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Dachdämmung: Dachbodendämmung oder Dachausbau?

14.11.2017 | 103 x | von: now | Kategorie: Baustoffe, Dachbaustoffe, Dächer, Oberste Geschossdecke | Druckansicht Druckansicht

Dachdämmung: Dachbodendämmung oder Dachausbau?
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Dachdämmung: Dämmung der obersten Geschossdecke bei unbeheiztem Dach oder Dämmung der Hüllfläche bei beheiztem Dachgeschoss?

Bei keinem anderen Bauteil des Hauses wird so viel selbst – und leider oft auch falsch – gemacht, wie bei einem Dach, das entweder ausgebaut, beheizt und also auch gedämmt wird oder wo der Dachboden lediglich als Speicher genutzt wird. Aber nicht nur Laien machen Fehler. Fachhandwerker, wie Dachdecker oder Trockenbauer, haben die unterschiedlichsten Auffassungen z.B. dazu, ob dieses oder jenes belüftet werden darf, oder etwas atmen muss oder nicht, und wo man denn nun den Taupunkt nicht hinlegen darf.

Dachdämmung: Dachausbau oder Dämmung der obersten Geschossdecke?
Dachdämmung: Dachausbau oder Dämmung der obersten Geschossdecke?
Eine Wärmedämmung innerhalb des Hauses auf der obersten Geschossdecke oder in der Dachschräge – zu verlegen ist für den Laien möglich. Aber entgegen zahlreich verbreiteter “do it yourself”-Anleitungen ist es alles andere als einfach, immer die richtigen Entscheidungen zu treffen, zumal Bauschadensrisiken konsequent vermieden werden müssen.

Bevor ich mich mit den Fragen einer Dachdämmung beschäftige, möchte ich folgende Fallunterscheidung treffen:

Handelt es sich

  • um eine Wärmedämmung der obersten Geschossdecke, wobei der Dachboden, (Dachraum) unbeheizt bleibt oder
  • um die Wärmedämmung der Hüllfläche eines ausgebauten und beheizten Dachraumes?

Den Dachboden zu dämmen, also die obersten Geschossdecke eines Gebäudes, ist immer dann richtig, wenn der Dachraum lediglich als Trockenboden oder Speicher für allerlei Krempel genutzt wird. In diesem Fall bleibt es also über der Wärmedämmung im Winter kalt. Der Dachraum kann und sollte mit Außenluft belüftet werden können. Da Frostgefahr besteht, ist ggf. auf Heizungsrohre und Ausdehnungsfäße (Schwerkraftheizung) zu achten. Sichtbar bleiben die Unterspannbahn, oder wo es keine gibt, die Dachziegel. Der Einbau von Wärmedämmung in die Dachschrägen wäre in diesem Fall zwar technisch möglich, aber wenig sinnvoll, da Wärmedämmung nur bei Temperaturunterschieden wirksam wird.

Dämmung des Dachbodens

Dämmung der obersten Geschossdecke von oben (Dachraum unbeheizt)
Dämmung der obersten Geschossdecke von oben (Dachraum unbeheizt)
Bevor gedämmt wird, ist also zu klären, wo die Dachdämmung den besten Nutzen zeigt und das geringste Bauschadensrisiko besteht. Die Dachbodendämmung ist in der Regel mit dem erforderlichen Hintergrundwissen unkompliziert und auch für den Laien möglich. Die Wärmedämmung wird auf die oberste Geschossdecke von oben oder unten auf- oder in die Deckenkonstruktion eingebracht. Dabei besteht die Möglichkeit Wärmedämmstoffe einfach auszulegen, mit der Verlegung der Dämmschicht eine neue begehbare Nutzschicht vorzusehen, Dämmstoffe in eine Holzbalkendecke einzublasen oder die Dämmung von der Raumseite der obersten Geschossdecke vorzunehmen. Diese Maßnahme ist meist wenig aufwendig und in der Regel auch wirtschaftlich.

