Anzeichen für Schimmelbefall
Anzeichen für einen Schimmelbefall sind der typische Geruch, im Winter eine erhöhte Luftfeuchte in Wohnräumen sowie häufig beschlagene Spiegel und Fenster. Im Folgenden erfahren Sie, wie Sie anhand von Temperaturen, Feuchtemessungen und bestimmten Hinweisen einen konkreten Befall erkennen können.

Als relativ sichere Hinweise auf einen wahrscheinlichen Schimmelbefall gelten:
- typischer Geruch in der Wohnung nach verrottender Biomasse, keimenden Kartoffeln, dunklen feuchten Kellerräumen – modrig, leicht nach Methanol und etwas Formaldehyd
- Behaglichkeitsstörungen im Wohnzimmer trotz Raumlufttemperatur über 22 °C: kalte Füße oder kalter Nacken, kühle Luftströmungen, Frösteln
- Oberflächentemperaturen unter 13 °C auf Innenseiten von Außenwänden – besonders in Raumecken, Fensterlaibungen, auf dem Fenstersturz, auf schattenseitigen Wänden und Wänden zum Treppenhaus
- fühlbar oder messbar erhöhte Baufeuchte auf Fensterlaibungen, in Raumecken usw.
- Luftfeuchtigkeitswerte deutlich über 60 % im Winterhalbjahr, die häufig und länger als 4–6 Stunden anhalten (gemessen mit einem elektronischen Hygrometer in Raummitte) – vor allem in ungedämmten Altbauten
- starkes Beschlagen der Außenscheibe im Winter nach dem weiten Öffnen der Fenster
- Auftreten von Silberfischen oder Kellerasseln, besonders im Erdgeschoss
- dunkle Flecken auf Silikonfugen oder Fugenmörtel in der Dusche
- Putzschäden ohne ausreichenden Schlagregenschutz
- Dachschäden, die das Aufstellen von Schüsseln und Eimern nötig machen
Ausgewachsener und bereits sporenbildender Befall ist meist gut an der Farbe des Belags erkennbar. Alle Farben sind möglich – von Weiß und Grau über Schwarz bis hin zu Grün oder Rot. Beginnender oder leichter Befall ist bei den meisten Schimmelarten mit bloßem Auge kaum sichtbar. Häufig verdecken Möbel, Deckleisten oder Tapeten den Pilz.
#Fogging – kein Schimmel
Dunkle Flächen oder Schlieren zeigen sich oft in der Nähe von Heizkörpern und Öfen, aber auch an Wänden, Decken und Möbeln. Sie können auf einen Effekt hindeuten, der als Fogging bezeichnet wird. Fogging – auch Schwarzstaub genannt – ist ein Phänomen, bei dem sich dunkle, teils ölige Ablagerungen bilden. Es handelt sich dabei nicht um Schimmel, sondern überwiegend um eine Ansammlung von schwerflüchtigen organischen Verbindungen (SVOCs) und Staub aus verschiedenen Innenraumquellen.
Bei hoher Luftfeuchtigkeit kann es zu Überlagerungen mit Schimmelbefall kommen, da auch bei Schwarzstaub-Ablagerungen Wärmebrücken – also kühlere Oberflächen – eine Rolle spielen. Fogging verursacht jedoch nicht den charakteristischen Geruch eines Schimmelbefalls. Es tritt häufig nach Renovierungen oder in Neubauten auf und wird besonders während der Heizperiode sichtbar. Vermutet wird, dass kunststoffhaltige Oberflächen wie Tapeten oder Farben elektrostatische Anziehung erzeugen und dadurch bestimmte Stäube oder Aerosole anziehen.
Die genauen Wirkmechanismen sind noch nicht vollständig geklärt. Nach aktuellem Wissensstand geht von den Ablagerungen keine direkte Gesundheitsgefahr aus. Fogging lässt sich vermeiden, indem Sie ausschließlich emissionsarme Farben, Tapeten, Bodenbeläge, Verkleidungen und naturbelassenes Holz verwenden.
#Oberflächentemperatur und Baufeuchte messen
Bei Schimmelverdacht ist eine Messung der Oberflächentemperatur der betroffenen Fläche hilfreich. Liegt sie bei winterlichen Außentemperaturen häufig unter 13 °C und damit deutlich unter dem Wert unbefallener Flächen, ist das ein fast sicheres Zeichen für Schimmelbefall.
Die Oberflächentemperatur messen Sie mit einem Infrarotthermometer. Ein ausreichend genaues Gerät erhalten Sie für unter 30 € im Baumarkt oder Versandhandel. Bei bekannt kritischen Gebäudehüllen sollte es zum festen Werkzeug jedes Hausbesitzers gehören. Auch eine Wärmebildkamera ist hilfreich – falls die Anschaffungskosten zu hoch sind, lässt sie sich leihen.

