Schimmel vorsorglich vermeiden: Wichtigste Schritte bei Fensterlüftung
Was sollten Sie tun, um Schimmelbefall zu verhindern? Welche Schritte sind besonders wichtig? Die folgenden Hinweise gelten grundsätzlich und unabhängig von baulichen Mängeln. Sie richten sich vor allem an Mieter und Eigentümer älterer Gebäude, die bislang – abgesehen von neuen Fenstern – kaum energetisch modernisiert wurden.
#Wie vermeiden Sie hohe Luftfeuchtigkeit?
Die Luftfeuchtigkeit spielt bei der Schimmelentwicklung eine entscheidende Rolle. Kennen Sie Ihre Werte – und beeinflussen Sie sie aktiv.

Für Luftfeuchtigkeit haben wir kein natürliches Gespür. Kaufen Sie deshalb ein oder mehrere Hygrometer und stellen Sie sie in gefährdeten Räumen auf. Digitale Geräte zeigen die relative Luftfeuchte in Prozent und dazu die Temperatur an. Bei 100 % ist die Sättigungsgrenze erreicht – Kondenswasser bildet sich, etwa auf einem Spiegel oder einer Flasche aus dem Kühlschrank.
Digitale Hygrometer kosten im Baumarkt oder Versandhandel zwischen 15 und 30 €. Für unsere Zwecke sind sie ausreichend genau. Geräte mit Alarmfunktion sind besonders praktisch – sie geraten nicht so leicht in Vergessenheit. Erst mit einem Hygrometer erkennen Sie den Zusammenhang zwischen Lüftungsverhalten und der Entwicklung der Luftfeuchte.
- Schimmelwächter
- Auf dem Hygrometer-Bild aus meinem Büro ist links ein sogenannter „Schimmelwächter" zu sehen. Dieses nützliche Gerät – auch „Lüftungshilfe" genannt – wird direkt an der Wand befestigt, wo Schimmel aufgetreten ist oder droht. Sensoren messen Oberflächenfeuchte und Temperatur direkt an der Wand. Farbige LEDs zeigen an, ob gelüftet werden sollte oder alles in Ordnung ist. Modernere Modelle haben ein Display mit allen wichtigen Werten. Rotes Dauerlicht signalisiert eine wahrscheinliche Wanddurchfeuchtung.

