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Heiztechnik gegen Kaltluftfall und Strahlungswärmeentzug

14.11.2017 | 41 x | von: now | Kategorie: Behaglichkeit, Fenster und Türen, Heizkörper | Druckansicht Druckansicht

Heiztechnik gegen Kaltluftfall und Strahlungswärmeentzug
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Sie erfahren, wie mit Heiztechnik gegen Kaltluftfall und Strahlungswärmeentzug vorgegangen wird, um optimale Behaglichkeit zu schaffen.

Die bedeutenden Störfaktoren optimaler Behaglichkeit, Kaltluftfall und Strahlungswärmeentzug, sind mit Mitteln der Heiztechnik zurück zu drängen. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Möglichkeiten, Bauteile, wie Außenwände oder Fenster, auf ein hohes Dämm-Niveau zu bringen, technisch bzw. finanziell ausgeschöpft sind.

Heizkörper gehören unter das Fenster

Dass Heizkörper unter den Fenstern angebracht werden sollten, ist eine allgemein akzeptierte Erkenntnis. Damit kann dem Kaltluftfall vor den Verglasungen eine Aufwärtsströmung warmer Luft entgegengesetzt werden. Gleichzeitig wird dem Strahlungswärmeentzug durch die warme Heizkörperfläche entgegengewirkt.

Idealer Heizkörper: Hoher Strahlungsanteil nach vorne und ausreichende Konvektionsströmung nach oben
Idealer Heizkörper: Hoher Strahlungsanteil nach vorne und ausreichende Konvektionsströmung nach oben

Wenn ein Heizkörper unter dem Fenster angebracht ist, bewegt sich die Warmluft nach oben, also entgegen der sich an der kalten Scheibe abkühlenden Luft. Ist der Luftstrom warmer Luft nach oben gleich oder größer der nach unten fallenden Kaltluft, kommt die kalte Luft nicht mehr am Boden an. Sie vermischt sich im Fallen mit der Warmluft. Damit das Ganze optimal funktioniert, sollte der Heizkörper mindestens so breit sein wie das Fenster. Sonst könnte es passieren, dass kalte Luft sich doch links und rechts des Warmluftstromes vorbei mogelt und auf den Boden sinkt.

Großflächige Heizkörper erhöhen die Strahlungsleistung

Was aber ist, wenn die Fenster energetisch modernisiert sind und die Außenwände statt derer zu den kältesten Flächen werden? Dann wäre eine Längen-Ausdehnung des Heizkörpers wünschenswert.

Beachten: Warmluftströmung nach oben gegen den Kaltluftfall
Beachten: Warmluftströmung nach oben gegen den Kaltluftfall

Wärmende Behaglichkeit kann von der Heiztechnik nur ausgehen, wenn sie

  • die gewünschte Lufttemperatur ermöglicht,
  • den Kaltluftfall vollständig kompensiert und
  • einen hohen Anteil Strahlungswärme in den Raum abgibt.

Diese Aufgabe erfüllen einlagige Plattenheizkörper mit großer Ansichtsfläche am Besten. Diese Heizkörper-Bauform wird allerdings viel zu selten vom Installateur angeboten und eingesetzt (ist aber verfügbar!). Der Einbau solcher Heizkörper verringert, wenn sie lang genug sind, außerdem oberflächliche Durchfeuchtungen in kalten Raumecken mit nachfolgendem Schimmelpilzwachstum.

Vorhänge behindern die Wärmeabstrahlung von Heizkörpern
Vorhänge behindern die Wärmeabstrahlung von Heizkörpern

Wärmestrahlung ist eine gerichtete Größe. Wie das Licht, kann die Wärmestrahlung nur wirken, wenn keine Gegenstände wie Schränke, Möbel usw. die strahlende Fläche abdecken. Wenn Sie sich vor sehr intensiver Strahlung schützen wollen, halten Sie die Hand oder einen Gegenstand, also eine Abschirmung zwischen sich und die Strahlungsquelle, um deren Wirkung aufzuheben. Das tun Sie bei starker Sonneneinstrahlung, wie bei einem intensiven Lagerfeuer. Die milde Wärmestrahlung eines nicht zu heißen Heizkörpers dagegen möchten wir vollständig an uns heran lassen und genießen.Verzichten Sie daher auf lange, dichte Gardinen vor den Heizkörpern und auf Heizkörperverkleidungen!

Kaltluftfall bei Glaserkern und Wintergärten verringern

Kaltluftfall und Strahlungswärmeentzug sind insbesondere bei der Planung von Glaserkern oder beheizten Wintergärten zu beachten. Vor solchen Glasflächen kann es in Sitzecken bei niedrigen Außentemperaturen und ohne Sonneneinstrahlung sehr unbehaglich werden. Es sei denn, durch entsprechende Heizkörper wird

  • der durch die kälteren Glasoberflächen hervorgerufene Strahlungswärmeentzug des Körpers kompensiert und
  • der Kaltluftfall durch aufsteigende Warmluft aufgehoben.

Großflächige Heizkörper können da helfen, müssen aber vor den Glasflächen angeordnet sein. Aber entsprechend großflächige Heizkörper behindern wieder den Durchblick. Auch der Einsatz von so genannten Unterflurkonvektoren ist möglich. Sie werden vor den Glasflächen im Fußboden eingelassen. Wie in Schwimmbädern üblich, werden die Glasflächen durch ein integriertes Gebläse mit warmer Luft angeblasen. Sowohl Heizkörper als auch Konvektoren verbessern die Behaglichkeit. Gebläseunterstützte Konvektoren jedoch sind teuer, rufen Geräusche hervor und verwirbeln den Staub. Beide Lösungen verursachen außerdem recht hohe Energieverluste. Vor Glasflächen angeordnete Heizkörper müssen daher auch mit einer Wärmedämmung gegenüber der Glasfläche zu versehen werden. Da kann gleich eine sehr gut gedämmte Brüstung vorgesehen werden.

Ist die Glasqualität dagegen sehr gut, können recht hohe Oberflächentemperaturen auf der inneren Glasseite erreicht werden. U-Werte um 0,5 (Dreifachverglasung) sind heute möglich. Im preisgünstigen Bauträgerhaus sind solche Glasqualitäten jedoch auch heute noch nicht durchgängig anzutreffen.

Bei großflächigen Verglasungen wird es aber nicht nur ein Behaglichkeitsproblem im Winter geben. Die Sonneneinstrahlung im Sommer, auch die diffuse Einstrahlung, kann – bei geringer Baumasse und wenn keine geeigneten Verschattungseinrichtungen vorhanden sind, zu untragbarer „Überhitzung“ der Räume führen.

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