Ergänzend können Sie die oberflächliche Baufeuchte auf der Verdachtsfläche prüfen. Ein einfaches Baufeuchtemessgerät aus dem Baumarkt – ursprünglich für Brennholz gedacht – reicht dafür aus. Ein Vergleich mit einer trockenen Innenwand genügt zunächst. Besteht der Verdacht auf einen Rohrbruch oder auf aufsteigende Feuchte aus dem Erdreich, ist spezialisierte Messtechnik nötig – das gehört dann in die Hände von Fachleuten.

Holz benötigt eine Holzfeuchte von mindestens 18 %, damit sich Schimmelpilze ansiedeln können. Bei trocken verbautem Holz mit ausreichender Belüftung wird dieser Wert nicht erreicht. Typische Ausgleichsfeuchtewerte sind: Möbel etwa 8 %, Holzfußböden etwa 9 % und Holz im unbeheizten Dachstuhl etwa 15 %.
#Typischer Geruch
Für Bewohner ist der zwar schwache, aber typische Geruch das auffälligste Zeichen. Er wird jedoch häufig vom Eigengeruch der Wohnung überdeckt, an den man sich gewöhnt hat. Meist ist die Geruchsemission so gering, dass zum Aufspüren eines nicht sichtbaren Befalls Schimmelspürhunde eingesetzt werden. Stark wahrnehmbare Gerüche mit erdigem, muffigem Charakter stammen eher von Bakterien, die feuchte Umgebungen bevorzugen – wie das vergessene nasse Handtuch in der Sporttasche. Da bestimmte geruchsproduzierende Bakterien stets im Zusammenhang mit Schimmelpilzen auftreten, ist der wahrnehmbare Geruch ein eindeutiger Indikator.
Wer als Außenstehender eine Wohnung mit „lebendem Schimmel" betritt, bemerkt den spezifischen Geruch sofort. Brillenträger erleben zusätzlich, dass ihre Gläser beschlagen, wenn die Außenluft kalt war. Dieser merkwürdige Geruch – zu jeder Jahreszeit wahrnehmbar – erinnert an die Biotonne, an keimende Kartoffeln, an dunkle feuchte Kellerräume, leicht an Methanol und etwas Formaldehyd. Diese Geruchsnote tritt häufig auf, auch wenn es bei vergleichbaren Schimmelvorkommen nicht immer gleich riecht.
Ursache des Geruchs sind flüchtige organische Verbindungen (VOC – volatile organic compounds). Sie entstehen beim Schimmelwachstum und werden auch von beteiligten Bakterien gebildet, etwa der Gattung Bacillus. Für den typischen Geruch alter, feuchter Keller sind dagegen Bakterien der Gattung Streptomyces und andere Aktinobakterien verantwortlich.
#Auf Betauung achten

Brillen und andere transparente Flächen beschlagen, wenn sie vor dem Betreten einer beheizten Wohnung kalter Außenluft ausgesetzt waren. Dasselbe passiert mit einer Flasche aus dem Kühlschrank. Bei Begehungen von Schimmelwohnungen im Winter beschlugen auch Kameraobjektive und Messinstrumente – ein Abwarten war nötig, bis sich die Geräte auf Raumtemperatur erwärmt hatten.
Bewohner solcher Wohnungen berichten regelmäßig von starker Kondensatbildung an der Innenseite des unteren Fensterdrittels – „Unsere Fenster schwitzen" – sowie vom intensiven Beschlagen der Außenscheiben, wenn die Fenster bei Kälte weit geöffnet werden.

#Gesundheitliche Warnsignale
Schleimhautreizungen können ein ernstes Anzeichen für Sporenbelastungen aus Schimmelquellen sein. Sie werden oft als „zu trockene Luft" fehlgedeutet – und lösen eine völlig falsche Gegenreaktion aus: zusätzliche Luftbefeuchtung. Auch unklare Beschwerden wie laufende Nase, Halskratzen, Hustenreiz, Augenreizungen, Bronchitis, Nasennebenhöhlenentzündungen oder vermeintliche Allergien können mit Schimmel zusammenhängen. Sprechen Sie solche Symptome beim Arztbesuch an und weisen Sie auf den möglichen Zusammenhang hin.
Ausführlich bei energytools.de: Gesundheitliche Beeinträchtigungen
#Wo sollten Sie bei Verdacht suchen?