Ausführlich bei energytools.de: Hygrometer, Link: https://energytools.de/raumklima-und-frische-luft/luftqualitaet-und-luftwechselrate/boese-trockene-heizungsluft/hilfreiche-hygrometer
In schwach gedämmten Räumen sollte die Luftfeuchtigkeit im Winter zwischen 35 % und unter 55 % liegen. Höhere Werte sind maximal etwa 3 Stunden täglich tolerierbar, z. B. nach dem Kochen. Mit regelmäßigem Lüften lassen sich im Mittel problemlos unter 55 % erreichen – weil die zuströmende kühle Außenluft meist deutlich trockener ist als die warme Raumluft.
Bedenken Sie: In Ihrer Wohnung geben Sie täglich mehrere Liter Wasser als Wasserdampf an die Raumluft ab. Viele Alltagsvorgänge sind daran beteiligt: Duschen, Kochen, Wischen, Abwaschen, Pflanzen gießen, Wäsche trocknen, Kühlschränke mit Wasserverdunstung an der Rückseite und vieles mehr.
#So lässt sich die Wasserdampfmenge in der Luft reduzieren
Wäsche trocknen Sie wann immer möglich auf dem Balkon, im Garten oder im Trockenraum. Hängen Sie Wischlappen und Handtücher nicht im Bad oder in der Küche auf – auch sie gehören auf den Balkon. Müssen Sie in der Wohnung trocknen, lüften Sie den Raum konsequent: vier- bis sechsmal täglich, je 5 Minuten mit weit geöffnetem Fenster. Brauchen Sie einen elektrischen Wäschetrockner, betreiben Sie ihn mit Außenluftanschluss. Ist das nicht möglich, ist ein Wärmepumpentrockner mit Wassersammelbehälter die richtige Wahl.
Kochen Sie mit geschlossenem Deckel. Nutzen Sie Schnellkochtöpfe oder andere geschlossene Systeme, um die Dampfabgabe gering zu halten. Schalten Sie immer die Dunstabzugshaube ein, wenn deren Abluft nach draußen geführt wird. Wer mit Erdgas kocht, hat eine weitere Feuchtigkeitsquelle: Bei der Verbrennung von Methan entstehen CO₂ und Wasserdampf. Führen Sie diesen Dampf möglichst sofort über die Abzugshaube nach draußen ab. Kochen mit offenem Fenster ist ebenfalls sinnvoll – im Winter aber nicht immer möglich. Wenn Sie mit Gas kochen, nehmen Sie bei der nächsten Küchenmodernisierung einen Wechsel auf Elektroherd – am besten Induktion – in die Planung auf.
Wischen Sie bei geöffnetem Fenster und geschlossener Tür. Nehmen Sie so viel Wasser wie möglich wieder auf. Bringen Sie Wischlappen oder Wischmop zum Trocknen auf den Balkon. Ist das nicht möglich, wringen Sie gründlich aus und wischen Sie nur nebelfeucht – bei Parkett, Laminat und Kork ohnehin Pflicht.
Viele und große Pflanzen geben erhebliche Mengen Wasserdampf ab. Steigt die Luftfeuchtigkeit im Winter ständig über 55 %, sollten Sie auf Pflanzen mit geringerem Wasserbedarf umsteigen.
Entscheidend für die Regulierung der Luftfeuchte ist ausreichendes und richtiges Lüften. Eine sogenannte „atmende Wand" verändert die relative Feuchte nicht – diese Eigenschaft besitzt keine Wand. Es gibt jedoch einen klaren Zusammenhang zwischen Heizen, cleverem Lüften und der Raumluftfeuchte. Dieses clevere Lüften ist nicht ganz einfach. Eine Aufzeichnung der Luftfeuchtigkeitsentwicklung kann dabei helfen.
#Raumluftfeuchte aufzeichnen und auswerten
Um verhaltensbedingte Ursachen zu erkennen, sind Aufzeichnungen von Raumtemperatur und Luftfeuchte hilfreich. Eine aussagekräftige Auswertung ist bei kaltem Wetter möglich, wenn Werte über mindestens 7 bis 10 Tage erfasst werden können. Dazu stellen Sie ein Hygrometer mit Datenlogger auf. Es speichert alle 5 Minuten Luftfeuchte und Temperatur. Anhand der Kurven erkennen Sie direkt, wie aktives Lüften die Luftfeuchte beeinflusst.

Das Beispiel zeigt: Regelmäßiges Lüften in bestimmten Intervallen kann die Luftfeuchtigkeit gut regulieren. Leider habe ich bei zahlreichen Auswertungen erlebt, dass die Selbstwahrnehmung über Häufigkeit und Intensität des Lüftens nicht mit den aufgezeichneten Werten übereinstimmte. Viele – vor allem ältere – Menschen kommen mit den Anforderungen moderner, dichter Fenster nicht zurecht. Das Wissen aus der Zeit undichter Fenster und Ofenheizung, als aktives Lüften kaum nötig war, wirkt eben lange nach.

Im folgenden Beispiel geht es um massiven Schimmelbefall an der Decke einer Wohnung im obersten Geschoss. Ich habe zunächst ohne Ratschläge zu geben 10 Tage lang die Luftfeuchtigkeit aufgezeichnet. Das Ergebnis: Die Luftfeuchte stieg an jedem der 10 Tage gegen Abend auf knapp 70 % an. Die Kurven ähnelten sich stark – ein Zeichen für gleichbleibende Raumnutzung.

