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Ein Eimer voll Wasser, täglich?

02.10.2019 | von: fegonnow54 | Kategorie: Luftfeuchte, Luftfeuchte und Kondensat, Luftqualität | Druckansicht Druckansicht

Anwendungen mit Wasser setzen eine erhebliche Menge Wasserdampf frei, die durch häufiges und rechtzeitiges Lüften abgeführt werden muss.

Beim Kochen wird viel Wasserdampf freigesetzt (Bild von Melanie Feuerer auf pixabay.com)
Beim Kochen wird viel Wasserdampf freigesetzt (Bild von Melanie Feuerer auf pixabay.com)

Die Bilanz ist erstaunlich: Eine dreiköpfige Familie produziert an einem durchschnittlichen Tag soviel Wasserdampf, dass, wenn dieser kondensieren würde, etwa ein dreiviertel voller Eimer Wasser zur Verfügung stünde. Täglich. 365 Tage im Jahr.

Ich kann das nicht glauben und versuche ein paar verlässliche Angaben zusammen zu tragen. Verlässliche Zahlen finde ich wohl bei der Verbraucherzentrale (“Alles über Schimmel in Wohnungen“, dazu etwas abweichende Verbrauchsangaben enthält die DIN 4108-8. Auch in dem Buch „Wohnungslüftung – frei und ventilatorgestützt: Anforderungen, Grundlagen“ von Ehrenfried Heinz finde ich verschiedene Werte. Ich nutze alle drei Quellen und nehme eine mittlere von-bis Spanne.

Vorgang

pro Stunde bzw. pro Vorgang

Summe dreiköpfige Familie (je nach Abwesenheit)

Eine Person atmet und schwitzt (leichte Tätigkeit)

30 bis 50 ml/Stunde

2160 bis 3600 ml /Tag

Eine Person duscht, einschließlich Zähneputzen und Handtuchtrocknung

300 bis 600 ml/Vorgang

900 bis 1800 ml /Tag

Eine Zimmerpflanze verdunstet, Gießwasser

2 bis 4 ml/ Stunde

Zwei Pflanzen = 96 bis 192 ml/ Tag

Kochen (Elektro) für drei, einschließlich Gemüse putzen

700 bis 1200 ml / Tag

700 bis 1200 ml /Tag

Kochen mit Gas (zusätzliche Feuchtefreisetzung durch Gasverbrennung)

+ 500 ml/ Tag

+ 500 ml /Tag

Geschirrspülmaschine, einmal täglich (Trocknungsvorgang)

80 bis 120 ml/ Tag

80 bis 120 ml/ Tag

Wäsche trocknen in der Wohnung, eine Trommel voll, abhängig von der Schleuderdrehzahl

1200 bis 2000 ml/ Tag

1200 bis 2000 ml / Tag

Aquarium, abgedeckt

80 bis 150 ml /Tag

80 bis 150 ml / Tag

Ein mal feucht wischen, einschließlich Wischmob trocknen

?

 

Hund, mittelgroß

20 bis 40 ml/ Stunde

22 Stunden = 440 bis 880 ml /Tag

Hauskatze (mit Freigang)

10 ml /Stunde

16 Stunden, 160 ml/Tag

Kaffeevollautomat

?

 

Schuhe trocknen

?

 

Kühlschrank, Gefrierschrank. Kondensatverdunstung

?

 

Summe dreiköpfige Familie, ohne Hund und Katze, Kochen elektrisch

 

5056 ml bis 8792 ml

In der Summe macht dies pro Tag etwa 5 bis 9 Liter Wasser. Das ist viel! Und für einige Vorgänge habe ich gar keine Zahlen gefunden; diese Wassermengen kommen also noch hinzu, andere fallen dagegen weg,  z.B. wenn nicht gekocht wird. Ich stelle mir vor, dass ein gefüllter Wassereimer in der Diele umkippt. Die Aufregung wäre groß. Alle eilten mit Lappen und Handtüchern herbei, um die Wassermassen aufzusaugen. Die Handtücher wandern in die Waschmaschine, aber ein großer Teil der Lappen würde im Bad zum Trocknen aufgehängt…

Mir geht durch den Kopf, dass diese Wassermenge noch zur Grundfeuchtigkeit in der Wohnung hinzu kommen muss und mache eine überschlägige Rechnung auf.

Unsere dreiköpfige Beispielfamilie wohnt in einem Mehrfamilienhaus auf 80 m². Die Wohnung hat eine Wohnraumhöhe von 2,50 m, woraus sich ein Volumen von 200 Kubikmetern errechnet. Bei durchschnittlich 20 °C Raumtemperatur und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 60% sind 10,4 Gramm Wasserdampf in einem m³ Raumluft gelöst. Das ergibt 10,4 Gramm pro Kubikmeter Raumluft mal 200 m³ = 2080 Gramm Wasser. Und etwa 5 bis 9 Liter Wasser, je nach Nutzung, Familiengröße, usw. kommen jeden Tag hinzu.

Wie geht das, ohne dass es langsam feucht wird? Denn schon am Tag eins müsste die relative Luftfeuchtigkeit recht schnell die 100 % Marke erreichen. Aber es herrscht nach dem Duschen, Kochen oder Wäsche trocken doch kein Nebel in der Wohnung! Nein, das kann nicht sein. Irgendwie werden wir diese Feuchtemengen, zumindest einen Teil davon, wieder los, aber wie? Verschwindet das Wasser durch die Wände nach außen, z.B. durch die ominöse Wandatmung? Nehmen die Gegenstände und Baumaterialien Wasser auf und transportieren es irgendwohin? Oder ist alles nur ein Frage der richtigen Lüftung?

Den entscheidenden Hinweis dazu finde ich in einem DIN Fachbericht (4108-8:2010-09). Darin heißt es in Abs. 6.2. „Feuchtefreisetzung“: „Die Raum-Luftfeuchtigkeit hängt wesentlich von der Zahl der Bewohner, der Wohnungsgröße und der Wohnungsnutzung ab. Nutzungsbedingungen, wie hohe Belegungsdichte, freies Wäschetrocknen, viele Pflanzen, viele Haustiere usw., führen zu einer hohen Raum-Luftfeuchtigkeit. Die anfallende nutzungsbedingte Feuchte muss durch Lüftung abgeführt werden.“

Mein Fazit: Die täglich anfallende Wasserdampfmenge ist erheblich und muss offenbar durch Lüftung abgeführt werden….weiterlesen

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