch die besondere Form des Umkehrdaches. Hierbei liegt die feuchtigkeitsführende Schicht nicht auf, sondern unter der Wärmedämmung. Es wird also zunächst ein ungedämmter oder gedämmter Dachaufbau mit einer witterungsdichten Beschichtung realisiert. Danach erst wird die bzw. weitere Wärmedämmung aufgelegt. Umkehrdächer haben dadurch einige Vorteile. Durch den Belag mit grobem Kies oder Steinplatten wird die Dämmschicht vor UV-Strahlung und großer Hitze geschützt. Die eigentliche Dachabdichtung liegt unter der Dämmschicht und ist so ebenfalls gut geschützt. Daraus ergibt sich eine lange Lebenserwartung mit geringerer Reparaturanfälligkeit.

Abdeckung der Dämmstoffe bei einem Umkehrdach auf Betondecke
Abdeckung der Dämmstoffe bei einem Umkehrdach auf Betondecke

Im Ein- und Zweifamilienhausbereich haben Warm- bzw. Umkehrdächer als Flachdach ausgeführt eine geringere Bedeutung.

Autor: now