Die Kurven zeigen deutlich: Einmaliges Lüften um 7:30 Uhr reicht für diesen Raum mit massivem Schimmelbefall nicht aus. Der stetige Temperaturabfall ab 17:30 Uhr belegt die schwache Wärmedämmung. Interessant: Durch den ersten Lüftungsvorgang sank die Luftfeuchte bereits unter 55 %. Wäre das Fenster danach noch zwei- oder dreimal für je 5 Minuten weit geöffnet worden, hätte man 55 % dauerhaft erreichen können.
Ein Hygrometer mit Speicherfunktion (Datenlogger) ist ein wertvolles Hilfsmittel. Es macht den Zusammenhang zwischen hoher Luftfeuchte und aktivem Lüften sichtbar. Die Auswertung der Aufzeichnungen ist mit grundlegenden PC-Kenntnissen gut machbar – Sie müssen kein Spezialist sein.
#Keine zusätzliche Luftbefeuchtung

Bei meinen Begehungen in Wohnungen mit Schimmelbefall bin ich häufig auf Luftbefeuchter gestoßen. Die Bewohner wollten die Raumluft befeuchten – ohne deren tatsächliche Feuchte zu kennen. Sie waren Opfer der immer wieder in Medien und Ratgebern verbreiteten Behauptung, Heizungsluft sei zu trocken.
Diesen Zusammenhang konnte ich bei keiner meiner zahlreichen Begehungen feststellen. Im Gegenteil: Bei nahezu allen Schimmelfällen war die Raumluftfeuchte in den meist schwach gedämmten Wohnungen zu hoch – oft viel zu hoch.

Verzichten Sie auf Luftbefeuchter – also auf Verdunster am Heizkörper, wassergefüllte Schälchen, Zimmerspringbrunnen und Ähnliches. Ihr Einsatz ist entgegen allen Werbeversprechen unnötig und kann sogar gefährliche Krankheiten auslösen. Meiden Sie auch billige Luftkühler. Diese Geräte erzeugen Verdunstungskälte, indem sie die Luft stark mit versprühter Feuchtigkeit anreichern. Das kann selbst im Sommer Schimmelwachstum fördern.
Ausführlich bei energytools.de: Böse, trockene Heizungsluft?, Link: www.energytools.de/raumklima-und-frische-luft/luftqualitaet-und-luftwechselrate/boese-trockene-heizungsluft
#Der Raumluft Feuchtigkeit entziehen
Entfeuchtungsmittel auf Basis hygroskopischer Salze wie Calciumchlorid können helfen, einen vorübergehend zu hohen Feuchtigkeitswert zu senken. Auf Dauer ist das jedoch teuer – cleveres Lüften ist die bessere Lösung. Außerdem enthält ein verbreiteter Wirkstoff in Entfeuchtungsmitteln Cobaltdichlorid, das in der EU als krebserregend eingestuft ist, wenn es eingeatmet wird.
Bei einem Wasserschaden durch Rohrbruch sind Entfeuchtungsmittel dagegen völlig angemessen. Auch elektrische Entfeuchtungsgeräte helfen in solchen Fällen. Sie sind allerdings Stromfresser – ein dauerhafter Betrieb treibt die Stromkosten erheblich in die Höhe.
#Wie sollten Sie heizen?

