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Lüften lernen!

26.03.2018 | 42 x | von: now | Kategorie: Lüften, Lüften lernen! | Druckansicht Druckansicht

Lüften lernen!
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Mehr über die Notwendigkeit die aktive Be- und Entlüftung in Wohnräumen zu verbessern und wie dies die Selbstwahrnehmung verhindert

Früher ging es doch auch! Diese Feststellung hört man häufig, wenn Bewohner mit Feuchte- und Schimmelproblemen auf die Lüftung angesprochen werden. Ist denn ein scheinbar einfacher Vorgang heute wirklich so problematisch geworden? Funktionierte Lüftung gestern anders als heute? Oder ist es eine neue Sparsamkeit, die die Probleme schafft? Sind gar die gedämmten Häuser schuld?

Lüften lernen ist leider kein Schulstoff. Kinder lernen von ihren Eltern. Und die wiederum… Lüftung funktionierte früher tatsächlich besser, automatischer als heute. Daher bestand kein Anlass dies als Lernaufgabe in den Stoff aufzunehmen. Aber was war anders?

Der Hauptteil des Luftwechsels vollzog sich im Winter ohne eigenes Zutun, ganz unbemerkt, immer – zu den undichten Fugen der Fenster hinein und über den Schornstein des Kachelofens hinaus. Das war eine im Winter hervorragend funktionierende Zwangslüftung.

Lüften mit weit geöffneten Fenstern
Lüften mit weit geöffneten Fenstern

Damit es nicht ganz so arg zog, wurden Tücher und Decken vor die Fensterfugen gelegt

  • Es waren weniger Wasserdampfquellen vorhanden – es wurde seltener geduscht, Waschen und Trocknen fanden im Waschhaus statt.
  • Einscheibige Fenster mit schlechter Wärmedämmung wirkten wie Entfeuchter; es gab Eisblumen und Kondensatsammelkästen.
  • Die hohen Oberflächentemperaturen der Einzelöfen führten zu einem vergrößerten Anteil Wärmestrahlung bei oftmals geringerer Lufttemperatur – kalte Außenwände profitierten davon.
  • Fenster wurden aus Erfahrung und Gewohnheit geöffnet, z.B. morgens nach dem Aufstehen oder nach dem Baden. Eine Person war meist zu Hause und konnte die Fenster öffnen und schließen.
  • Gelüftet wurde auch, wenn irgend etwas nicht stimmte – Gerüche vom Kochen, Qualm beim Ofen anzünden…

Zentralheizungen mit raumluftunabhängig betriebenen Brennwertgeräten, sowie Türen und Fenster mit doppelt und dreifach liegenden Dichtungen, bringen die natürliche Be- und Entlüftung dagegen zum Erliegen. Teppiche aus synthetischen Fasern, raumhoch geflieste Bäder, kunststoffbeschichtete Möbel und Tapeten verringern die Flächen, die früher den Wasserdampf zwischen speichern konnten. Wellnessoasen in der kleinen Wohnung, subtropische Pflanzen und Aquarien führen zum Mehrfachen der Wasserdampfbelastung früherer Tage.

Mit dem Wegfall des natürlichen Lüftungsantriebs durch zunehmende Abdichtung und durch den Zuwachs an Wasserdampfquellen verschlechterte sich die Raumluftqualität durch Anstieg der Raumluftfeuchtigkeit und der CO2-Konzentration  Durch die Zunahme von Emissionsquellen werden außerdem mehr Schadstoffe freigesetzt. Und das verlangt aktives Lüften als einen notwendigen Vorgang zu begreifen. Für die dabei erreichte Wirkung (Luftwechsel) spielt die Häufigkeit, die Dauer und die Intensität der Lüftung die entscheidende Rolle.

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