Bleibt das gesamte Dachgeschoss unausgebaut, und damit auch unbeheizt, gehört die Wärmedämmung auf die oberste Geschossdecke. Werden Teile des Dachgeschosses ausgebaut und beheizt, wird die mit dem Ausbau entstehende Hüllfläche gedämmt.

Dämmung des Dachraumes

Soll das Dachgeschoss ganz oder teilweise bewohnt werden, ist die Sache schon komplizierter. In diesem Fall ist es wichtig sich vorzustellen, wo die Grenzflächen des Ausbaus liegen, denn hier gehört die Wärmedämmung hin.

Wird das Dachgeschoss ganz oder teilweise ausgebaut, und damit auch beheizt, gehört die Wärmedämmung auf bzw. in die zur kalten Außenluft grenzenden Hüllflächen der beheizten Räume. Innenwände bzw. der Fußboden zu den unterhalb liegenden beheizten Räumen bleiben wärmetechnisch gesehen ungedämmt.

Lage der Dämmschicht bei einem Dachgeschossausbau
Lage der Dämmschicht bei einem Dachgeschossausbau
Die Dachdämmung selbst beginnt mit der Festlegung des zu erreichenden Dämmniveaus (Dämmstoffstärke und Dämmstoff), geht über die Wahl der richtigen Unterspannbahn bzw. einer anderen Art der Vordeckung der Dachschrägen und endet mit der Auswahl eines geeigneten Systems zur Herstellung der raumseitigen Luftdichtheit. Ist eine Unterspannbahn aus Folien bzw. ein Unterdeckung aus Brettschalung mit Bitumenpappe bereits vorhanden, sind Kenntnisse über deren bauphysikalische Eigenschaften wichtig. Sie entscheiden über das weitere Vorgehen und den Systemaufbau der Wärmedämmmaßnahmen im Dach. Tiefer gehende Informationen dazu erhalten Sie im Thema: Unterdach, Vordeckung, Unterspanbahn

Ist noch keine Unterdeckung vorhanden (Neubau bzw. Neueindeckung) sind dem ausführenden Betrieb klare Vorgaben zu machen, was beabsichtigt ist. Wird ausgebaut und geheizt, ist die Unterdeckung winddicht und mit geringstmöglichem Wasserdampfdiffusionswiderstand auszuführen. Dies kann mit einer diffusionsoffenen Unterspannbahn (sd-Wert kleiner 0,05 m) oder mit einer Unterdeckung aus Holzfaserdämmplatten erreicht werden.

Gesetzliche Vorgaben zur Dämmung im Dach

Orientiert sich der Bauherr an den Forderungen der Energieeinsparverordnung 2016, darf bei einem nachträglichen Dachausbau (Wohnen!) bzw. bei der Dämmung der obersten Geschossdecke der U-Wert 0,24 W/m²K nicht überschreiten. Bei Inanspruchnahme von Fördermitteln der KFW-Förderbank (2016) darf der U-Wert der fertigen Dämmung sogar nur 0,2 W/m²K betragen. Dafür ist bei einer Dämmung des Dachraumes bzw. bei einer Dachbodendämmung eine Dämmstoffschicht von mindestens 16 cm erforderlich.

Optimale Behaglichkeit und geringster Heizwärmeverbrauch stellen sich aber erst bei Dämmstoffstärken von deutlich mehr als 20 cm ein. Der im Gespräch befindliche Passivhausstandard für Wohnbauten ab 2020 verlangt Dämmstoffstärken von mehr als 30 cm im ausgebauten Dachgeschoss. Hier wird auch die sommerliche Aufheizung nicht mehr zum Problem. Wie Dachräume fachgerecht gedämmt werden, zeigen die Artikel zur Aufsparrendämmung und zur Zwischensparrendämmung. Zur Frage der Dachbodendämmung findet der Interessierte hier tiefer gehende Informationen.

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