Richtiges Heizen ist komplizierter, als es scheint. Tipps dazu gibt es viele – aber sind sie alle geeignet, Schimmel zu vermeiden? Was bedeutet es konkret, wenn die Tipps mahnen „ausreichend" zu heizen?
Heizen erwärmt die Raumluft. Mit steigender Temperatur sinkt die relative Luftfeuchte – obwohl die absolute Wassermenge gleich bleibt. Gleichzeitig steigen die Wandoberflächentemperaturen, und die Luftfeuchte direkt über schimmelanfälligen Flächen nimmt ab. Das verschlechtert die Wachstumsbedingungen für Schimmelpilze. Aber wie weit lässt sich die Raumtemperatur steigern? Behaglichkeit und Heizkosten setzen hier eine klare Grenze – praktisch wohl bei etwa 25 °C. Und was gilt für das Schlafzimmer? Haben Eigentümer andere Regeln zu beachten als Mieter?
#Meine Empfehlungen zum Heizen:
- Heizen Sie so, wie es Ihnen behagt. Halten Sie bei unterschiedlichen Raumtemperaturen die Türen geschlossen – auch nachts.
- Jeder Raum hat in der Regel mindestens einen Heizkörper. Nutzen Sie ihn – auch im Schlaf-, Gäste- und gelegentlich genutzten Zimmern.
- Heizen Sie Räume nie durch Luftverschleppung aus anderen Räumen. Fluten Sie das Schlafzimmer nicht mit der warmen Luft aus dem Wohnzimmer. Diese Luft ist zwar warm und „schon bezahlt", aber meist auch sehr feucht.
- Das Schlafzimmer darf kühl sein – aber nicht kälter als 16 °C. Das gilt auch, wenn Sie die Hinweise zu Lüften und Möblierung befolgen.
- Wenn das Badezimmer nur bei Benutzung geheizt wird – z. B. mit Infrarotstrahlern oder Heizlüftern – kann sich auf kalten Bauteilen Tauwasser bilden. Wird es nicht rechtzeitig abgeführt, entsteht Schimmel. Schalten Sie den Heizkörper per Schaltuhr deutlich vor der Nutzung ein. Lassen Sie ihn nach der Nutzung noch so lange laufen, bis Sie zweimal je 5 Minuten gelüftet haben. Es muss warme, feuchte Luft weggelüftet werden.
- Geben Sie der Luft nach jedem Lüften Zeit, sich wieder aufzuwärmen. Thermostatventile, die auf die Wunschtemperatur eingestellt sind, regeln das selbstständig.
- Ohne eigene Heizungsanlage und ohne Lüftungsanlage sollten Sie die Thermostatventile im letzten genutzten Aufenthaltsraum etwa zwei Stunden vor dem Schlafengehen auf das Nachtsymbol stellen und dabei lüften. Unmittelbar vor dem Zubettgehen sollten Sie mindestens den letzten Aufenthaltsraum und das Schlafzimmer lüften.
- Mit einem elektronischen bzw. smarten Thermostatventilaufsatz lassen sich Absenkung und morgendlicher Temperaturanstieg komfortabel und energiesparend steuern.
- Wer eine eigene Heizungsanlage mit automatischem Absenkbetrieb hat, muss die Thermostatventile dennoch schließen bzw. bei smarten Ventilen schließen lassen. Es ist zweckmäßig den Zeitpunkt des Absenkbetriebes mit dem vollständigen schließen der Thermostatventile zu synchronisieren. Lüften Sie auch hier den letzten Aufenthaltsraum und das Schlafzimmer vor dem Schlafen nochmals durch.

- Wenn Sie eine eigene Heizungsanlage haben, können Sie kompakte Heizkörper gegen längere, flachere Modelle tauschen, die bis in die Raumecken reichen. Das erhöht die Oberflächentemperatur an Außenwänden und verbessert die Behaglichkeit durch zusätzliche Strahlungswärme. Beim Heizkörpertausch lässt sich auch eine Innendämmung einbauen.

- Behindern Sie die Wärmeabgabe der Heizkörper nicht. Vermeiden Sie Heizkörperverkleidungen, dichte schwere Gardinen und weit vorstehende Fensterbänke. Stellen Sie Sessel und Couch möglichst nicht vor den Heizkörper.
- Auch im Schlafzimmer sollte aktiv geheizt werden – allerdings nach dem Lüften. Schema: Fenster 5 Minuten weit öffnen, schließen, Thermostat aufdrehen. Diesen Vorgang morgens drei- bis viermal wiederholen. Nach dem Heizen wieder lüften – nur so entweicht die Feuchtigkeit aus Betten, Wänden und Mauerwerk.
#Clever lüften im Winter
Häufiges Lüften im Winter ist entscheidend für die Regulierung der Luftfeuchte. Es steht in engem Zusammenhang mit richtigem Heizen. Drei Grundregeln:
- Keine Kippstellung – ausgenommen das Schlafzimmer nachts (zu geringe Lüftungswirkung)
- Immer aufgewärmte Luft weglüften (bringt bessere Entfeuchtung)
- Kurz (5 Minuten), oft (4- bis 6-mal täglich) und intensiv (mit weit geöffnetem Fenster) lüften
Lüften Sie tagsüber mehrmals – am besten vier- bis sechsmal. Das ist besonders wichtig bei dicht schließenden Fenstern und Zentralheizung. Die „gute alte natürliche Lüftung" funktioniert in diesem Fall nicht mehr. Wenn Sie tagsüber nicht zu Hause sind, sorgen Sie dafür, dass die Luftfeuchte beim Verlassen der Wohnung unter 55 % liegt. Im Laufe des Tages kommt durch Handtücher, Pflanzen und Kühlschränke etwas Feuchtigkeit hinzu. Lüften Sie deshalb auch nach der Rückkehr sofort.
Erwärmte Luft wegzulüften ist besonders effektiv – und letztlich auch energiesparender. Warme Luft nimmt viel Feuchtigkeit mit nach draußen. Die nachströmende kühle Außenluft erwärmt sich rasch an den noch warmen Wänden und Möbeln.

