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Oberflächentemperatur von Wand, Fenster, Fußboden ermitteln

14.12.2017 | 52 x | von: now | Kategorie: Behaglichkeit | Druckansicht Druckansicht

Oberflächentemperatur von Wand, Fenster, Fußboden ermitteln
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In diesem Artikel erfahren Sie, wie und womit die Oberflächentemperatur von Wand, Fenster, Fußboden und anderen Flächen ermittelt wird.

Während für die Erfassung der Raumlufttemperatur meist gleich mehrere, mehr oder weniger gut gehende Thermometer im Haushalt vorhanden sind, gibt es für die Ermittlung der Oberflächentemperatur meist kein geeignetes Messinstrument. Die Oberflächentemperatur lässt sich mit einem normalen Thermometer aber nicht bestimmen. Dazu benötigt man ein sogenanntes Infrarot-Thermometer. Sie ermitteln die Oberflächentemperatur berührungslos, in dem die von der jeweiligen Fläche ausgehende Strahlungsleistung ausgewertet wird.

Infrarotthermometer zur Ermittlung der Oberflächentemperatur
Infrarotthermometer zur Ermittlung der Oberflächentemperatur

Das Infrarotthermometer im Haushalt kaum vorhanden sind, liegt sicher an den ehemals sehr hohen Preisen für diese Geräte. Inzwischen kann man ausreichend genau messende Geräte für weniger als 20 € schon im Discounter erwerben. Im Bild ist der rötliche Laserpointer eines Infrarotthermometers auf der Wand gut erkennbar. Mit ihm wird der ungefähre Messfleck anvisiert, für den die Oberflächentemperatur ermittelt wird. Im Display wird die mittlere Temperatur des Oberflächenausschnittes in °C (hier 6,8°C) angegeben.
Mit Hilfe von Infrarot-Thermometern ist die Ermittlung der Oberflächentemperatur und das einfache und rasche Auffinden von Wärmebrücken kostengünstig und schnell möglich. Mit dieser Kenntnis lassen sich Ursachen für Behaglichkeitsstörungen eingegrenzen. Um die Wirkung von Wärmebrücken bzw. schwacher Dämmung zu erkunden, sollten die mit einem Infrarotthermometer erfassten Oberflächentemperaturen in einem Bild notiert werden.

Liegen die Oberflächentemperaturen bei etwa 20°C Raumlufttemperatur deutlich unter 17°C, liegt ein Mangel des Bauteiles vor, der sich negativ auf die empfundene Behaglichkeit auswirkt. Bei mehr als fünf Grad Unterschied lohnt es, sich intensiver mit der Problematik auseinander zu setzen.

Oberflächentemperaturen informativer erfassen: Thermografie

Um jedoch Abbildungen ganzer Kaltbereiche mit entsprechenden Abgrenzungen zu erhalten, wird eine Thermografiekamera benötigt. Diese Kameras erfassen die Oberflächentemperaturen von vielen einzelnen Punkten und setzen das Ergebnis in ein anschauliches Bild um.

Eine kalte Außenwandecke beeinflusst die Behaglichkeit
Eine kalte Außenwandecke beeinflusst die Behaglichkeit

Für die Ursachenermittlung von Behaglichkeitsdefiziten ist vor allem die Innenraumthermografie von Bedeutung. Mit ihrer Hilfe gelingt es u.a. auch Wärmebrücken zu lokalisieren, die ursächlich für feuchte Ecken, eventuell mit Schimmelbefall, in Frage kommen. Näheres finden Sie im informativen Thema Schimmelpilz.

Leider wird nur die Außenthermografie einigermaßen preisgünstig angeboten, wobei die Qualität der Berichterstattung oft zu wünschen lässt. Denn auch aus guten Wärmebildern der Außenthermografie lassen sich m.E. auch Schlussfolgerungen auf Störgrößen der Behaglichkeit ziehen. Dies setzt langjährige Erfahrungen bei der Interpretation von Wärmebildern voraus.

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