Dämmstoffe und Stärke
Alles über die geeigneten Dämmstoffe einer Innendämmung, eine einfache Umrechnungsformel für die Wirkung verschiedener Dämmstoffe und die sinnvolle Stärke
#Welche Dämmstoffe sind für die Innendämmung geeignet?

Im Grunde lassen sich alle verfügbaren Dämmstoffe auch für die Innendämmung einsetzen. Allerdings eignen sich nicht alle Dämmstoffe in allen denkbaren Systemen (mit und ohne Dampfbremse).
| Für die Innendämmung geeignete Dämmstoffe | Wärmeleitfähigkeit in W/mK | Brandschutz |
|---|---|---|
| alle Arten von Schaumpolystyrolplatten EPS | 0,032 - 0,040 | B1 |
| alle Arten von Styrodurplatten XPS | 0,030 - 0,040 | B1 |
| alle Arten von Mineralfasermatten, ausgenommen alu-kaschierte Matten | 0,035 - 0,040 | A1, A2 |
| Schaumglas | 0,040 - 0,060 | A1 |
| Polyurethanschaumplatten | 0,026 - 0,040 | B1,B2 |
| Gipskarton-EPS-Verbundplatten | 0,032 für Styropor | B1 |
| alle Arten von Holzfaserdämmplatten | 0,045 - 0,050 | B1, B2 |
| Zellulosedämmstoff, Holzfaserdämmstoff zum Einblasen | 0,040 - 0,050 | B1, B2 |
| Korkplatten bzw. Korkschrot als Schüttung | 0,045 - 0,055 | B2 |
| Hanf, Flachs, Baumwolle | 0,040 | B1 |
| Mineralschaum | 0,045 - 0,050 | A1 |
| Kalzium-Silikatplatten | 0,065 | A1 |
| Schafwolle | 0,040 - 0,045 | B1 |
- Kalzium-Silikat-Platten besitzen eine Wärmeleitfähigkeit von λ = 0,065 W/mK. Man erreicht einen U-Wert von 0,35 W/m²K nur mit einer Dämmstoffstärke von 15 cm auf einer 24 cm starken Ziegelwand. Die Kosten sind vergleichsweise hoch.
- Meist wird Dämmstoff aus der Wärmeleitfähigkeitsgruppe 035 bis 040 eingesetzt. Dämmstoffe mit der Wärmeleitfähigkeit 0,035 W/mK dämmen bei gleicher Dämmstoffstärke um etwa 10 % besser als Dämmstoffe, die eine Wärmeleitfähigkeit von 0,04 W/mK aufweisen. Andererseits muss man bei Dämmstoffen mit der Wärmeleitfähigkeit 0,045 W/mK oder 0,050 W/mK 10 % bis 20 % mehr einplanen, um die gleiche Wärmedämmwirkung (U-Wert) zu erzielen.
Nutzen Sie folgende Faustformel zur Ermittlung des ungefähren U-Wertes oder zur Umrechnung:
Dividieren Sie die Wärmeleitfähigkeit des Materials durch seine Schichtdicke (in Meter),
- also z.B. 4 cm starkes Material (0,04 m) --> z.B. 0,040 / 0,04 m = 1 W/m²K
- bei 8 cm starkem Material --> 0,040 / 0,08 m = 0,5 W/m²K
Sie erhalten damit den ungefähren U-Wert der Konstruktion. Bei vergleichender Betrachtung verschiedener Dämmstoffe geht man von dem zu erzielenden U-Wert aus. Je kleiner der U-Wert, desto besser ist die Wärmedämmung.
- U-Wert
- Der U-Wert oder Wärmedurchgangs-Koeffizient ist ein Maß für die Güte der Wärmedämmung eines Bauteils. Der Wert gibt an, wie viel Wärme bei einem Temperaturunterschied von einem Kelvin pro Zeiteinheit und pro m² eines Bauteils von der wärmeren zur kälteren Seite transportiert wird. Der Wert wird angegeben in W/m²K (Watt pro m² und Kelvin). Der U-Wert ist eine neue Bezeichnung für den früheren k-Wert. Je kleiner der Wert ist, umso besser ist die wärmedämmende Wirkung.
Beispiel: Statt Mineralwolle der Wärmeleitfähigkeit 0,035 mit 6 cm Dicke soll eine Holzfaserdämmplatte der Wärmeleitfähigkeit 0,050 eingesetzt werden. Wie stark muss diese sein? Lösung für Mineralwolle: 0,035/0,06 m = 0,58; 0,05 / 0,58 = 0,086 m. Es muss eine Holzfaserdämmplatte mit einer Dämmstoffstärke von rund 9 cm (Wärmeleitfähigkeit 0,050) eingebaut werden, um die gleiche Wärmedämmwirkung wie mit 6 cm Mineralwolle (Wärmeleitfähigkeit 0,035) zu erzielen.
Die Brandschutzklasse spielt bei Innendämmungen im Ein- oder Zweifamilienhaus keine Rolle. Sie ist jedoch zu beachten, wenn die zu dämmenden Räume sich in einem Mehrfamilienhaus befinden. Hier gilt, dass Dämmstoffe mindestens der Klasse B1 (schwerentflammbar) entsprechen müssen.
#Wie stark sollte die Dämmschicht sein?
Das gültige Gebäudeenergiegesetz legt keine Dämmstoffstärke oder einen einzuhaltenden U-Wert der Außenwände bei Anbringung einer Innendämmung fest. Meiner Meinung nach sollte die Dämmstoffstärke aber 6 cm bis 8 cm nicht unterschreiten. Stärkere Dämmstoffschichten sind in der Regel nicht sinnvoll, da eine nennenswerte Verbesserung der Dämmleistung wegen der Vielzahl von Wärmebrücken durch eingebundene Innenwände und Geschossdecken nicht eintritt. Gegenüber dem Ausgangszustand z.B. einer 36 cm starken Ziegelwand aus den 1960er Jahren wird damit etwa eine Halbierung des von Außenwänden verursachten Wärmeverlustes erreicht. Mehr als 8 cm sind möglich, wenn eine Schlagregenbeanspruchung, die zur Mauerwerksdurchfeuchtung von außen führt, sicher ausgeschlossen ist. Weniger als etwa 3 cm dürfen es sein, wenn Abstände es nicht anders zulassen. Ich empfehle in diesem Falle auf einen Dämmstoff mit besonders hoher Dämmwirkung (Wärmeleitfähigkeitsgruppe < 026, z.B. PU-Schaum) auszuweichen. Eine Thermotapete reicht allerdings nicht. Diese Maßnahme hat ein schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis, die wärmedämmende Wirkung ist unzureichend.

Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten ist aus heutiger Sicht eine Dämmstoffstärke von etwa 8 cm anzustreben. Geringere Dämmstoffstärken als 8 cm sollten jedoch nicht generell ausgeschlossen werden. In bestimmten Fällen können
- die Verringerung der Raumgröße,
- bestimmte konstruktive Besonderheiten oder
- bauphysikalische Aspekte
auch für eine Innendämmung mit lediglich 3 cm bis 4 cm Stärke sprechen. Dann sollte in jedem Fall ein Dämmstoff aus der Wärmeleitfähigkeitsgruppe 035 oder besser 032 zur Anwendung kommen. Zu Fragen bauphysikalischer Eigenschaften verschiedener Dämmstoffe und ihre Einordnung in Wärmeleitfähigkeitsgruppen lesen sie:
ausführlich in energytools.de: Aufgaben der Wärmedämmung