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Wie lüfte ich das Schlafzimmer richtig?

Spezielles Programm der Schlafzimmerlüftung, Abend- und Morgenlüftung, Kipplüftung und Heizung in der Nacht, Heizung nach Lüftung, geschlossene Türen

Besonders Schlafzimmer benötigen ein spezielles Lüftungsprogramm. Das liegt daran, dass die Raumlufttemperaturen meist etwas niedriger sind als in den anderen Räumen. Außerdem kommt es während der Nacht zu einer erheblichen Feuchtigkeitsabgabe durch die Schlafenden. Durch Atmung und Schwitzen werden so etwa 300 bis 500 ml Feuchtigkeit pro Person abgegeben. Das bewirkt einen erheblichen Anstieg der relativen Luftfeuchte. Außerdem steigt die Materialfeuchte der Betten, Textilien, Möbel, Tapeten, Wandoberflächen u. a. an. Die vielfach gegebene Empfehlung zweimal am Tag zu lüften ist falsch. Sie ignoriert, dass weder Luftfeuchte und Kohlendioxidkonzentration, noch die Luftschadstoffe auf ein hygienisch vertretbares Niveau "mit zweimal täglich" abgesenkt werden können. Auch eine Lüftungs-Verlängerung auf 20 oder 30 Minuten macht es nicht besser und schafft nur zusätzliche Probleme.

Ausführlich in energytools.de: Relative und absolute Luftfeuchtigkeit

Anschauliches Beispiel: Zwei Personen geben in der Nacht zusammen etwa 800 ml = 0,8 l Feuchtigkeit an die Schlafraumluft ab. Am Abend zuvor liegt die relative Luftfeuchtigkeit bei 55 % (mit dem Hygrometer gemessen) und die Raumtemperatur bei 17 °C. Der absolute Wasserdampfgehalt beträgt bei diesen Bedingungen 7,98 g/m³ (Gramm pro Kubikmeter). Das Schlafzimmer ist 14 m² groß und 2,50 m hoch, was ein Volumen von 35 m³ ergibt. Die gesamte im Volumen vorhandene Wassermenge beträgt demnach 7,98 g/m³ x 35 m³ = 280 g = 0,28 l. In der Nacht wird nicht gelüftet, die Tür bleibt verschlossen. Es kommen 0,8 Liter durch Atmung und Schwitzen dazu. Ein kleiner Teil verbleibt in der Raumluft, ein großer Teil befeuchtet die Betten, Tapeten, Gardinen, Mauerwerk usw. Das Hygrometer zeigt am Morgen 70 % an, die Temperatur von 17 °C hat sich nicht geändert. Bei angezeigten 70 % relativer Luftfeuchte befinden sich in der Raumluft nun 10,15 g/m³ Gramm Wasser pro m³ bzw. 355 g im gesamten Zimmervolumen. Es sind also 75 g Wasser von der Raumluft aufgenommen worden. Streicht nun diese Raumluft mit 70 % relativer Luftfeuchte über kalte Bauteile des Raumes, wie die Fensterlaibungen oder Raumecken der Außenwand, so steigt durch die damit verbundene Abkühlung der Raumluft die relative Feuchte. Ab 80 % besteht die Gefahr des Schimmelwachstums. Häufig sind Außenwand-Raumecken, Fensterlaibungen, Bereiche hinter dem Bett sowie hinter Möbeln betroffen.

#Spezielles Lüftungsprogramm für Schlafzimmer mit Fensterlüftung

  1. Vor dem Schlafengehen sollte bei einer Zimmertemperatur von etwa 17 °C der Raum im Winter für 5–10 Minuten mit weit geöffneten Fenstern gelüftet werden, auch wenn es regnet. Die Zimmertür bleibt, wenn es keine Möglichkeit des Durchzuges gibt, dabei möglichst geschlossen. Das Thermostatventil wird vor dem Lüften geschlossen und nach dem Lüften wieder auf die Stellung eingestellt, die 17 °C entspricht.
  2. In der Nacht bleibt die Zimmertür möglichst geschlossen. Das Fenster kann gekippt werden, wenn man es ohne geöffnetes Fenster gar nicht aushält. Man muss sich aber darüber im Klaren sein, dass dies mit einem Anstieg des Heizwärmeverbrauchs und einer Auskühlung der fensternahen Bauteile (Laibung, Sturzträger) verbunden ist. Auf Kippe zu lüften ohne zu heizen ist jedoch mit einem starken Risiko für Schimmelbildung verknüpft.
  3. Nach dem Aufstehen wird mit weit geöffnetem Fenster für 5 bis maximal 10 Minuten intensiv gelüftet. Die Betten werden aufgeschüttelt, gedreht und gewendet. Nach der Lüftung wird das Thermostatventil erneut auf die Stellung für 17 °C gestellt. In den kommenden 20 bis 30 Minuten lässt man die Heizung bei geschlossener Zimmertür heizen. Die Betten sollten in dieser Phase nochmals aufgeschüttelt und gedreht werden. Die Erwärmung der Luft ist wichtig, weil nur so die durch Lüftung eingeströmte Kaltluft in der Lage ist, Feuchtigkeit aus den Betten, den Tapeten, Möbeln usw. aufzunehmen. Danach wird wieder für 5 bis 10 Minuten gelüftet, oder genauer ausgedrückt: die aufgenommene Feuchtigkeit weggelüftet. Mit einem Blick auf das Hygrometer beobachtet man die Tendenz der Luftfeuchtigkeitsentwicklung (Ziel: < 55 %) und heizt und lüftet gegebenenfalls noch einmal. Tagsüber bleibt die Tür zu, da es im Schlafzimmer etwas kühler ist.
  4. Vor dem Schlafengehen wird die Tür zum Schlafzimmer nur zum Betreten geöffnet. Was gar nicht sinnvoll ist: die Tür für längere Zeit zu öffnen, um einen Zufluss wärmerer Luft, z. B. aus der Stube, zu ermöglichen. Jetzt wird noch einmal für 5–10 Minuten gelüftet – und weiter geht es wie unter 1. angegeben.
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| Autor: now

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