Innendämmung: Verschiedene Materialien

ausführlich in energytools.de: Innendämmung der Außenwände

#Innendämmung mit PU-Schaum

#Eigenschaften von PU-Schaum

  • PU-Schaum ist nicht diffusionsdicht, der Dampfdiffusionswiderstand (µ-Wert) beträgt 30 bis 100. Die dampfbremsende Wirkung kann jedoch zu hoch sein, sodass eine Rückdiffusion zur Trocknung zu stark gebremst wird.
  • PU-Schaum ist nicht kapillarleitfähig. Eingedrungene Feuchtigkeit, zum Beispiel durch Schlagregen, kann daher nicht nach innen austrocknen.
  • Dämmplatten aus Polyurethanschaum (PUR-Schaum) haben den Vorteil einer sehr geringen Wärmeleitfähigkeit (WLG 022 bis 028). Innendämmungen, bei denen es auf jeden cm ankommt, profitieren davon.
  • Wie bei allen Dämmstoffen muss auch mit PU-Schaumplatten eine lückenlose und luftdichte Konstruktion erreicht werden.

#Innendämmung mit PU-Schaum-Dämmplatten (Remmers IQ-Therm)

Innendämmung mit PUR-Schaumplatten, Abb.: IQ Remmers
Innendämmung mit PUR-Schaumplatten, Abb.: IQ Remmers
  • PU-Schaumplatten werden mit einem mineralischen Spezialkleber und einem Zahnspachtel an die zu dämmende Wand geklebt. Es besteht auch die Möglichkeit, sie mit der Punkt-Wulst-Methode zu verkleben, was besonders bei unebenen bzw. rauen Wänden von Vorteil ist. Dabei wird eine umlaufende Kleberwulst durch Klebebatzen im Mittelbereich ergänzt.
  • Nach dem Trocknen kann unter Gewebeeinlage verputzt werden.
  • Es empfiehlt sich, in so gedämmten Räumen die Raumluftfeuchtigkeit im Winter auf maximal 55 % zu begrenzen.

Ausführlich zum Material in energytools.de: PU-Schaum-Dämmplatten

#Innendämmung mit PU-Streifen (Remmers IQ Therm 2.0)

Remmers hat das Innendämmsystem IQ-Therm weiterentwickelt, um die feuchtetechnischen Nachteile zu kompensieren. Bei dem neuen System 2.0 werden schmale, mineralvlieskaschierte Streifen aus Polyurethan-Hartschaum zur Erstellung kapillaraktiver Innendämmungen mit einem kapillaraktiven Klebemörtel an der Wand befestigt und die PU-Streifen in den Lagerfugen mit dem Mörtel verklebt. Durch die Kapillaraktivität der Mörtelfugen soll das System ohne Dampfbremse funktionieren.

Remmers beschreibt die Wirkungsweise so:

Entsteht in dem System Kondensat, weil im Winter der Taupunkt unterschritten wird, oder dringt Schlagregen durch die Fassade ein, ist die Feuchtigkeit bei iQ-Therm nicht hinter einer Folie gefangen, sondern wird über den Mörtel in den Lagerfugen schadensfrei aus dem Wandquerschnitt wieder zurück an die Raumluft geleitet. Abschließend wird die Innendämmung mit einem porosierten, mineralischen Leichtmörtel, einem sogenannten „Klimaregulierungsmörtel", wahlweise überspachtelt oder verputzt. Diese letzte Schicht dient als Sorptionsschicht der flächigen Verteilung von Feuchtigkeit, gleicht die Oberflächentemperaturen aus und ist die Installationsschicht für eine nachfolgende Oberflächengestaltung.

Unsere Meinung dazu: Der sogenannte Ausgleich der Oberflächentemperaturen ist erforderlich, weil die vielen mit Mörtel verlegten Lagerfugen eine Vielzahl von Wärmebrücken darstellen. Das könnte zu lokal sehr niedrigen Oberflächentemperaturen führen.

#Innendämmung mit Schaumglasplatten

Abbildung der Montage von Schaumglasplatten
Schaumglasplatte (3) wird mit Bitumen (2) auf die Außenwand (1) geklebt, Abbildung: Deutsche Foamglas GmbH

Schaumglasplatten werden mit Hilfe von Bitumen oder ähnlichem Kaltkleber vollflächig aufgeklebt. Der Innenputz erfolgt unter Einlage eines Gewebes. Die Konstruktion ist nahezu dampfdicht und kapillarsperrend und ist daher nur für Innendämmungen im Betonkeller geeignet. Schaumglas ist nicht brennbar (A1), druck- und wasserfest; ideal für Keller und Bodenplatte; spröde bei Punktlast; WLG 036 bis 060.

Ausführlich zum Material in energytools.de: Schaumglas-Dämmplatten

#Innendämmung mit Perliteplatten

#Eigenschaften der Perliteplatten

  • Perlitedämmstoff ist ein mineralischer Dämmstoff, der bei der thermischen Behandlung von Pulver aus vulkanischem Perlitegestein entsteht.
  • Perliteplatten sind kapillaraktiv und leiten Feuchtigkeit in alle Richtungen weiter.
  • Die Wärmeleitfähigkeit ist gering (WLG 045).

Ausführlich zum Material in energytools.de: Perlite

#Perliteplatten „Rotkalk in-Board 045 TecTem®" von Knauf

Rotkalk in-Board 045 TecTem® ist eine mineralische, diffusionsoffene und kapillaraktive Dämmplatte aus expandiertem, natürlichem Perlitgestein. Zur Anwendung im Rotkalk in-System bei der energetischen Sanierung.

Perliteplatten, Abbildung: TecTem, Knauf-Perlite
Perliteplatten, Abbildung: TecTem, Knauf-Perlite

#Verarbeitung (aus der Verarbeitungsanleitung)

  • Alle Anschlüsse an Wandöffnungen wie Fenster und Türen sowie an Fensterbänken müssen luftdicht ausgeführt sein.
  • Die Perlite-Dämmplatte wird vollflächig mit einem mineralischen Spezialkleber verklebt (Zahnspachtel).
  • Die Platten werden in waagerechten Reihen unter gleichmäßigem Druck schiebend angedrückt und lot- sowie fluchtgerecht ausgerichtet.
  • Die Verlegung erfolgt im Verband mit einem Fugenversatz ≥ 20 cm, dicht gestoßen. Dabei darf kein Mörtel in die Fugen gelangen. Auf die Ausbildung luftdichter Anschlüsse und die Entkopplung von anderen Bauteilen achten. Wärmebrücken vermeiden.
  • Versatzstellen können nach dem Erhärten des Mörtels mit einem Schleifbrett egalisiert werden. Plattenfugen > 2 mm bzw. Fehlstellen werden mit Rotkalk in-Füllmörtel TecTem verfüllt.
  • Vor dem Aufbringen des Putzsystems die Rotkalk inBoard 045 TecTem mit Aufbrennsperre (verdünnt im Verhältnis 1 Teil Aufbrennsperre zu 3 Teilen Wasser) grundieren.
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| Autor: now

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