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Abgasführung, Zuluftführung

19.11.2017 | 19 x | von: now | Kategorie: Gas-Brennwerttechnik, Heizen | Druckansicht Druckansicht

Abgasführung, Zuluftführung
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Mehr zur Abgasführung bei Brennwertkesseln, der Zuluftführung und zur besonderen Bedeutung von Luft-Abgas-Systemen (LAS)

Auch bei Brennwert-Heizgeräten müssen die Abgase unter allen möglichen Betriebsbedingungen gefahrlos ins Freie abgeführt werden. Immerhin haben wir es mit einer Reihe von Stoffen zu tun, die in der anfänglich hohen Konzentration gesundheitliche Probleme bereiten können. Für eine optimale Verbrennung muss zudem ausreichend Verbrennungsluft an den Brenner herangeführt werden. Denn Luftmangel führt zu unvollständiger Verbrennung, die mit höheren Brennstoffkosten und einer zusätzlichen Umweltbelastung verbunden ist.

Abgasführung Gasbrennwertgerät
Abgasführung Gasbrennwertgerät

Gegenüber atmosphärischen Heizkesseln bestehen jedoch auch einige Unterschiede bei der Abgasableitung. Bei einem Brennwertkessel ist die Wirkung der Thermik wegen der niedrigen Temperatur des Abgases gering. Abgase verlassen in diesem Fall den Kessel und das Abgasrohr nicht „selbstständig“. Deshalb müssen sie mit Hilfe eines Gebläses ins Freie befördert werden.

Waren in der Kinderstube der Brennwertgeräte dafür noch separate Abgasventilatoren nötig, verbindet man diese Aufgabe heute mit der notwendigen Gas-Luft-Gemischbildung für den Brenner. Hierfür setzen die Hersteller Ventilatoren ein, die die erforderliche Verbrennungsluft bedarfsabhängig ansaugen. Erdgas wird in der Vormischkammer dieser Luft zugesetzt und das Gemisch dann mit einem Überdruck dem Brenner zugeführt. Infolge dieses Überdrucks werden auch die Abgase aus dem Gerät und über das druckdicht angeschlossen Abgasrohr „herausgeblasen“.

Abgasrohr aus PPS für Brennwertkessel
Abgasrohr aus PPS für Brennwertkessel

Abgasrohre bei konventionellen, atmosphärischen Gas-Heizkesseln werden der höheren Temperatur bis zum Schornstein aus Metall ausgeführt und ohne spezielle Dichtungen zusammensteckt. Für Brennwertgeräte werden statt dessen mit Lippendichtungen versehene Kunststoff- oder Aluminiumrohre verwendet, die druckdicht verbunden sind. Das gilt auch für die Verlegung der Abgasleitung im Schacht bzw. Schornstein. Die Rohrleitungen und ihre Dichtungen sind feuchteunempfindlich, säurefest und wasserdicht. Das ist auch erforderlich, da trotz der Kondensation im Kessel eine Restmenge Wasserdampf verbleibt, der im Abgasrohr weiter kondensieren kann. Der pH-Wert ist sauer.

Die speziellen Abgasleitungen müssen für die Betriebsweise des jeweiligen Heizgerätes geeignet sein und eine Zulassung vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBT) haben. Die Einhaltung der in der Zulassung getroffenen Festlegungen wird vom Bezirksschornsteinfegermeister kontrolliert. Zugelassen Leitungen müssen mindestens 80°C Abgastemperatur aushalten.

Verschieden Möglichkeiten der Abgas- und Zuluftführung bei einem Gas-Brennwertkessel
Verschieden Möglichkeiten der Abgas- und Zuluftführung bei einem Gas-Brennwertkessel

Die Gebläseunterstützung der Verbrennungsluftansaugung und der Abgasabführung lässt geringe Rohrquerschnitte zu. So kommt man bei einem Brennwertgerät mit einer Leistung von 18 kW, aufgestellt in einem Ein- bis Zweifamilienhaus, mit einem Durchmesser des Abgasrohres von 70 mm aus.

Die Verbrennungsluftversorgung erfolgt entweder als separate Zuleitung oder im Rahmen des so genannten Luft-Abgas-Systems, bei dem das Zuluftrohr konzentrisch um das Abgasrohr angeordnet ist. Durch die Anordnung des Zuluftkanals rings um das Abgasrohr kommt es im Verlauf der Durchströmung zu einem Wärmetausch, indem die noch warmen Abgase ihre Wärme an die zuströmende kalte Verbrennungsluft abgeben. Dieses Luft-Abgas-System, kurz LAS genannt, verbessert den Nutzungsgrad der Kessel weiter. Mit Hilfe eines LA-Systemes lässt sich ein raumluftunabhängiger Betrieb des Brennwertkessels ermöglichen.

Flexibles Abgasrohr aus feuchte- und temperaturbeständigem Kunststoff
Flexibles Abgasrohr aus feuchte- und temperaturbeständigem Kunststoff

Bei der Modernisierung von Heizanlagen bietet es sich an, in einen vorhandenen, nicht mehr genutzten Schornsteinschacht ein Abgasrohr mittig einzuziehen. Die Verbrennungsluft wird dann vom Schornsteinkopf bis zum Brennwertkessel im alten Schornsteinschacht geführt und nimmt dabei Wärme das Abgasrohres auf. Der Schacht kann für weitere Zwecke allerdings nicht mehr verwendet werden.

 

 

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