Halten Sie beim Lüften die Türen der belüfteten Räume geschlossen – außer bei einer Querlüftung über zwei gegenüberliegende Räume mit offenen Fenstern. Achten Sie dabei darauf, dass keine Luftströmung von wärmeren in kühler gehaltene Räume entsteht. Schlafzimmer bleiben geschlossen. Ist es dort zu kalt, heizen Sie mit dem eigenen Heizkörper im Raum.
Lüften Sie vor dem Zubettgehen alle Räume nochmals 5 Minuten mit weit geöffnetem Fenster – auch bei Regen.

Kipplüftung im Winter vermeiden – außer nachts im Schlafzimmer. Räumen Sie mindestens ein Fensterbrett soweit frei, dass Sie das Fenster weit öffnen können. Dann konsequent: häufig, kurz und weit öffnen. Fünf Minuten reichen, weil Wände, Decken und Möbel in dieser kurzen Zeit nicht auskühlen. Die eingeströmte Luft erwärmt sich rasch an den noch warmen Bauteilen und durch die Heizung.
Kipplüftung ist im Winter ungeeignet: Ein länger gekipptes Fenster kühlt die nahen Bauteile – Sturz, Laibung, Fensterbrett – stark aus, obwohl die Lüftungswirkung gering bleibt. Die abgekühlten Stellen werden schimmelanfällig. Besondere Vorsicht gilt in wenig beheizten Räumen wie dem Schlafzimmer.
Nachts mit gekipptem Fenster lüften ist im Schlafzimmer möglich. Heizen Sie das Schlafzimmer tagsüber aber auf mindestens 16 °C auf. Lüften Sie trotz der Nacht-Kippstellung tagsüber mehrmals 5 Minuten mit weit geöffnetem Fenster. Nur so entweicht die nachts eingelagerte Feuchtigkeit aus Betten, Schränken und Mauerwerk. Kontrollieren Sie regelmäßig Fensterlaibungen und Fenstersturz auf beginnenden Schimmelbefall. Hängen Sie im Schlafzimmer unbedingt ein Hygrometer auf und achten Sie auf maximal 55 % Luftfeuchte.
Ausführlich bei energytools.de:
Ein Schimmelproblem sollte Anlass sein, über eine einfache mechanische Lüftungsanlage nachzudenken. Eine solche Anlage besteht aus einem leise laufenden Abluftventilator in Bad und Küche sowie Zuluftventilen, die z. B. in die Fensterrahmen integriert werden. Ich nutze solche Anlagen seit vielen Jahren und habe durchweg gute Erfahrungen damit gemacht.
Ausführlich bei energytools.de: Einfache Lüftungsanlage, Link: www.energytools.de/raumklima-und-frische-luft/lueftungsanlagen-fuer-optimale-lueftung/einfache-feuchtegesteuerte-lueftungsanlage
#Staub regelmäßig entfernen
Staub ist ein Gemisch verschiedener Partikel – darunter auch organische Bestandteile. Er spielt daher bei der Schimmelbildung eine Rolle. Selbst auf Oberflächen ohne organische Nahrungsgrundlage – wie Fensterprofilen oder Fliesenfugen – kann sich absetzender Staub als Ausgangspunkt für Schimmel erweisen. Staub lagert sich besonders gerne auf kälteren, eventuell leicht feuchten Wärmebrücken ab. Entfernen Sie Staub deshalb regelmäßig – auch hinter Schränken.
#Luftzirkulation nicht behindern
In Raumecken ist die Luftbewegung von Natur aus eingeschränkt. Steht dort ein Schrank oder hängt eine schwere Gardine, kommt die Luftzirkulation nahezu zum Stillstand. Die Wärmeübertragung von der warmen Raumluft auf die kühle Ecke wird stark behindert. Die ohnehin durch Wärmebrücken abgekühlte Oberfläche kühlt noch weiter aus – weil kaum warme Luft dorthin gelangt. Das ist ein häufiger Grund für Schimmel in Außenwandecken.

