Wissen:

Dämmung von innen

19.03.2018 | 121 x | von: now | Kategorie: Innendämmung, Luftdichtheit, Wärmedämmung | Druckansicht Druckansicht

Dämmung von innen
5 (100%) 1 Stimme[n]

Sie erfahren alles über die Dämmung von innen, wann und warum sie sinnvoll und weshalb die Abneigung gegen die Innendämmung unbegründet ist.

Bei einer Dämmung von innen geht es darum, die Wärmedämmung einer kalten Wand von der Innenseite aus zu verbessern. Dazu muss ein geeigneter Dämmstoff luftdicht und lückenlos montiert werden. Leider hat die Innendämmung einen schlechten Ruf, da sie als möglicher Auslöser von Feuchte- und Schimmelschäden gesehen wird. Diese Auffassung ist jedoch – wenn einige wenige, aber wichtige Verarbeitungshinweise beachtet werden – meiner Erfahrung nach unbegründet. Dämmungen von innen sind im Altbau meist sinnvoll und sicher!

Lage der Innendämmung
Lage der Innendämmung
Allerdings wird eine Innendämmung aus den verschiedensten Gründen nicht selten falsch ausgeführt, wobei fast alle Fehler tatsächlich zu Bauschäden führen können. Werden Wärmedämmungen von innen dagegen sorgfältig geplant und ausgeführt, können Bauschäden vermieden werden.

Die Innendämmung ist immer dann erste Wahl, wenn

  • eine Außendämmung aus gestalterischen (Fachwerk, Jugendstil, Denkmal) oder baurechtlichen Gründen (Grenzabstände) nicht in Frage kommt,
  • die Fassade noch sehr gut erhalten ist oder erhalten werden soll,
  • der oder die Räume nur zeitweise beheizt werden sollen (häusliches Büro, Hobbyraum, Gästezimmer, Kirche, Versammlungsräume, Werkstatt usw.),
  • nachträglich Kellerräume zu Wohnräumen umgenutzt werden,
  • Raum für Raum in Eigenleistung wärmegedämmt werden soll,
  • wenn Mieter Dämmmaßnahmen in Eigenregie vornehmen wollen,
  • einzelne Wandflächen wegen geringer Wärmedämmung unbehaglich kalt sind (z.B. auch Innenwände zu Treppenhäusern),
  • infolge des Zuschnittes eines Raumes für Möbelstücke (z.B. Küchenzeile) nur eine Aufstellung vor einer schlecht gedämmten Außenwand in Frage kommt,
  • Schimmelschäden nachhaltig beseitigt werden sollen.

Von einer Dämmung von innen jedoch ist abzusehen:

  • bei feuchten Wänden infolge aufsteigender Nässe, solange die Ursache nicht beseitigt ist (Stichwort Mauerwerkstrockenlegung) und
  • bei starker Schlagregenbelastung einer nicht mehr ausreichend wasserabweisenden Konstruktion (Fachwerk, absandender Putz, bröckelnder Fugenmörtel bei Klinkerfassaden o.ä.).

Kann die Ursache für durchfeuchtete Wände nicht beseitigt werden, ist auf der ungedämmten Wand raumseitig besser ein Sanierputz bzw. Salzspeicherputz aufzutragen, der die Wasserdampfabgabe nicht behindert. Eine dämmende Alternative auf feuchten Wänden stellt unter bestimmten Bedingungen die Kalziumsilikat-Platte dar.

Ergänzende Beiträge

Zwischensparrendämmung – Ausführung, Kosten, praktisch... Alles zur Zwischensparrendämmung, Aufbau, Anforderungen, Besonderheiten, Ausführung, Kosten, praktische Tipps....
Sinn und Verarbeitung von Dämmkeilen Dämmkeile einsetzen für wärmebrückenarme Innendämmungen, wichtig zur Vermeidung von Schimmel und feuchten Stel...
Innendämmung Fachwerk Auch Fachwerkgebäude können, ohne Schäden zu verursachen, bei Beachtung einiger Regeln von innen gedämmt werde...
Innendämmung bei einer Holzbalkendecke Die Innendämmung bei einer Holzbalkendecke verlangt Sorgfalt, ein hohes Maß an Präzision und eine luftdichte A...

Schreiben Sie einen Kommentar