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Die Höhe der Luftfeuchtigkeit begrenzen

11.12.2017 | 17 x | von: now | Kategorie: Bauphysik, Lüften lernen!, Luftfeuchte und Kondensat | Druckansicht Druckansicht

Die Höhe der Luftfeuchtigkeit begrenzen
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Um im Winter Störungen der Behaglichkeit und den Anstieg der Heizkosten zu vermeiden, sollten wir im Raum die relative Luftfeuchtigkeit begrenzen.

Wenn von Luftfeuchte oder Luftfeuchtigkeit gesprochen wird, geht es in aller Regel um die sogenannte relative Luftfeuchtigkeit der Raum- bzw. der Außenluft. Relativ ist die Feuchte deshalb, weil die Feuchtigkeitsaufnahme der Luft von der Temperatur abhängig ist. Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit, also Wasserdampf, an sich binden als kalte Luft. Da z.B. in der Raumluft immer eine bestimmte Feuchtigkeitsmenge enthalten ist, interessiert uns welche Höhe der Behaglichkeit zuträglich ist, und wann die Alarmglocken ertönen sollten. Von Bedeutung sind dabei folgende Sachverhalte:

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Fenster beschlagen während der Lüftung von außen
  • Raumluft mit hohem Feuchteanteil erwärmt sich langsamer als trockene Luft, gewünschte Temperaturänderungen dauern also länger.
  • Trifft feuchte Raumluft auf vergleichsweise kalte Oberflächen, kann in der Luft gebundene Feuchtigkeit ausgeschieden werden, so dass diese Oberflächen beschlagen („Beschlagene Scheiben“) erhöht.
  • Die meisten der in den Hüllflächen verwendeten Baustoffe, wie Tapeten, Putz, Ziegel können eine gewisse Menge kondensierende Feuchtigkeit ohne Probleme einlagern (Sorptionsfähigkeit) und in alle Richtungen weiter transportieren (Kapillarität). Die Baustoffe können aber auch so feucht werden, dass es zu feuchtebedingten Bauschäden kommt.
  • Feuchtere Baustoffe leiten Wärme besser (im Winter nach außen), was zum Absenken der Oberflächentemperatur an der Innenseite führt – die Behaglichkeit leidet.

Hohe Luftfeuchtigkeit führt zu steigenden Heizkosten

Hygrometer zur Erfassung der Luftfeuchtigkeit mit Alarmfunktion
Hygrometer zur Erfassung der Luftfeuchtigkeit mit Alarmfunktion

Steigt die Luftfeuchtigkeit im Raum also an, kann sich auch der Feuchtegehalt in den Hüllflächen, also den Wänden, der Decke und dem Fußboden erhöhen. Die Wärmeleitung von der warmen zur kalten Seite dieser Bauteile nimmt dann zu, wodurch deren innere Oberflächentemperatur sinkt. Mit sinkender Oberflächentemperatur steigt unser Bedürfnis nach wärmerer Raumluft. Infolgedessen erhöht sich der Heizbedarf, da zusätzliche Heizenergie nachgeführt werden muss. Die Heizlast des Raumes steigt, die Kostenlast ebenfalls.

Die relative Luftfeuchtigkeit im Raum sollte im Winterhalbjahr bei einer Raumtemperatur von 20°C  50% rel.F. (relative Feuchte) möglichst nicht dauerhaft überschreiten.

Dies lässt sich unter heutigen Wohnbedingungen, d.h. bei dicht schließenden Fenstern und einer Zentralheizungsanlage, nur durch häufigen Luftwechsel bewerkstelligen. Lüften Sie daher oft und kurz mit weit geöffneten Fenstern. Eine sinnvolle technische Ergänzung ist der Einbau einer einfachen, feuchtegesteuerten Abluftanlage, die die Luft aus Bad und Küche absaugt. Beachten Sie dazu bitte die Informationen im Abschnitt Raumklima und frische Luft.

Wenn im Winterhalbjahr nach dem Öffnen der Fenster die Glasscheiben kurzzeitig von außen beschlagen, zeigt dies meist eine zu hohe Raumluftfeuchtigkeit an!

Die Luftfeuchtigkeit der Raumluft ist eine für die Behaglichkeit wichtige Größe. Zu hohe Werte (> 60%) lassen den Körper rascher auskühlen sowie den Wärmebedarf und die Gefahr der Schimmelbildung ansteigen.

Auch mit Hilfe von Salzen oder mittels elektrischer Geräte kann man die Luftfeuchtigkeit begrenzen. Das ist aber nur dann eine gute Idee, wenn es sich um zu hohe Raumluftfeuchte infolge eines Wasserschadens handelt. Für eine dauerhafte Anwendung sind die Kosten viel zu hoch. Bei der Anwendung elektrischer Luftentfeuchter würden wir die mit trockenerer Luft verbundenen geringeren Heizkosten durch deutlich höhere Stromkosten aufwiegen.

Ganz und gar ungeeignet: Luftbefeuchter am Heizkörper
Ganz und gar ungeeignet: Luftbefeuchter am Heizkörper

In meiner praktischen Tätigkeit vor Ort bin ich oftmals in Wohnungen gerufen worden, in denen es Schimmelprobleme gab. Die von mir gemessen relative Feuchte lag im Winter meist deutlich jenseits der 60%. Überraschend war, das ich gerade in solchen Wohnungen an den Heizkörpern Luftbefeuchter entdecken konnte. Offenbar hat das weit verbreitete Vorurteil „Heizungsluft sei zu trocken“ Wirkung gezeigt.

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