Schimmelbefall an Außenwänden oder an der Wand zum kühlen Treppenhaus entsteht häufig auch durch verminderte Wärmeübertragung hinter:
- Schränken mit geschlossener Rückwand
- Betten und Nachtschränkchen
- Spiegeln und Bildern
- schweren Vorhängen
- abgestellten Heizkörpern (oft im Schlafzimmer)
- Scheuerleisten
- Teppichstreifen an der Wand

Bei gut gedämmten Außenwänden mit einem U-Wert unter 0,3 W/m²K ist die Aufstellung von Schränken an Außenwänden unkritisch.
#Möblierung und Ausstattung anpassen
- In schwach gedämmten Gebäuden (U-Wert über 0,3 W/m²K) und bei bekannten Wärmebrücken stellen Sie Möbel mit geschlossener Rückwand nur an wärmere Innenwände.
- Stellen Sie Schränke so auf, dass die Seitenwände mindestens 50 cm Abstand zur Außenwand haben. Stellen Sie in diesem Bereich keine Gegenstände ab, die die Luftzirkulation behindern.
- Ist das nicht möglich, stellen Sie Möbel mit Rückwand – auch Betten und Nachtschränkchen – auf vier einzelne Füße und rücken Sie sie mindestens 10 cm von der Wand ab.
- Küchenmöbel, die trotz bekannter Schimmelprobleme an einer Außenwand oder in einer Raumecke stehen müssen, sollten keine Abschlussblende vor den Füßen haben. Sie sollten nicht direkt an der Wand stehen und zur Wand hin ein Lüftungsgitter aufweisen – ähnlich wie bei Kühlschränken. Es kann hilfreich sein, Kühlgeräte an der Außenwand zu platzieren, da ihre Abwärme die Wand leicht erwärmt. Heizen Sie die Küche mit dem Küchenheizkörper.
- Bei räumlich schwierigen Situationen kann ein langgestreckter Heizkörper über die gesamte Außenwandlänge die Lösung sein.
- Hängeschränke über Küchenmöbeln, Schlafzimmermöbel und Bücherregale sollten nicht raumhoch sein.
- Bei Regalen mit Rückwand kann das Entfernen der Rückwand helfen, die dahinterliegende Wand besser zu erwärmen.
- Hängen Sie keine Bilder, Spiegel oder Poster an Außenwände oder kalte Innenwände – z. B. zum Treppenhaus hin.
- Verlegen Sie Fliesen und andere dampfdichte Materialien im Bad nur dort, wo es unbedingt nötig ist. Alle anderen Flächen sollten Wasserdampf kurzzeitig aufnehmen und nach dem Lüften wieder abgeben können.
- Kaufen Sie Möbel aus Naturholz.
- Dichte Vorhänge vor Fenstern oder Außenwänden werden oft unterschätzt. In den Bereichen links und rechts neben dem Heizkörper kommt die Luftzirkulation zum Stillstand. Die Wandoberflächentemperatur sinkt dort um etwa 1 bis 2 Grad – genug, um kritische Feuchtigkeitswerte zu erreichen. Verzichten Sie auf raumhohe dichte Gardinen und Vorhänge. Prüfen Sie, ob Scheibengardinen oder ähnliche Lösungen möglich sind. Behindern Sie die Warmluftbewegung über dem Heizkörper und seine Abstrahlung nach vorne nicht.
#Nach einem Schimmelbefall richtig renovieren

