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Wärmegedämmte oberste Geschossdecke

14.11.2017 | 176 x | von: now | Kategorie: Außendämmung, Geschossdecken, Luftdichtheit, Wärmebrücken, Wärmedämmung | Druckansicht Druckansicht

Wärmegedämmte oberste Geschossdecke
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Alles über den Aufbau und Verlegung von Dämmstoffen für eine wärmegedämmte oberste Geschossdecke (von oben und von unten)

Die oberste Geschossdecke sollte immer dann gut gedämmt werden, wenn sie die Grenzfläche zwischen dem letzten beheizten und dem darüber befindlichen unbeheizten Teil des Hauses darstellt und die Dämmwirkung schwach oder gar nicht ausgeprägt ist. Die (zusätzliche) Dämmung ist meist wirtschaftlich und kann – entsprechende Kenntnisse vorausgesetzt – vom Bauherren selbst durchgeführt werden. Wenn das Dachgeschoss also weder ausgebaut noch beheizt wird bzw. nicht daran gedacht ist, dieses in absehbarer Zeit zu tun, sollte eine zusätzliche Dämmung entweder

  • in die Decke eingebaut ( z.B. in die Hohlräume bei Holzbalkendecken) oder
  • auf die Decke aufgelegt oder
  • an der Unterseite der Decke befestigt werden.

Eine Dämmung der Dachschrägen ist bei nicht ausgebauten Dach weder notwendig noch sinnvoll, da hierbei eine im Kaltbereich liegende Fläche mit Dämmstoff versehen würde. Diese Dämmung hätte keine nennenswerte Wirkung.

Dämmung der obersten Geschossdecke

Sehr einfach gestaltet sich eine zusätzliche Dämmung, wenn die oberste Geschossdecke nicht die Aufgabe hat, als Speicher für allerlei Abgelegtes zu dienen. Dann kann bei einer Massivdecke ein Dämmstoff direkt aufgelegt oder aufgeblasen werden. Bei Holzbalkendecken ist dies auch möglich, jedoch sind einige Besonderheiten zu beachten.

Die wärmegedämmte oberste Geschossdecke ist meist effizienter als alle anderen Energiesparmaßnahmen. In der Regel werden sich die aufgewendeten Kosten bei ungedämmten Betondecken schon nach 3 bis 5 Jahren und bei Holzbalkendecken nach 5 bis 10 Jahren amortisieren.

Um einen U-Wert der obersten Geschossdecke von 0,14 W/m²K zu erzielen (Mindestanforderung der KfW-Förderbank), ist eine effektive Dämmstoffhöhe von etwa 24 cm bei Dämmstoffen der Wärmeleiffähigkeitsgruppe 0,04 erforderlich. Bei der Verlegung ist unabhängig vom verwendeten Dämmstoff auf Lückenlosigkeit der Dämmschicht zu achten.

Folien, gleich welcher Art, sind hier genauso fehl am Platz, wie z.B. dampfsperrende Kaschierungen auf den Fasermatten (keine Alufolie!). Bei mangelhafter Luftdichtheit von zu dämmenden Geschossdecken (Holzbalken-, Brettbinderdecken) gehört eine luftdichtende Ebene auf die warme Seite der Konstruktion (auf die von der darunter liegenden Raumseite sichtbare Decke).

Bei allen Dämmungen gilt: Der Dämmstoff soll möglichst dicht, ohne Unterlüftung an der zu dämmenden Decke anliegen.

Wärmegedämmte oberste Geschossdecke: Mineralwolle

Ausrollen von Mineralwollematten
Ausrollen von Mineralwollematten, Abbildung: Energieagentur NRW

Durch einfaches Ausrollen von Mineral- bzw. Glaswollematten wird die Wärmedämmung der oberen Geschossdecke beträchtlich verbessert. Diese Maßnahme geht besonders rasch von der Hand, wenn nur wenige Einbauten oder Durchdringungen (Schornsteine, Dunstrohre) zu umbauen sind. Das Preis-Leistungsverhältnis der Maßnahme ist besonders gut, wenn der Bauherr selbst Hand anlegt. Da bei der Verlegung möglichst keine Lücken bleiben sollten, empfiehlt es sich die Dämmstoffhöhe durch kreuzweise Verlegung von zwei Lagen zu erzielen. Um die Decke weiterhin begehen zu können ist die Ausbildung eines gedämmten Pfades aus einer Holzkonstruktion sinnvoll.

Eine Kaschierung mit Aluminiumfolie ist auf der Oberseite der Deckendämmung fehl am Platze
Eine Kaschierung mit Aluminiumfolie ist auf der Oberseite der Deckendämmung fehl am Platze

Eine Folie, gleich welcher Art, ist weder unterhalb noch oberhalb der Dämmstoffe erforderlich, wenn die Geschossdecke als luftdicht angesehen werden kann. Mineralwollematten mit einer Kaschierung aus einem dampfundurchlässigem Material (hier Aluminiumfolie) gehören nicht auf die oberste Geschossdecke. Infolge der dampfdichten Kaschierung auf der Oberseite bilden sich Wassertröpfchen an der Unterseite der Kaschierung, die die Wärmedämmung komplett durchfeuchten können.