Die meisten Befallstellen befinden sich dort, wo geometrisch oder konstruktiv bedingte Wärmebrücken für deutlich abgesenkte Oberflächentemperaturen sorgen. Suchen Sie vor allem an Außenwänden, wo die Gefahr lokaler Abkühlung besonders groß ist – hinter:
- Schränken (Küche, Schlafzimmer, Wohnraum)
- Betten
- Bildern
- Spiegeln
- Sockelleisten
- vollen Bücherregalen
Häufig entsteht Schimmel auch:
- in Raumecken und Fensterlaibungen
- auf Fensterstürzen
- auf Silikonfugen im Bad und auf Fensterbänken
- auf Teppichen der Erdgeschossdecke im Außenwandbereich
- an Außenwänden kurz unter- und oberhalb einer Massivdecke
- in Hohlräumen hinter Verschalungen
- unter Betten, die über einem unbeheizten Keller stehen
Suchen Sie auch in dunklen Bereichen. Schimmelpilze brauchen kein Licht – sie besitzen kein Chlorophyll.
#Warum schimmelt es gerade im Schlafzimmer?

Vermieter nennen schnell die Ursache: zu wenig geheizt. Niedrige Grundtemperaturen spielen tatsächlich eine Rolle – aber nur, wenn auch die Grundfeuchte im Raum hoch ist. In gut belüfteten Schlafräumen mit akzeptabler Luftfeuchte schimmelt es nicht, selbst wenn es kühl ist. Die häufig praktizierte nächtliche Kipplüftung hilft hier wenig.
Kalte Luft nimmt nur einen geringen Teil der von Schlafenden abgegebenen Feuchte auf. Pro Person und Stunde sind das etwa 30 bis 40 g Wasser. In einer Nacht kommt so gut ein halber Liter zusammen, der als Wasserdampf von der Raumluft aufgenommen werden müsste. Gelingt das wegen niedriger Raumtemperatur nicht, lagert sich die überschüssige Feuchte auf Scheiben, im Putz, im Bettzeug oder hinter Schränken ab. Wird diese „zwischengelagerte" Feuchtigkeit tagsüber nicht durch mehrere intensive Lüftungsvorgänge mit zwischenzeitlicher Lufterwärmung beseitigt, beginnt der Abend auf einem hohen Feuchteniveau.
#Schimmel in Keller- und Souterrainräumen
In Keller- oder Souterrainräumen kann Schimmelbefall auch in den ersten Sommermonaten auftreten. Eindringende Warmluft im Frühsommer schlägt sich als Tauwasser auf noch kalten Wandflächen nieder. Lüften Sie solche Räume in den warmen Monaten daher nur, wenn die Außenluft deutlich kühler als die Innenluft ist. Das ist am ehesten in den frühen Morgenstunden der Fall. Wer warme Außenluft hereinholt, um die Wohnung aufzuwärmen, riskiert Kondensfeuchte – und damit Schimmelbefall.
Ausführlich bei energytools.de: Belüftung von Kellerräumen, Link: www.energytools.de/raumklima-und-frische-luft/lueften-lernen/belueftung-des-kellers
#Schimmel auf Silikonfugen, z. B. in der Dusche
Dauerelastische Fugen zwischen Duschtasse und gefliester Wand können nach einiger Zeit dunkle Flecken zeigen – ein Hinweis auf Schimmelbefall. Spülen Sie solche Fugen nach dem Duschen nochmals ab, um Reste von Körperpflegemitteln zu entfernen, und reiben Sie sie anschließend trocken. Bei leichtem Oberflächenbefall hilft 12-prozentiges Wasserstoffperoxid (H₂O₂) oder Isopropanol 70 % zum Bleichen bzw. Deaktivieren. Wiederholen Sie die Behandlung alle zwei Monate. Bei starkem Befall hilft nur das Herausschneiden der Silikonfuge. Anschließend stellen Sie die Dichtheit mit einem fungizid eingestellten Sanitärsilikon wieder her. Die fungiziden Zusätze zerstören den Schimmelpilz, bieten aber keinen dauerhaften Schutz.
Ausführlich bei energytools.de: Richtig lüften im Bad
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