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Kosten und Nutzen der Brennwerttechnik

19.11.2017 | 9 x | von: now | Kategorie: Gas-Brennwerttechnik, Heizungsanlagen modernisieren | Druckansicht Druckansicht

Kosten und Nutzen der Brennwerttechnik
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Zu Kosten und Nutzen der Brennwerttechnik, ihren technischen und ökonomischen Einsparpotenzialen, Betriebskosten, Investitionskosten, Wartung

Aller Hausbesitzer möchten im Winter so preiswert wie möglich zu heizen. Die Frage nach dem günstigsten Heizungsystem ist jedoch nicht einfach zu beantworten. Zu viele Preisbestandteile der „Wärme“ sind Schwankungen unterworfen und für die Zukunft nicht vorhersehbar. Es ist auch schwierig alle Preisbestandteile einer „warmen Heizung“ zusammenzutragen, also nicht nur die Brennstoffkosten, sondern auch Anschaffungskosten für Kessel, Regelung, Pumpen, Ventile, Sicherheitseinrichtungen und Abgasanlage ebenso wie zukünftige Wartungs- und Reparaturkosten. Werden verschiedene Heizkostenvergleiche unterschiedlicher Interessengruppe zu Rate gezogen, so ergibt sich in der Tendenz dennoch ein relativ klares Bild. Die Unterschiede der Kosten für einzelne Heizsysteme sind meist geringer als angenommen, aber immer liegt die Gas-Brennwertheizung im Vorderfeld der günstigsten Heizsysteme.

Übergabe nach erfolgreichem Einbau eines Brennwertkessels
Übergabe nach erfolgreichem Einbau eines Brennwertkessels

Kann also mit Erdgas geheizt werden und wird für die Wärmeerzeugung ein Brennwertkessel genutzt, kann eigentlich nicht viel schiefgehen. Heizungsanlagen mit Gas-Brennwertgerät sind ausgereift und einfach in der Konstruktion. Sie sind preiswert zu haben und rasch im Neubau oder bei der Modernisierung eingebaut. Die Folgekosten sind gering, der Wirkungsgrad, also die Brennstoffausnutzung, sehr hoch. Der Erdgaspreis ist, wie bei anderen Energieträgern auch, ein Marktpreis. Die Macht der Verbraucher daran etwas zu ändern ist gering. Aber dies gilt für alle anderen Energieträger schließlich auch.

Kosten und Nutzen der Brennwertetechnik stehen in einem günstigen Verhältnis zueinander.

Schauen wir uns die Investitionskosten etwas genauer an. Für einen Brennwertkessel müssen etwa 500,- EUR mehr ausgeben werden als für einen Niedertemperaturkessel. Dafür erhält man jedoch ein komplettes System mit allen wesentlichen Baugruppen. Bei den billigeren Niedertemperaturkesseln kommen z. B. die Pumpenbaugruppe und Sicherheitseinrichtungen, oft auch die Regelung noch hinzu. Außerdem wird der durchschnittliche Aufwand für eine Schornsteinsanierung (Einzug von Edelstahl- oder Keramikrohren, 1200,- bis 2000,- €) höher liegen als bei einem Abgassystem für Brennwertheizkessel aus Kunststoff, z. B. PPS (ca. 900,- bis 1500,- €). Eine Dachheizzentrale für ein raumluftunabhängig betriebenes Gas-Brennwertheizgerät wird sogar schon für 250,- EUR angeschlossen, sofern die Kosten für den Dachdurchtritt unbeachtet bleiben. Ein noch vorhandener Schornstein bleibt dann für den Anschluß eines Holz-Heizkamines erhalten.

Geringere Kosten für den Schornsteinfeger

Die besonders gute Energieausnutzung und die systembedingt geringen Schadstoffemissionen von Brennwertheizgeräten hat der Gesetzgeber anerkannt. Darum ist eine Überprüfung des Abgasverlustes nach der BundesImmissionsSchutzVerordnung für Brennwertheizkessel nicht erforderlich. Im Klartext heißt das, Sie zahlen beim Besuch des Schornsteinfegers für Ihr Brennwertheizgerät deutlich weniger Gebühren als Ihr Nachbar für seinen konventionellen Niedertemperaturkessel. Die genaue Tätigkeit und die Höhe der Gebühren richtet sich allerdings nach den Festlegungen in den Kehr- und Überprüfungsordnungen der einzelnen Bundesländer, die sich voneinander unterscheiden können.

Während der Schornsteinfeger etwas schlechter wegkommt (weshalb er auch einer der härtesten Gegner der Brennwerttechnik war) ist mit etwas höheren Kosten für Wartung und Instandhaltung zu rechnen, was wiederum den Heizungsmonteur freut. Der Betriebsstrom für Pumpen ist abhängig von deren Zahl und Qualität. Heute üblich sind selbstoptimierende Hocheffizienzpumpen mit geringer Leistung. Der Strombedarf der erforderlichen Regelungstechnik ist sehr gering. Zusätzlichen Stromaufbedarf weisen Brennwertgeräte für die Gebläse aus. Moderne Ventilatoren sorgen aber auch hier für ein geringen Gesamtverbrauch.

Da ich unter dem Aspekt verbesserter Behaglichkeit empfehle, generell größere Heizkörper einzubauen, als dies allgemein üblich ist, sind hier keine Mehrkosten zu berücksichtigen. Bei Wandheizungen bzw. Fußbodenheizungen gibt es keine Unterschiede.

Gute Wirtschaftlichkeit

Maximaler Wirkungsgrad von Brennwertkesseln auf den heizwert bezogen
Maximaler Wirkungsgrad von Brennwertkesseln auf den heizwert bezogen

Bei der Bewertung der Kostenunterschiede fällt natürlich der bessere Wirkungsgrad je nach Verbrauch erst mittel- bis langfristig ins Gewicht. Jedoch gibt es kaum eine Modernisierungs-Situation, bei der sich der Mehraufwand nicht rechnen würde. Wenn also der vorhandene Nicht-Brennwertkessel schon einige Jährchen auf dem Buckel hat ist eine Modernisierung fast immer wirtschaftlich und für die Umwelt sinnvoll. Für die vom Konzept her noch älteren Konstanttemperaturkessel gilt dies natürlich grundsätzlich ebenso.

Die Jahresheizkosten einer Anlage mit Brennwerttechnik sind gegenüber einer Anlage mit konventioneller Niedertemperaturtechnik tendenziell umso niedriger, je höher der Wärmebedarf des Gebäudes ist. Anders ausgedrückt: Je mehr Gas verbrannt werden muss, umso rascher rechnet sich z.B. Brennwerttechnik in der Modernisierung.

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