Überlegen Sie vor der Renovierung, ob Ihre Maßnahmen die Wasserdampfaufnahme der Wände verändern. Die Fähigkeit von Oberflächen – Wände, Decken, Böden, Möbel –, Wasserdampf kurzzeitig zu speichern und nach dem Lüften wieder abzugeben, spielt bei der frühen Schimmelentwicklung eine wichtige Rolle.
Stellen Sie sich den beschlagenen Spiegel im Bad nach dem Duschen vor. Ist das Bad raumhoch gefliest und die Decke mit Feuchtraumpaneelen verkleidet, sieht es nach dem Duschen auf allen Flächen so aus wie auf dem Spiegel. Haben die Oberflächen dagegen eine Pufferwirkung, werden Feuchtigkeitsspitzen gekappt. Große Mengen Wasserdampf lagern sich in den oberflächennahen Schichten von Putz oder unlackiertem Holz ein. Nach dem Lüften gibt die Wand diese Feuchtigkeit wieder ab. Allein dadurch sinkt die relative Feuchte im Raum – und eine lang anhaltende, schimmelkritische Feuchte von rund 80 % über den Flächen wird vermieden. Mit mehreren kurzen Lüftungsvorgängen kommen Sie im Bad auch im Winter unter 55 % Luftfeuchte. Wer eine einfache Abluftanlage im Bad hat, hält diese Grenze besonders leicht ein. Voraussetzung: geringer Strombedarf und ruhiger Lauf.
Reduzieren Sie bei der nächsten Badrenovierung die Fliesenfläche – raumhoch spritzt niemand, und wenn doch, ist es kein Drama. Verwenden Sie unlackiertes Holz, wenn Sie Holz im Bad mögen. Kaufen Sie Badmöbel aus naturbelassenen Hölzern. Hängen Sie ein Hygrometer an zentraler Stelle auf. Verwenden Sie keine diffusionsdichten Tapeten oder Kunststofffolien.
Frische Putze – vorzugsweise rein mineralische Kalkputze – müssen vollständig durchgetrocknet sein, bevor Farbe aufgetragen wird. Für die Verfestigung des Putzes ist anfangs eine höhere Luftfeuchtigkeit nötig. Als Richtwert gilt: etwa 1 mm Putzdicke trocknet pro Tag – bei 15 mm Putz also rund 2 Wochen.
#Welche Farben eignen sich nach einem Schimmelbefall?
Wer ein hartnäckiges Schimmelproblem hat und bauliche Mängel nicht beseitigen kann, sollte in den betroffenen Bereichen auf Tapeten sowie Acryl- und Dispersionsfarben verzichten. Streichen Sie diese Stellen nach der Schimmelbehandlung mit Silikatfarbe oder reiner Kalkschlämme ohne Bindemittel. Für farbige Anstriche kommen ausschließlich mineralische Pigmente infrage.
Sowohl Silikatfarbe als auch Kalkschlämme erzeugen einen hohen pH-Wert (über 11) auf der Oberfläche. Das erschwert oder verhindert eine erneute Schimmelbesiedlung. Silikatfarben sind abriebfester und halten den hohen pH-Wert länger aufrecht. Kalkschlämme verliert diesen Schutz mit der Zeit – regelmäßiges Neustreichen ist dann nötig. Außerdem setzt sich auf beiden Oberflächen mit der Zeit Staub ab, der Schimmel wieder begünstigen kann. Erneutes Streichen hilft. Fungizide Zusätze sind nicht sinnvoll – sie gehen in die Raumluft über und werden eingeatmet.
Ansonsten gelten dieselben Regeln wie im Bad: Möbel aus unbehandeltem Holz, keine kunststoffbeschichteten Tapeten, keine Teppiche aus Kunstfasern.
Ausführlich bei energytools.de: Schimmel selbst entfernen
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