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Heizkörper

19.11.2017 | 11 x | von: now | Kategorie: Energierelevante Heizungsteile, Heizkörper | Druckansicht Druckansicht

Heizkörper
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Mehr zu den Aufgaben der Heizkörper, der Deckung der Heizlast, sowie den Auslegungskriterien für eine behagliche Wärmeumgebung

Jeder Körper, der wärmer ist als seine Umgebung, ist praktisch ein Heizkörper. Der Mensch mit einer Körpertemperatur von knapp 37 °C gehört dazu, wie auch Fernsehapparate, Leuchten, Kochplatten, Vorschaltgeräte usw..oder die einfallende Sonne. Diese Fremdenergie-Wärmequellen leisten je nach Wärmedämmung des Hauses einen mehr oder weniger großen Beitrag zur Beheizung eines Raumes. Jedoch reichen sie meist allein nicht aus, um es behaglich warm werden zu lassen. Es wird ein zusätzlicher Heizkörper benötigt, der dafür sorgt, dass der Fehlbetrag schnell und unter allen äußeren Bedingungen gedeckt wird, aber den Raum nicht überheizt.

Thermogramm eines gut durchströmten Plattenheizkörpers bei niedriger Vorlauftemperatur
Thermogramm eines gut durchströmten Plattenheizkörpers bei niedriger Vorlauftemperatur

Heizkörper werden dazu  von zentral erzeugtem warmen Heizungswasser durchströmt. Die Höhe der Heizwassertemperatur wird durch die Heizungsregelung grob vorgeregelt. Die Feinregulierung der Raumtemperatur erfolgt mit dem Thermostatventil am Heizkörper oder per Fernfühler. Dabei soll genau die Wärmeleistung an den Raum abgegeben werden, die zum Erreichen einer Raumtemperatur von ca. 20°C erforderlich ist. Sie ist abhängig vom Aufbau, der Einbausituation, der Temperatur des Heizungswassers und der Anschlussart des Heizkörpers. Der für optimale Behaglichkeit gewünschte hohe Strahlungsanteil wird durch eine große Ansichtsfläche, die für die rasche Erhöhung der Lufttemperatur wichtige Konvektionsleistung durch eine große Wärmetauscherfläche erzielt. Die oftmals geäußerte Auffassung, Heizkörper müssten gleichmäßig warm werden ist falsch. Vielmehr ist eine Temperaturdifferenz von 15 bis 25 Grad zwischen Vor- und Rücklauf bei geöffnetem Thermostatventil durch hydraulischen Abgleich einzustellen.

Technisch gesehen, müssen Heizkörper so dimensioniert, ausgewählt und betrieben werden, dass sie die maximale Heizlast des Raumes decken, in dem sie angebracht sind. Diese Heizlast ist abhängig ist von der Größe des Raumes, den baulichen Gegebenheiten und der Außentemperatur. Die präzise Berechnung der Heizlast und die daraus abgeleitete Bestimmung der Heizkörperform- und Leistung ist ein recht aufwendiger Rechengang (mehr dazu in Überschlägige Auslegung von Heizkörpern)

Neben den technischen Regeln der Dimensionierung für einen wirtschaftlichen und energiesparenden Betrieb der Heizung sind auch Auslegungskriterien für ein behagliches Raumklima zu beachten. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Anbringungsort der Heizkörper, für den auch bei einem Niedrigenergiehaus der Bereich unterhalb der Fenster gewählt wird (ausführlich dazu in Heiztechnik gegen Kaltluftfall…)

Heizkörper, wie Radiatoren, Konvektoren oder Plattenheizkörper, werden in verschiedenen Bauformen gefertigt, um sowohl ästhetischen Ansprüchen als auch funktionellen Anforderungen gerecht zu werden. Streng genommen zählen auch Fußboden-, Wand- und Deckenheizungen zu den Heizkörpern, werden wegen Ihrer besonderen Bauform aber meist extra behandelt (mehr dazu in Heizkörperarten und Bauformen)

Eine Checkliste hilft grundlegende Gesichtspunkte einer behaglichen Heizung zu berücksichtigen und die richtigen Heizkörper für den speziellen Anwendungsfall auszusuchen.

 

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