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Im Wohnraum Zug und unangenehme Luftbewegungen begrenzen

14.11.2017 | 63 x | von: now | Kategorie: Bauphysik, Behaglichkeit, Energierelevante Heizungsteile, Heizkörper | Druckansicht Druckansicht

Im Wohnraum Zug und unangenehme Luftbewegungen begrenzen
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Erfahren Sie, wie Frösteln und kalte Füße durch unangenehmen Zug im Raum entstehen, und wie Sie solche Luftbewegungen begrenzen können.

Im Winter kommt es in Wohnräumen in vielen Wohnungen zu unangenehmen Luftbewegungen und Zugerscheinungen. Diese werden von zu großen Temperaturunterschieden zwischen der Raumluft und den Hüllflächen verursacht. Sind im Winter die Außenwände kalt, wird kräftig eingeheizt. Mit hohen Lufttemperaturen wird versucht, einer unbehaglichen Situation entgegenzuwirken. 24 °C und mehr im Raum sind da keine Seltenheit. Trotzdem: Frösteln im Nacken, das Gefühl, es zieht. Behaglichkeit will sich nicht so recht einstellen, denn der Temperaturunterschied zwischen der Wandoberfläche und der Luft ist einfach viel zu groß.

Thermogramm einer sehr kalte Raumecke im Winter mit starker Luftbewegung
Thermogramm einer sehr kalte Raumecke im Winter mit starker Luftbewegung
Besonders wenn die Polstermöbel an einer derart kalten Außenwand stehen, ist ein Frösteln im Nackenbereich vorgezeichnet. Man hat das Gefühl, dass es zieht, obwohl Fenster und Türen geschlossen sind. Und es zieht tatsächlich.

Eine Luftbewegung wird trotz geschlossener Fenster und Türen durch die Abkühlung warmer Raumluft an kalten Außenwand- bzw. Fensterflächen hervorgerufen. Die Luft wird dadurch schwerer und sinkt nach unten. Je kälter die wand- und fensternahe Luft wird, um so größer wird ihre Sinkgeschwindigkeit. Die Luft im Raum gerät in Bewegung. Über Heizkörpern steigt erwärmte Luft wieder nach oben. Dadurch entsteht vor allem im Bodenbereich eine starke Luftbewegung, die die Behaglichkeit erheblich beeinträchtigt. Kalte Füße und Frösteln sind die Folge.Diese Empfindungen sind allerdings abhängig vom Geschlecht, dem Alter und der Aktivität der Menschen.

Der kühle Luftzug wird vom Körper, vor allem von den Füßen, nicht mehr toleriert, wenn bei einer Raumlufttemperatur von 20°C eine Luftgeschwindigkeit von etwa 0,15 m/sec erreicht und überschritten wird.

Heizkörper beeinflussen die Luftbewegung

Hoher Röhrenradiator an ungünstiger Stelle
Hoher Röhrenradiator an ungünstiger Stelle

Es kann besonders unbehaglich werden, wenn Heizkörper

  • an einem ungünstigen Ort, z.B. an der Innenwand, angebracht sind,
  • eine ungeeignete Bauform besitzen (zu hoch, kaum Fläche, aber viele Konvektionsbleche) und
  • infolge hoher Heizwassertemperaturen zu heiß werden.

In diesen Fällen wird die bodennahe kühle Luft zusätzlich in Bewegung gehalten. Gleichzeitig wird durch die Strömung der kühleren Luft die Oberflächentemperatur des Fußbodens abgesenkt. Aber auch wenn die bodennahe Luftströmung nicht ganz so schnell unterwegs ist oder in bestimmten Bereichen sogar zur Ruhe kommt: über dem Boden des Raumes befindet sich eine kühle Luftschicht. Ich nenne diese Kaltluftschicht auch „Kaltluftsee”, da sich die kalte Luft wie Wasser auf den Boden verteilt und dort als mehrere Zentimeter dicke Schicht erhalten bleibt. Zwischen Fußboden und Decke sind dann Temperaturunterschiede bis 15 Grad messbar!

Hohe Wärmeverluste bei gestörter Behaglichkeit

Um diese ungünstigen Wohnsituationen zu kompensieren, wird oftmals einfach nur die Raumtemperatur erhöht. Wenn jedoch hohe Lufttemperaturen notwendig werden, um die durch kalte Oberflächen verursachten Behaglichkeitsstörung zu kompensieren, entstehen hohe Wärmeverluste. Die Wärmemenge, die beim Lüften oder durch Undichtheiten mit der Luft verloren geht, ist bei 25 °C Lufttemperatur etwa 20 % größer ist als bei 21 °C. Hier gibt es also einen direkten Zusammenhang zwischen einer Behaglichkeitsstörung und einem erhöhten Heizwärmebedarf.

Ein verringerter Kaltluftfall wird die Luftbewegungen begrenzen. Dies wird erreicht durch eine Verbesserung der Wärmedämmung der Außenwand, der Fenster und ggf. der Innenwand (falls sich unbeheizte Räume dahinter befinden).

Da bei Fenstern die Wärmedämmung aus technischen Gründen und Kostengesichtspunkten nicht beliebig verbessert werden kann, kann auch durch Heizungstechnik „gegengesteuert” werden.

Heizkörper sollten neben ausreichender Strahlungswärme immer auch einen Anteil an Konvektionswärme besteuern. Sie gehören im Prinzip immer unter das Fenster bzw. in langgestreckter Form vor die gesamte Außenwand. Von dieser Regel kann nur bei sehr guter Wärmedämmung aller Hüllflächenbauteil abgewichen werden.

Welche Möglichkeiten Sie haben, um mit gezieltem Einsatz von Heiztechnik den Kaltluftfall zu kompensieren, erfahren Sie im im Abschnitt Heiztechnik gegen Kaltluftfall und Strahlungswärmeentzug.

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