Wissen:

Schimmelbefall nach baulichen oder gestalterischen Veränderungen – Checkliste

09.04.2018 | 49 x | von: now | Kategorie: Bauschäden, Checklisten, Schimmel | Druckansicht Druckansicht

Schimmelbefall nach baulichen oder gestalterischen Veränderungen – Checkliste
5 (100%) 1 Stimme[n]

Schimmelbefall nach gestalterischen oder baulichen Veränderungen ist ärgerlich aber vermeidbar – erkennen Sie hier die Ursachen

Gefährdete Bereiche im schwach gedämmten Wohnraum
Gefährdete Bereiche im schwach gedämmten Wohnraum

Wurden neue Fenster eingebaut?

Wenn ja, dann funktioniert die natürliche Lüftung über die Fensterfugen im Winter nicht mehr. Sie sollten, wenn Sie daheim sind, öfter (mindestens alle 2 Stunden), stoßweise (Fenster voll geöffnet) und kurz (max. 5 min) lüften! ⇒ Lüften lernen, Tipps

Hatten Sie vor dem Einbau einer Zentralheizung einzelne Öfen?

Wenn ja, dann funktioniert die natürliche Lüftung infolge des Schornsteinzuges im Winter ebenfalls nicht mehr. Sie sollten öfter (mindestens alle 2 Stunden), stoßweise (Fenster voll geöffnet) und kurz (max. 5 min) lüften! Der Einbau eines Abluftventilators in Küche und Badezimmer ist empfehlenswert.⇒ Lüften lernen, Tipps; Lüftungsanlagen

Haben Sie kunststoff-beschichtete Tapeten verwendet, das Bad raumhoch gefliest, PVC-Fußbodenbelag verlegt?

Wenn ja, dann funktioniert die kurzzeitige Wasserdampfaufnahme der oberen Wandschichten nicht mehr. Die Raumluftfeuchtigkeit steigt jetzt schneller als zuvor. Es kommt zur Kondensation von Wasserdampf an bisher unkritischen Flächen. Sie sollten nach dem Kochen, Duschen, Waschen unbedingt öfter, aber nur kurz lüften. Jedes mal nach dem Einströmen der Kaltluft muss sich die Luft aufheizen können. Der Einbau eines Abluftventilators in Küche und Badezimmer ist empfehlenswert.⇒ Luftfeuchte und Kondensat

Haben Sie jetzt niedrigere Temperaturen im Schlafzimmer?

Wenn ja: Die Wasserdampfaufnahme kälterer Luft ist geringer. Halten Sie deshalb die Türen zu kühlen Räumen dicht geschlossen. Leiten Sie keine wärmere Raumluft, z.B. am Abend, in das Schlafzimmer. Lüften Sie das Schlafzimmer am Morgen zunächst ausgiebig (15 min). Schließen Sie danach das Fenster und heizen Sie. Lüften Sie (5 min) nach dem Aufheizen erneut. Wiederholen Sie diesen Vorgang 3-4 mal. Schließen Sie Fenster und Türen und stellen Sie die Temperatur im Schlafzimmer auf 16 °C bis 18 °C ein (Thermostatventil Stufe 1,5 bis 2). ⇒ Luftfeuchte und Kondensat

Nutzen Sie im Winter jetzt überwiegend die Kippstellung der Fenster?

Bei der Kippstellung ist die Lüftungswirkung gering und der Energieverlust groß. Der fensternahe Bereich (Laibung, Sturz, Sohlbank) kühlt stark aus. Die Kondensation von Wasserdampf erfolgt nach dem Schließen des Fensters überwiegend dort. Vermeiden Sie im Winter unbedingt die Kippstellung. ⇒ Lüften lernen

Haben Sie neue Möbel angeschafft?

Neue Möbel haben oft Kunststoffbeschichtungen. Die kurzzeitige Wasserdampfaufnahme ist dadurch behindert. Sie müssen daher öfter erwärmte Luft weg lüften. Neue Möbel stehen auf geschlossenen Borden. Die Zirkulation hinter den Schränken kann stark behindert sein. Stellen Sie diese Möbel nicht an schlecht gedämmte, also kalte Außenwände. Ist dies unvermeidbar, stellen Sie die Möbel auf einzelne Füße. Lassen Sie einen Abstand zu einer Außen-Wand von wenigstens 10 cm. ⇒ Luftfeuchte und Kondensat

Haben Sie Ihre Möbel umgestellt, lange Vorhänge angebracht?

Wahrscheinlich haben Sie durch das Umstellen die Luftströmungen im Raum verändert. Auch in den Raumecken wird eine geringe Zirkulation benötigt. ⇒ Lüften lernen, Lüftungsanlagen

Nutzen Sie Luftbefeuchter oder Verdunstungsgefäße am Heizkörper?

Kontrollieren Sie Ihre Luftfeuchtigkeitswerte mit einem Hygrometer (optimal 35 % bis 55 %). Nehmen Sie Luftbefeuchter außer Betrieb. Auch Verdunstungsgefäße, z.B. an Heizkörpern, sind nicht notwendig. Die Luft ist nicht zu trocken, sie hat aber Staubpartikel, die durch die Konvektion der Heizkörper immer wieder verwirbelt und dadurch eingeatmet werden. So kann ein Gefühl der Trockenheit im Rachen entstehen. Trinken Sie lieber etwas mehr. ⇒ Hygrometer, Luftfeuchte und Kondensat

Sind neue Pflanzen, insbesondere feuchtigkeitsliebende, dazugekommen?

Auch Pflanzen erhöhen die Luftfeuchtigkeitswerte. Wenn Sie einen Zusammenhang vermuten (Hygrometer beobachten!), müssen Sie sich leider von den guten Stücken trennen. ⇒ Hygrometer

Haben Sie ein Aquarium angeschafft oder warmwasserliebende Fische eingesetzt?

Aus größeren Aquarien mit Warmwasser liebenden Fischen verdunsten pro Tag bis 1,5 Liter Wasser.

Bemerken Sie einen typischen Schimmelgeruch, z.b. wenn sie nach Hause kommen?

Für einen erdigen, muffigen Geruch sind so genannte MVOC verantwortlich. Das sind flüchtige organische Substanzen, die der Schimmel im Wohnraum beim Wachstum produziert. MVOC’s sind auch ein Frühindikator für verdecktes Schimmelwachstum hinter oder in Schränken, hinter Verkleidungen oder falsch angebrachten Innendämmungen. Eine Raumluftprobe kann mittels Gas-Chromatograph und Massenspektrometer untersucht werden, allerdings ist diese Methode als Standardleistung zu teuer. Alternative: trainierter Schimmelspürhund ⇒ Hygrometer

Ergänzende Beiträge

Schimmel im Wohnraum Schimmel im Wohnraum ist unschön und macht krank. Der Beitrag zeigt Ursachen und gibt Tipps, wie er beseitigt ...
Konstruktionsprinzip: Vermeidung von Wärmebrücken Wichtiges über die Vermeidung von Wärmebrücken und deren Auswirkungen auf Behaglichkeit, Heizwärmeverbrauch un...
Erste Hilfe: Schimmel selbst entfernen Erste Hilfe: Schimmel selbst entfernen, nach dem Entdecken bekämpfen, Inaktivierung, Mittel, Umgang mit Folien...
Bauschäden Über die Entstehung, die Beteiligten, die Abwendung von Bauschäden und die langfristige Beseitigung baukonstru...