Aufblasen von Zellulose

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Aufblasen von Zellulosedämmstoff
Das Aufblasen von Zelluloseflocken ist eine kostengünstige und sehr effiziente Methode zur optimalen Dämmung von Geschossdecken. Die Flocken verfilzen beim Aufblasvorgang und bilden eine lückenlose Dämmschicht. Einbauten bzw. Durchdringungen können ohne Schwierigkeiten umblasen werden. Die wärmedämmenden Eigenschaften sind sehr gut. Die vergleichsweise hohe Dämmstoffmasse wirkt sich im Sommer positiv auf die Behaglichkeit im darunter liegenden Geschoss  aus, denn die Decke wird verhältnismäßig langsam warm. Allerdings kann hier nur der Fachbetrieb tätig werden, da das Aufblasen spezielle Maschinen und Erfahrung benötigt. Das Aufblasen ist relativ rasch erledigt und preiswert. Es entsteht kein Verschnitt. Das Verfahren ist anderen Verfahren meiner Meinung nach technologisch und bauphysikalisch überlegen und schafft sowohl im Sommer als auch im Winter optimale Behaglichkeitswerte. Die energetische Amortisation tritt bei zellulosegedämmten Decken bereits nach einem Winter ein.
wärmegedämmte oberste Geschossdecke (belüftetes Flachdach, Betonkonstruktion)
wärmegedämmte oberste Geschossdecke (belüftetes Flachdach, Betonkonstruktion)
Das Aufblasen von Zellulosedämmstoff (türkis dargestellt) eignet sich auch für die Dämmung der obersten Geschossdecken in Häusern mit Beton-Flachdach (z.B. Mehrfamilienhäuser, kommunale Gebäude, Kita’s u.a.). Insbesondere bei nicht begehbaren Konstruktionen, z.B. bei Betondecken, ist das Einblasen oftmals die einzige Möglichkeit, eine gute und nachhaltige Dämmung aufzubringen. Allerdings bleiben Wärmebrücken im Randbereich der gedämmten Geschossdecke erhalten (rote Pfeile). Sie lassen sich nur durch eine zusätzliche Außendämmung (z.B. WDVS) kompensieren.

Ähnliche Ergebnisse werden bei Pult- bzw. Satteldachkonstruktionen aus Holz mit geringer Dachneigung erreicht. Ebenfalls möglich: Das Ausblasen von vorhandenen Hohlräumen bzw. nur teilweise gedämmten Hohlräumen. Es entsteht keine nennenswerte Beeinträchtigung der Mieter während der Ausführung.

Oberste Geschossdecke: Dämmung mit Sandwichelementen

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Auch bei Sandwichlementen wird, anders als hier dargestellt, keine Folie benötigt.
Selbstverständlich lässt sich eine gedämmte oberste Geschossdecke auch so erzielen, dass anschließend die Begehbarkeit der gesamten Fläche weiterhin möglich ist und die Belastung, die ggf. durch Schränke und Haushaltgegenstände entsteht, keine Probleme macht. Dazu kann eine Holzkonstruktion erstellt werden, die dann z.B. mit Zelluloseflocken ausgeblasen wird. Die Abdeckung kann mit OSB-, Spanplatten, oder mit Dielenbrettern erfolgen. Eine weitere, sehr einfache und preiswerte Lösung für diese Aufgabe stellen druckbelastbare Wärmedämm-Sandwich-Elemente dar. Sie werden, teilweise mit Nut und Feder versehen, einfach ausgelegt, zusammengefügt und miteinander verklebt. Die Platten bestehen aus druckbelastbaren Dämmstoffen (z.B. Schaumpolystyrol, Holzfaserdämmplatten, PU-Schaum), auf die begehbare Nutzschichten (meist Spanplatten) zur Lastverteilung aufgeklebt wurden. Das Angebot an solchen Platten ist reichhaltig.
Oberste Geschossdecke mit zahlreichen Durchdringungen
Oberste Geschossdecke mit zahlreichen Durchdringungen
An den grundlegende Forderungen, die an eine solche Dämmmaßnahme gestellt werden, ändert sich jedoch nichts. Lediglich die Einbauhöhe, die für die Fördermöglichkeit maßgebend ist, kann, z.B. bei Sandwichplatten mit den Dämmstoff PU-Schaum, etwas geringer ausfallen. Gibt es allerdings zahlreiche Ecken und Kanten, Durchdringungen aller Art, ist die Verlegung einer lückenlosen Dämmschicht mit diesem Verfahren aufwendig. Aber es gibt ja auch die Möglichkeit, die Platten nur in ungestörten Bereichen zu verlegen und die restlichen Flächen mit einem schüttfähigen, einblasfähigen oder stopfbaren Material zu dämmen.

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